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INHALTE

Programm des Frühjahrsemester 2018

Das Programm ist vorläufig. Mit Ergänzungen und Änderungen kann gerechnet werden.
Die Veranstaltungen finden im Faraday-Hörsaal (Weimarer Straße 32, Zugang von der Prof. Schmidt-Straße) jeweils freitags um 15:00 Uhr statt (Siehe Algemeine Informationen - Lageplan der TU Ilmenau).


Freitag, 02. März 2018, 15:00 Uhr

Perspektiven in der Ingenieurausbildung

Univ.-Prof. Dr. Ing. habil. Jürgen Petzold
Prorektor Bildung der TU Ilmenau

Der Vortrag beschäftigt sich mit der Entwicklung des universitären Ingenieurstudiums und reflektiert dabei im Besonderen die Stellung der TU Ilmenau. Nach einem kurzen Rückblick auf die Ingenieurausbildung von der Gründung der Technischen Hochschulen bis zur Gegenwart wird vorrangig auf aktuelle Tendenzen im Bildungssystem eingegangen. Herausforderungen, die beispielhaft in Begriffen wie Bologna-Prozess, Kompetenzvermittlung, Akkreditierung, Prüfungshoheit, europäische Standards ihren Ausdruck finden, werden kritisch hinterfragt und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die gegenwärtige Ingenieurausbildung abgeleitet. An Hand der aktuellen Situation an der TU Ilmenau ergeben sich Zukunftsoptionen, deren Umsetzungschancen und –risiken zur Diskussion gestellt werden. Dabei steht die Umstellung von der straffen, meist auf kleinteilige Studiengänge konzentrierten Lehrvermittlung auf ein sowohl aus Sicht der Universität angebotsorientiertes Studium als auch aus studentischer Sicht interessenorientiertes Studium im Vordergrund. Die Förderung von Eigenverantwortung von Studenten und Professoren durch Schaffung ausreichender Entscheidungsspielräume in Lehre und Forschung ist dabei die Schlüsselfunktion zukünftiger Studienabläufe.


Freitag, 09. März 2018, 15:00 Uhr

Die erste schriftliche Erwähnung Erfurts 742 und die Anfänge seiner Verbindung mit Mainz

Prof. Dr. Karl Heinemeyer
Universität Erfurt

Im Jahre 2017 konnte die thüringische Landeshauptstadt die 1275. Wiederkehr ihrer ersten Erwähnung in der schriftlichen Überlieferung begehen. Sie erfolgte, als der angelsächsische Missionar Bonifatius dem Papst die Gründung der mitteldeutschen Bistümer Würzburg für Mainfranken, Büraburg für Hessen und Erfurt für Thüringen mitteilte. Damit verbinden sich eine Reihe von Fragen, die die Forschung seit langem diskutierte, vor allem welcher Art die drei Plätze waren, so dass Bonifatius gerade sie und insbesondere Erfurt als Bischofssitze auswählte. Hier kann die Analyse der schriftlichen Quellen in Kombination mit den Ergebnissen der Archäologie weiterhelfen. Zu fragen ist ebenso nach der Abgrenzung der neuen Bistümer, ihrer Ausstattung und den ersten Bischöfen; dabei stellt der Erfurter Bischof ein eigenes Problem dar, weil sein Name nicht überliefert ist. Das Bistum Erfurt wurde wie Büraburg schon nach kurzer Zeit wieder aufgehoben und mit dem Bistum Mainz vereinigt, das seitdem für 1000 Jahre die Geschichte Erfurts und Thüringens mitgestaltete. Wann und warum dies geschah und wie schließlich der Mainzer Erzbischof sogar zum alleinigen Stadtherrn von Erfurt wurde, ist ebenfalls zu erörtern.


©RUB, Marquard

Freitag, 16. März 2018, 15:00 Uhr

Woher weiß die Waschmaschine, dass sie genug gespült hat? – Mikrosensoren im Alltag

Prof. Dr. Martin Hoffmann,
Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl für Mikrosystemtechnik

In der Welt von heute begleiten uns mehr und mehr technische Systeme, die Parameter unserer Umgebung erfassen und für uns nutzbar machen: das mobile Telefon, das uns längst den Weg weisen kann – auch ohne GPS-Empfang – und das uns wichtige Gesundheitsparameter übermittelt, das Auto, das fast schon allein fährt und gefährliche Situationen besser meistert als die meisten Fahrer, aber auch Haushaltsgeräte, die nur so viele Ressourcen einsetzen wie auch benötigt werden. Aber woher weiß das Telefon wo wir uns gerade aufhalten, auch im Haus oder im Tunnel? Wie beobachtet das Auto seine Umwelt und unsere Fahrweise? Woher weiß die Waschmaschine, dass sie genug gespült hat? – Durch Mikrosensoren – kleine, unscheinbare Bauteile, die viele Parameter mit höchster Präzision und Geschwindigkeit erfassen. Dieser Beitrag gibt Einblicke in die Entwicklung der letzten 20 Jahre, den aktuellen Stand und die Idee des Internet der Dinge, in dem immer mehr technische Geräte zusammenwirken. Wenn wir verantwortlich damit umgehen, dann kann uns diese Entwicklung vieles erleichtern, gerade auch mit Blick auf eine weiter steigende Lebenserwartung.


(Quelle: MDR)

Freitag, 23.März 2018, 15:00 Uhr

Wer kontrolliert wie den Mitteldeutschen Rundfunk? Eine Rundfunkrätin berichtet

Prof. Dr.-Ing. Gabriele Schade
Fachhochschule Erfurt
 

 

Im Jahre 2017 feierte der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) sein 25-jähriges Bestehen. Viele hören und schauen ihn regelmäßig oder informieren sich bei ihm im Internet. Doch wie funktioniert so eine öffentlich-rechtliche Anstalt? Und wie wird sie kontrolliert?  

Ausgehend vom Staatsvertrag der drei beteiligten Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wird der MDR als Mitglied der ARD dargestellt, ebenso sein Auftrag, sein Aufbau und seine Angebote.

Aus der Sicht einer Rundfunkrätin wird dabei besonders auf folgende Fragen eingegangen:

- Wie setzt der MDR mit seinen Angeboten in Hörfunk, Fernsehen und online den Auftrag um? 

- Sind die Zuhörerinnen und Zuhörer, Zuschauerinnen und Zuschauer sowie die online-user zufrieden mit dem MDR?

- Welche Kontrollmöglichkeiten gibt es für die Arbeit des MDR und wie werden sie genutzt? 

- Wie ist die Qualität der Angebote zu bewerten und wie vertrauenswürdig sind sie?

- Verändert die Digitalisierung das Nutzungsverhalten bei MDR-Angeboten?


Freitag, 06. April 2018, 15:00 Uhr

Von der Verwundung und Gesundung der Landschaft. Zum landschaftsgestalterischen Umgang mit Bergbaufolgelandschaften.

Prof. Dr. Gerlinde Krause
FH Erfurt

Dargestellt wird die historische Entwicklung bergbaulicher Tätigkeit von den Anfängen über den geplanten Abbau des Drachenfels-Berges zur Fertigstellung des Kölner Doms im frühen 19. Jahrhundert, was erste Naturschutz-Ambitionen und -Interventionen bewirkte, bis in die Gegenwart. Aufgezeigt wird der Paradigmenwechsel von der Devastation einer Bergbaulandschaft hin zur Rekultivierung und nachhaltigen Bergbausanierung als große Herausforderung, einschließlich der rechtlichen Rahmenbedingungen. Eingegangen wird auf die verschiedenen Nachnutzungsoptionen einer Bergbaufolgelandschaft. Vertiefend betrachtet werden regional- und landschaftsplanerische sowie landschaftsgestalterische Ausprägungen in Deutschland, besonders im ostdeutschen Raum.


(Quelle: MDR)

Mittwoch, 11. April 2018

 

Exkursion mit Besuch des Landesfunkhauses des MDR und Stadtführung in der Altstadt von Erfurt

Radio, Fernsehen und Online-Angebote aus Thüringen für Thüringen zu produzieren, das ist die Aufgabe des MDR LANDESFUNKHAUSES in Erfurt. Seine Programme und Sendungen spiegeln die Vielfalt des Landes wider: vom Zeitgeschehen über Heimatkunde bis zur Innovation in Wissenschaft und Forschung.
Etwa 250 feste und freie Mitarbeiter arbeiten im Landesfunkhaus - einem hellen, modernen Gebäude aus Stahl und Glas zwischen egapark und Messe. Hier entstehen das Radioprogramm MDR THÜRINGEN - Das Radio und das Fernseh-Regionalmagazin MDR THÜRINGEN JOURNAL. Außerdem hat der KiKA, der gemeinsame Kinderkanal von ARD und ZDF, seinen Sitz im MDR LANDESFUNKHAUS in Erfurt.
Bei einer Führung durch das Landesfunkhaus wird es Einblicke in die Arbeit und die Arbeitsplätze der Mitarbeiter geben.
Am Nachmittag erfährt man bei einer Stadtführung Interessantes über historische Orte in der Altstadt der Landeshauptstadt Erfurt.
Einzelheiten zum Ablauf der Exkursion und zu den Teilnahmebedingungen können Sie einem Flyer entnehmen, der ab 02. März bei den Vorträgen erhältlich ist und der auch das Anmeldeformular enthält. Darüber hinaus kann der Flyer unter der Emailadresse: seniorenakademie@tu-ilmenau.de als PDF angefordert werden.


Freitag, 13. April 2018, 15:00 Uhr

War Bach in Weimar glücklich? Und die Herzogin Anna Amalia wirklich musikalisch?

Prof. Dr. Wolfgang Huschke
Ordentliches Mitglied der Akademie der gemeinnützigen Wissenschaften zu Erfurt
Vorsitzender des Vorstands der Freundesgesellschaft des Goethe- und Schiller-Archivs

Im Februar 2017 erschien im Böhlau Verlag Köln Weimar Wien das Buch „Musikort Weimar. Begegnungen von Luther bis Liszt“ von Wolfram Huschke. Es verlebendigt in allgemein verständlicher Weise und etwa siebenseitigen Kapitelchen Höhepunkte der Weimarer Musikkultur zwischen 1513 und 1869. Aus diesem Buch wird sein Autor die drei Kapitel 8, 13 und 20 (8 etwas gekürzt) vorlesen und dies mit dem Einspielen von relevanter Musik (im Wechsel) verbinden. Kapitel 8 ist überschrieben mit „Eine glückliche Bach-Familie 1714. Und 1717?“ und skizziert aus diesem Blickwinkel das „Weimar-Jahrzehnt“ Johann Sebastian Bachs. In Kapitel 13 („Wir spielen selbst! Und auch noch eigene Stücke“) geht es um das erstaunliche Wirken des Liebhabertheaters in den späten 1770er Jahren mit Goethe und der Herzogin Anna Amalia. Kapitel 20 wendet sich Langzeitfolgen der Passion von deren Schwiegerenkelin zu: „Maria Pawlowna und die Liebe zum Klavier“. Abschließend wird der Referent selbstredend, wie schon 2011, Fragen der Teilnehmer gern beantworten.


Freitag, 20. April 2018, 15:00 Uhr

Zwischen Einheit und Widerspruch. Differenzierte Blicke auf DDR-Literatur

Prof. Dr. Ilse Nagelschmidt
Universität Leipzig

Gängige Literaturgeschichten sprechen bis auf den heutigen Tag auf der Basis eines stabilen Kanons von der DDR-Literatur. Mit Blick sowohl auf die aktuelle Forschungslage der letzten über 25 Jahre als auch auf die Vielzahl der Herausgaben von Primärtexten, die bis 1989 nicht veröffentlicht werden konnten, ist es das Ziel des Vortrages, sowohl den Begriff der DDR- Literatur zu diskutieren als auch die Vielzahl der Primärtexte vorzustellen, die im öffentlichen Diskurs der DDR keine Beachtung gefunden haben. Dabei wird auf die Mechanismen von Zensur und Selbstzensur sowie auf die noch immer im kulturellen Bewusstsein verankerten Begriffe vom Leseland DDR und Literatur als Ersatzöffentlichkeit eingegangen. Der Vortrag fokussiert auf die Jahre 1965 – 11.Plenum des ZK der SED am Beispiel von Werner Bräunig – und 1976 – Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann. Gebunden an diese historischen Ereignisse wird sowohl auf die über 100 Autorinnen und Autoren, die nach 1959 die DDR verlassen haben als auch auf die von Ines Geipel und Joachim Walther herausgegebene „Verschwiegene Bibliothek“ in 10 Bänden eingegangen. In dieser Sammlung erhalten bisher kaum oder nur wenig bekannte Schriftstellerinnen und Schriftsteller wie Edeltraud Eckart, Günter Ullmann, Heidemarie Härtl und Gabriele Stötzer Namen und Stimmen.


Freitag, 27. April 2018, 15:00 Uhr

Sofia – das fliegende Infrarot-Observatorium

Prof. Dr. Olaf Kretzer
Leiter der Schul- und Volkssternwarte Suhl und der VHS Suhl
Honorarprofessor an der HS Schmalkalden und Lehrbeauftragter an der FSU Jena

Seitdem die Menschheit zu den Sternen aufblickte sah sie nur einen Bruchteil des Lichtes, welches aus dem Universum zu uns kommt. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckte man, dass das Weltall nicht nur viel größer ist als man bis dahin dachte, sondern das es auch in einem viel umfangreicheren Bereich strahlt. Man entdeckte zuerst, dass auch Radiostrahlung aus dem Universum die Erde erreicht, später öffnete man das Tor zum Bereich der Infrarotstrahlung. Allerdings wird die kosmische IR Strahlung zum überwiegenden Teil in der Atmosphäre absorbiert so dass nur zwei Wege für Beobachtungen übrigblieben: a) Observatorien für IR Strahlung in großen Höhen aufzubauen oder b) mit einem Flugzeug ein IR Teleskop in die Stratosphäre zu bringen. Beide Möglichkeiten werden aufbauend auf eigenen Erfahrungen im Vortrag vorgestellt und dabei die Möglichkeiten der IR Astronomie an ausgewählten Beispielen erläutert. Darüber hinaus wird gezeigt, dass die IR Technik auch im Alltagsleben überall zu finden ist.


Freitag, 04. Mai 2018, 15.00 Uhr

Neudefinition des Kilogramms 2018. Was bedeutet die neue Definition für uns und wie funktioniert sie?

Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Thomas Fröhlich
Technische Universität Ilmenau, Institut für Prozessmess- und Sensortechnik

Das Kilogramm ist seit 1889 nur durch einen Vergleichsgegenstand, das “Urkilogramm” definiert. Das Meter und die Sekunde werden schon seit vielen Jahren von unveränderlichen Naturkonstanten abgeleitet. Das Urkilogramm, ein kleiner Zylinder aus einer Platinlegierung, wird zwar sicher unter einer Glasglocke in der Nähe von Paris verwahrt, wurde aber scheinbar immer leichter. Die Ursache dafür ist unklar - seit Jahren. Die Suche nach einem Ersatz für den 129 Jahre alten Metallzylinder war erfolgreich: gleich zwei verschiedene Methoden erlauben es, eine naturkonstantenbasierte neue Definition festzulegen. Eine Möglichkeit ist es, die Avogadrokonstante zu bestimmen: Wie viele Siliziumatome braucht man, damit ein daraus hergestellter Kristall genau ein Kilogramm schwer ist? Die zweite Möglichkeit ist die sogenannte Wattwaage, mit der eine Beziehung zu den elektrischen Einheiten Volt und Ampere hergestellt werden kann. Im Jahr 2018 wird die neue Definition „amtlich“, aber was bedeutet das für die Messtechnik und den Alltag?


Freitag, 25. Mai 2018, 15:00 Uhr

 

Berichterstattung über terroristische Ereignisse – Laissez-faire oder lieber Zensur?

Dr. Liane Rothenberger

 

Technischen Universität Ilmenau

Berichterstattung über terroristische Ereignisse wird häufig beschuldigt, sensationsheischend und spekulativ zu sein. Die Beziehung zwischen den Systemen Terrorismus und Medien gestaltet sich als komplex und schwierig und wurde von vielen Wissenschaftlern als „Symbiose“ beschrieben. Der Vortrag greift dieses Modell auf, hinterfragt es kritisch und stellt ihm den Ansatz des Parasitentums gegenüber. Weiterhin werden drei Modelle der (Nicht-) Einflussnahme auf die Berichterstattung über Terrorereignisse vorgestellt: Laissez-faire, Selbstzensur beziehungsweise eigene Richtlinien der Medien und ihrer Dachorganisationen sowie staatliche Zensurmaßnahmen im Vor- oder im Nachhinein. Im Vortrag werden Vor- und Nachteile der Modelle anhand von aktuellen und historischen Beispielen diskutiert. Dabei steht explizit nicht nur religiös motivierter Terrorismus im Fokus, sondern ebenso sozialrevolutionärer und ethnisch-nationalistischer Terrorismus. Diese drei Formen des aufständischen Terrorismus werden von Staatsterrorismus abgegrenzt, der eine deutlich andere Medienstrategie aufweist.


Freitag, 01. Juni 2018, 15:00 Uhr

Jüdisches Leben in Thüringen – gestern und heute

Prof. Dr. Ing. habil. Reinhard Schramm
Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen

Seit einem Jahrtausend leben Juden in Thüringen. Die Jahrhunderte waren gekennzeichnet durch Aufschwung und Untergang jüdischen Lebens. Die jüdische Minderheit hatte auch in Zeiten des Aufschwungs einen Anteil an der Bevölkerung von weniger als einem Prozent. Und doch waren die Leistungen der Juden in Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft beachtlich. Der Antijudaismus der Kirche, der Holocaust im Nationalsozialismus oder die Judenverfolgung im Stalinismus schwächten oder zerstörten die jüdischen Gemeinden in Thüringen. Heute entwickelt sich dank der Zuwanderung aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion eine neue jüdische Landesgemeinde. Die Integration unserer neuen Mitglieder war nicht einfach, ist aber erfolgreich. Die ungefähr 800 Juden sind gut in die Gesellschaft unseres Freistaates eingebunden. In Erfurt, Jena und Nordhausen leben die meisten von ihnen. Leider verursachten mangelnde Arbeitsmöglichkeiten eine bedauerliche Abwanderung jüdischer Jugendlicher gen Westen. Für Juden ist der gegenwärtige Rechtsruck in und rund um Deutschland beängstigend. Zudem wird der rechte Antisemitismus in letzter Zeit durch linken und islamischen Antisemitismus ergänzt. Das Verhältnis der Juden zu Israel wird oft missverstanden. Unwissenheit, Geschichtsvergessenheit und eine damit verbundene Gleichgültigkeit in Teilen der Gesellschaft begünstigen den Antisemitismus.


Freitag, 08. Juni 2018, 15:00 Uhr

Von Eiskernbohrungen und Entdeckungsreisenden: Ein Einblick in 150 Jahre Mensch-Antarktis-Beziehung

Johanna Grabow M.A.
Scott Polar Research Institute (SPRI) an der Universität Cambridge

Was verbindet Neutrinos, Gondwanaland und das Ozonloch? Die Antarktis. Der trockenste, höchste, windigste und kälteste Kontinent unserer Erde wurde vor nicht einmal 150 Jahren zum ersten Mal von uns Menschen betreten und doch ist es der Ort, an dem die Folgen unseres Handelns am deutlichsten zu spüren sind. Denn kein anderer Ort unserer Erde ist so weit von uns Menschen entfernt und wird doch so sehr von unserem Handeln beeinflusst. Seit ihrer Entdeckung unterlag die Antarktis einem steten Wandel – vom Schauplatz für tragische Entdeckungsreisen über den Kontinent der Wissenschaft bis hin zum globalen Laboratorium. In meinem Vortrag möchte ich die Liaison zwischen Mensch und Antarktis näher beleuchten. Dabei möchte ich sowohl auf die Entdeckungsgeschichte eingehen als auch auf die Resonanz, die der siebte Kontinent auf unser Bewusstsein, unsere Politik und Öffentlichkeit ausübt. Anschließend soll ein Einblick in das Leben auf einer Forschungsstation und Forschungsvorhaben, wie Eiskernbohrungen, Fernerkundungsprojekte und Tiermonitoring, gegeben werden, um aktuelle Bestrebungen im Kontext des Klimawandels aufzuzeigen. „Warte nur. Jeder hat eine Antarktis“, meinte schon Thomas Pynchon; doch ob wir eine Eishölle oder eine Eisschönheit aus ihr machen, liegt in unserer Hand.


Freitag, 15. Juni 2018, 15:00 Uhr

Schmerzen verstehen und behandeln

CÄ Dr. med. Heike Schlegel-Höfner
Chefärztin der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, Palliativ- und Schmerzmedizin Arnstadt und Ilmenau

In jedem dritten Haushalt in Europa lebt ein Mensch, der unter Schmerzen leidet. Etwa 17 % aller Deutschen sind von langanhaltenden, chronischen Schmerzen betroffen. Das sind mehr als 12 Millionen Menschen. Die Betroffenen leiden nicht nur unter Dauerschmerzen, sondern auch unter zunehmenden körperlichen Beeinträchtigungen im Alltag. Oft geht dies auch mit depressiver Stimmung, Angst, Schlafstörungen und verminderter Konzentration einher. Trotz der Häufigkeit chronischer Schmerzen, ihrer Konsequenzen für den Betroffenen und der hohen volkswirtschaftlichen Bedeutung sind Schmerzen noch nicht lange als eigenständige Krankheit akzeptiert. Der Vortrag wird sich Schmerzursachen und –arten, diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten widmen. Chronischer Schmerz ist und bleibt eine Herausforderung für den Patienten und seine Behandler, denn Schmerzen können oft nicht vollständig gelindert werden. Das gemeinsame Ziel ist der gemeinsame Weg: Mit dem Schmerz lebenswert leben und nicht gegen ihn. „Unter Gesundheit verstehe ich nicht Freisein von Beeinträchtigungen, sondern die Kraft, mit ihnen zu leben.“ (Goethe)


Freitag, 22. Juni 2018, 15:00 Uhr

Gegenwärtiger Blitz- und Überspannungsschutz für Mensch und Technik

Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Michael Rock
Technische Universität Ilmenau

Das Gewitter mit seinem elektrischen Phänomen „Blitzentladung“ ist eine Naturgewalt, die einerseits vielen Menschen auch heute noch Angst und Schrecken einjagt, mit Sturm und Blitz enorme Schäden verursacht, und die andererseits der Mensch zwar verstehen, aber bis heute nicht aktiv beeinflussen und auch nicht umfassend nachbilden kann – er kann nur mit Schutzmaßnahmen und geeignetem Verhalten darauf reagieren.

Mit fachlich anerkanntem und wissenschaftlich begründetem Blitz- und Überspannungsschutz wollen wir nicht den Blitz oder die Überspannungen schützen, sondern größtmögliche Sicherheit für Mensch und Tier, Veranstaltungen, Technik und Gebäude/Bauwerke/bauliche Anlagen erreichen.

Die Forschung im Fachgebiet „Blitz- und Überspannungsschutz“ konzentriert sich heute auf den Blitz- und Überspannungsschutz bzw. LEMP-Schutz für regenerative Erzeugungsanlagen, Überspannungsschutzeinrichtungen und koordinierte Überspannungsschutzsysteme.

Der Vortrag soll eine kurze Einführung zu Gewitter und Blitzentladung, den Blitzwirkungen und relevanten Schäden geben und Einblicke in die gegenwärtige Forschung und aktuelle Entwicklungen ermöglichen. Darauf aufbauend werden die direkten Gefährdungen für Menschen erläutert und das richtige Verhalten sowie die Grundlagen des Blitz- und Überspannungsschutzes vorgestellt.