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INHALTE

Bearbeitungshinweise für Hauptseminarvorträge

Die hier gesammtelten Tips und Richtlinien zur Erstellung schriftlicher Ausarbeitungen und Vorbereitung von Vorträgen sind primär für Hauptseminarteilnehmer gedacht, eignen sich aber zum größten Teil auch für Diplomarbeiten und ähnliches. Sie stammen zum überwiegenden Teil von Holger Märtens von der Uni Leipzig. Sie sind weder allumfassend noch verpflichtend; es handelt sich vielmehr um einige grundlegende Regeln, auf denen nach Bedarf aufgebaut werden kann. Wir legen sie allen Studenten ans Herz, insbesondere denjenigen, die bisher keine einschlägigen Erfahrungen gesammelt haben.

Die folgenden Ausführungen umfassen derzeit nur die Form Ihrer Ausarbeitungen und Vorträge, nicht die Auswahl der Inhalte. Dazu finden Sie etwas im Bewertungsschema.

Allgemeines

Bei der Erarbeitung sollten Sie sich am Bewertungsschema orientieren; dort steht auch, welchen Umfang und welche Zielrichtung Ihre Arbeit haben soll. Sehr gute allgemeine Hinweise gibt die Abteilung Datenbanken der Uni Leipzig, die hier nicht wiederholt werden sollen.

Sorgfältiges Arbeiten sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Dies beinhaltet nicht nur eine inhaltlich richtige und vollständige Aufarbeitung des Seminarstoffs. Wir erwarten darüber hinaus von allen Dokumenten (d.h. sowohl Ausarbeitungen als auch Folien) sprachliche Korrektheit, angemessenen Stil und saubere äußere Gestaltung. Dies gilt auch für Entwürfe, die nur Ihr Betreuer bekommt. Lassen Sie Ihre Werke von Dritten durchlesen; eigene Fehler kann man oft hartnäckig übersehen. Diese Korrektur ist nicht Aufgabe Ihres Betreuers!

Beginnen Sie rechtzeitig mit der Bearbeitung Ihres Themas. Die in den allgemeinen Hinweisen genannte Frist von zwei Wochen für den ersten Entwurf der Ausarbeitung sollte als absolutes Minimum verstanden werden; besser sind vier bis sechs Wochen oder mehr. Bedenken Sie, daß Sie während des Semesters durch zahlreiche Aufgaben belastet sind und schnell in vermeidbaren Zeitdruck geraten.

Fragen Sie sich bei Ihrer Arbeit stets, welchen Schreib- oder Vortragsstil, welche Erklärungen und welches Layout Sie als Leser bzw. Zuhörer gut finden würden. Orientieren Sie sich an Ausarbeitungen und Vorträgen, Skripten und Vorlesungen, die Ihnen selbst gefallen haben.

Lassen Sie sich von der Vielzahl der folgenden Hinweise nicht verunsichern. Versuchen Sie, diejenigen zu befolgen, die Ihnen selbst am wichtigsten scheinen. Ihr Publikum wird Ihre Bemühungen zu schätzen wissen.

Fassen Sie die Ratschläge nicht als Gängelung oder Besserwisserei auf. Die Fähigkeit, Ihr Wissen zu "verkaufen", kann Ihnen im weiteren Studium und im Beruf nur nützlich sein. Dies zu lernen, ist unter anderem der Zweck von Seminaren!

Falls Ihnen die folgenden Punkte bereits selbstverständlich erscheinen - um so besser. Aber praktisch alle denkbaren Fehler sind bereits begangen worden...

Vortrag

Im Vortrag sollen Sie die wesentlichen Inhalte Ihrer Ausarbeitung mündlich präsentieren. Da die Zeit im Vortrag ebenso wie die Aufnahmefähigkeit der Zuhörer begrenzt ist, müssen Sie im allgemeinen einige Punkte auslassen. Versuchen Sie, sich auf die wichtigsten Ideen zu konzentrieren, und verzichten Sie dafür eher auf formelle und technische Details. Für diese können Sie auf die Ausarbeitung verweisen. Die genaue Auswahl hängt vom Thema ab; sprechen Sie hierüber mit Ihrem Betreuer.

Noch mehr als in der Ausarbeitung müssen Sie sich beim Vortrag in Ihr Publikum versetzen und auf seinen Wissensstand eingehen. Während des Vortrags besteht praktisch keine Möglichkeit, unbekannte Begriffe nachzuschlagen, außer in der Ausarbeitung. Bedenken Sie auch, daß Ihre Zuhörer vor dem Vortrag meist keine Gelegenheit haben, Ihre Ausarbeitung zu lesen.

Das Standardmedium für unsere Seminarvorträge sind Overhead-Präsentationen vom Laptop (meist Powerpoint) oder von Folien, auf die sich die meisten der folgenden Hinweise beziehen. Für spontane Notizen und Zeichnungen können sie entweder ebenfalls Folien oder die Tafel verwenden; unser Seminarraum hat eine weiße Folientafel (Whiteboard). Vergewissern Sie sich rechtzeitig, daß alle notwendigen Materialien (Stifte, Schwamm, Leerfolien usw.) vorhanden sind. Sprechen Sie gegebenenfalls Ihren Betreuer an.

Einer der wichtigsten Aspekte bei der Vortragsvorbereitung ist das Timing. Sie haben etwa 20 Minuten Vortragszeiteit, anschließend 5 Minuten Diskussion.
Deutliche Überschreitungen strapazieren die Geduld aller Anwesenden und führen zu Hektik; Unterschreitungen erwecken den Eindruck, Sie hätten nichts zu sagen. Je nach Sprechtempo und Foliengestaltung benötigt man etwa zwei bis vier Minuten pro Folie. (Brauchen Sie länger, sind Ihre Folien zu voll!) Einige Folien sollten entbehrlich sein, falls die Zeit knapp wird. Umgekehrt sollten Sie optionale Folien in der Hinterhand haben, falls Zeit übrig ist oder voraussehbare Fragen gestellt werden.

Besonders wichtig, aber viel zu selten realisiert: Proben Sie Ihren Vortrag! Dies können Sie allein vor dem Spiegel oder - besser - vor einer "Testperson" tun. Letztere kann Sie gegebenenfalls auf technische oder thematische Fehler und Probleme hinweisen. Nur durch mehrmaliges Proben erreichen Sie einen flüssigen Vortrag, der Ihr Publikum anspricht. Beachten Sie, daß Ihr Timing sich bei jedem Durchgang ändert; die meisten Sprecher werden schneller. Möglicherweise müssen Sie dann Ihre Folienauswahl und -gestaltung überarbeiten. Beginnen Sie deshalb rechtzeitig mit Ihren Vorbereitungen, mindestens ein bis zwei Wochen vor dem Termin (besser drei oder vier).

Folieninhalte:

  • Überladen Sie Ihre Folien nicht! Schreiben Sie nur Stichworte oder kurze Sätze auf, keinen Fließtext. Jede Folie sollte nur eine wichtige Aussage enthalten.
  • Gestalten Sie Ihre Folien so, daß der Zuhörer auf einen Blick das Thema erkennt. Dies erfordert unter anderem eine Überschrift.
  • Arbeiten Sie - noch stärker als in der Ausarbeitung - mit Beispielen und Bildern.
  • Erstellen Sie je eine Titelfolie (Thema, Vortragender, Überblick/Gliederung) und eine Abschlußfolie (Zusammenfassung, Schlußfolgerung, Ausblick).

Folienlayout:

  • Beschreiben Sie Ihre Folien im Querformat. Lassen Sie großzügige Ränder.
  • Wählen Sie eine ausreichende Schriftgröße: mindestens 18 pt, besser 20 pt und größer.
  • Hervorhebungen und Farben sind hilfreich, sollten aber gezielt und sparsam eingesetzt werden.
  • Versuchen Sie, ein möglichst einheitliches Design einzuhalten.

Vortragstechnik:

  • Tragen Sie frei vor! Lesen Sie nicht von Folien oder Konzeptpapier ab; lesen Sie keinesfalls Ihre Ausarbeitung vor. Falls nötig, schreiben Sie sich einige Stichworte auf; hierfür eignen sich Karteikarten sehr gut.
  • Sprechen Sie laut, deutlich und langsam. Geben Sie Ihren Zuhörern kleine Denkpausen (wenige Sekunden), um komplizierte Sachverhalte nachzuvollziehen. Zu schnelles Sprechen ist einer der häufigsten und gravierendsten Fehler bei Vorträgen!
  • Sehen Sie Ihre Zuhörer an, nicht die Folie oder den Projektor! Blicken Sie auch von Ihren Karteikarten sofort wieder auf.
  • Lesen Sie die Gesichter Ihrer Zuhörer, oder fragen Sie sie direkt: Bin ich zu langsam? Zu schnell? Werde ich verstanden?
  • Scheuen Sie sich nicht, wichtige Aussagen oder Annahmen zu betonen (oder in Ausnahmefällen sogar gelegentlich zu wiederholen.)
  • Versuchen Sie, ähnlich wie in der Ausarbeitung, Übergänge zwischen den Abschnitten herzustellen, damit der Vortrag kohärent wird. Helfen Sie dem Zuhörer, der Gliederung Ihres Vortrags zu folgen.
  • Behalten Sie Ihr Timing im Auge. Weichen Sie zu stark von Ihrem Plan ab, machen Sie von Ihren optionalen Folien Gebrauch (s.o.).

Vortragsende und Diskussion:

  • Schließen Sie Ihren Vortrag ab! Kündigen Sie das Ende kurz vorher an ("Abschließend möchte ich zusammenfassen..."), bedanken Sie sich zuletzt bei den Zuhörern, und bitten Sie um Fragen. So vermeiden Sie die peinliche Leere am Schluß des Vortrags ("Äääh - das war's, glaube ich...").
  • Seien Sie darauf vorbereitet, Fragen zu beantworten, die über den Vortrag (und eventuell auch über die Ausarbeitung) hinausgehen. Es ist hilfreich, stets ein bißchen mehr zu wissen, als man bereits gesagt hat.
  • Geben Sie zu, wenn Sie etwas nicht wissen; sie müssen kein Experte sein. Wagen Sie ruhig einmal eine (fundierte) Spekulation, aber machen Sie sie als solche kenntlich.
  • Stumm dazustehen und sich ertappt zu fühlen ist immer die schlechteste Antwort!

Ziele als Zuhörer und Diskussionsteilnehmer

Obwohl es so einfach klingt, fallen die folgenden Punkte nicht jedem leicht oder sind gar selbstverständlich. Versuchen Sie während des Vortrags folgende Aufgaben zu erfüllen, und nutzen Sie dazu eigene Notizen:

  • Erfassen der Thematik und der Zielstellung des Vortrags,
  • Verfolgen des Roten Fadens,
  • Erschließen der unbekannten Teile des Inhalts und Herstellen von Bezügen zum eigenen Wissen,
  • Erkennen von offenen Fragen,
  • Klären solcher Fragen in der Diskussion,
  • Formulieren eigener Fragen.

Weitere Hinweise