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Situtation in Indonesien

Zweifellos ist Indonesien mit seinem wirtschaftlichen Potential das Schwergewicht der ASEAN, die ihren Sitz in Jakarta hat. So belegt es mit seinem BIP von rd. 1.015 Mrd. US$ (2017) im weltweiten Vergleich Platz 16 bei einem gegenwärtigen jährlichen Wirtschaftswachstum von knapp 6%. Es ist ein Inselstaat mit über 17.500 Inseln und mit seiner Bevölkerung von über 265 Mio. der viertbevölkerungsreichste Staat der Welt. Indonesien ist reich an mineralischen Rohstoffen und zählt zu den weltweiten Hauptexporteuren von Kohle, Zinn, Nickel, Kupfer, Bauxit und Gold. In jüngerer Zeit werden zudem verstärkt u.a. Holz und Palmöl exportiert. Allerdings bedroht dies die Biodiversität des Landes, die noch als die weltweit größte angesehen wird.

Im Hinblick auf eine höhere Wertschöpfung ist eine Umorientierung der Industrie zu höheren Verarbeitungsstufen (value added) zu beobachten. Dies gilt zunehmend für alle Wirtschaftsbereiche, allerdings steht einem schnellen Wandel oftmals ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften entgegen. Zwar besteht eine allgemeine Schulpflicht, aber im Bereich der höheren Bildung sind insgesamt nur rd. 5 Mio. Studierende zu verzeichnen und nur wenige Universitäten erreichen internationales Niveau. Dadurch ist die Nachfrage der Wirtschaft nach auf internationalem Niveau stehenden Akademikern vor allem aus den Bereichen Ingenieur- und Naturwissenschaften deutlich größer als das Angebot, was zudem dadurch verstärkt wird, dass indonesische Studierende vielfach zu anderen, nicht naturwissenschaftlich-technischen Studiengängen neigen. Hinzu kommt, dass in jüngerer Zeit vermehrt religiöse Themen zulasten der MINT-Inhalte in Ausbildungs- und Studienprogrammen zu finden sind.

Diesen Mangel spüren auch die zahlreichen deutschen Firmen, die sich in Indonesien angesiedelt haben und von denen nach einer Aufstellung der deutschen Botschaft rd. 70% in technischen Bereichen aktiv sind. Zwar gelingt es gelegentlich, Indonesier anzuwerben, die in Deutschland studiert oder promoviert haben, aber gleichwohl besteht ein hoher Bedarf an Fachkräften, die sich nach dem Modell der deutschen Ingenieur- und naturwissenschaftlichen Ausbildung qualifiziert haben.