Menschen

In memoriam PD Dr. rer. nat. habil. Manfred Klopfleisch

Das Institut für Physik der TU Ilmenau trauert um seinen ehemaligen Kollegen PD Dr. rer. nat. habil. Manfred Klopfleisch, der am 9. Mai 2022 plötzlich im Alter von 83 Jahren verstorben ist.

Porträt PD Dr. rer. nat. habil Manfred Klopfleisch privat
PD Dr. rer. nat. habil Manfred Klopfleisch

Manfred Klopfleisch studierte in Jena Physik und begann im Jahr 1963 als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Physik der Technischen Hochschule Ilmenau. Nach seiner Promotion „Zum Einfluß elektrischer Felder auf die Lumineszenz Mangan­1 aktivierter ZnS-Typ-Leuchtstoffe" wurde er 1972 wissenschaftlicher Oberassistent. 1973 absolvierte er ein halbjähriges Zusatzstudium an der Universität Irkutsk und ab 1974 leitete er das Praktikum für Experimentalphysik im Wissenschaftsbereich Physik der Sektion „Physik und Technik elektronischer Bauelemente“ an der Technischen Hochschule Ilmenau.

Seit 1978 widmete er sich neben den Lehraufgaben − die außer der Praktikumsbetreuung Übungen zur Experimentalphysik, Vorlesungen zur Festkörperlumineszenz, zum Magnetismus, zur Elektrodynamik der Kontinua und zur Optik beinhalteten − wieder verstärkt der Forschung auf dem Gebiet der Dünnschichtoptik. Im Mittelpunkt standen dabei vorrangig theoretisch und experimentell-methodische Probleme der optischen Spektroskopie unter Anregung von Oberflächenpolaritonen in Dünnschichtsystemen. Mit dem Aufbau eines optischen Labors und einer eigenen Arbeitsgruppe entstanden seit 1981 fünf Dissertationen, fünfzehn Diplomarbeiten und über vierzig wissenschaftliche Publikationen sowie fünf Patente. Zwei erfolgreich abgeschlossene Industrie-Forschungsprojekte und die Ausrichtung einer nationalen Schultagung „Oberflächenpolaritonenspektroskopie und Optik dünner Schichten“ im Jahre 1987 wurden mit einem Forschungspreis der TH Ilmenau im gleichen Jahr gewürdigt.

Im Jahr 1992 habilitierte er sich mit dem Thema „Theoretische und experimentelle Untersuchungen der Eigenschaften elektromagnetischer Wellen in ebenen Dünnschichtsystemen und ihre Nutzung in der Oberflächenpolaritonenspektroskopie

Mit Leib und Seele der Wissenschaft verschrieben fand Dr. Klopfleisch nach einer längeren schweren Krankheit in das volle Berufsleben zurück und war bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2003 besonders in den Optik-Vorlesungen, Seminaren und Praktika für die Studierdenden, Kolleginnen und Kollegen ein wertvoller Lehrer und Diskussionspartner, der jedes Ergebnis wissenschaftlich kritisch bewertete und sich nie von seiner Geradlinigkeit abbringen ließ.

Die TU Ilmenau trauert um einen geschätzten engagierten Kollegen, anerkannten Wissenschaftler und Lehrer, der sich um das Institut für Physik sehr verdient gemacht hat. Wir werden ihn in dankbarer Erinnerung behalten.