ORDO – Jahrbuch für die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft wird 75 Bände jung! Das von Walter Eucken und Franz Böhm im Jahr 1948 erstmals publizierte Fachorgan ist eine der traditionsreichsten wirtschafts- und gesellschaftswissenschaftlichen Fachpublikationen in Deutschland und führender Wegbegleiter des Konzepts der Sozialen Marktwirtschaft.
Zum Jubiläum werden ausgewählte Originaltexte aus den gut 75 Jahren ORDO-Geschichte wiederabgedruckt und damit im digitalen Zeitalter besser zugänglich gemacht. Gleichzeitig werden diese Originalbeiträge von renommierten Autorinnen und Autoren sowie ausgewählten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern aus moderner Perspektive kommentiert.
Die Schriftleitung unter der Federführung von Oliver Budzinski (Technische Universität Ilmenau) und Jan Schnellenbach (BTU Cottbus) sowie der wissenschaftlichen Redaktionsleiterin Annika Stöhr (Technische Universität Ilmenau) hat aufbauend auf einem Konzept von Nils Goldschmidt (Universität Siegen) und Stefan Kolev (Ludwig-Erhard-Forum, Berlin) 26 Glanzlichter aus 75 Bänden ORDO ausgewählt und unverändert wiederabgedruckt. Darunter befinden sich natürlich Beiträge von Walter Eucken und Franz Böhm selbst, aber auch von Friedrich August von Hayek, George J. Stigler, Karl Raimund Popper, Charles B. Blankert, Ernst-Joachim Mestmäcker, Hans Albert, Alfred Müller-Armack, Geoffrey Brennan, Herbert Giersch, Erich Hoppmann und vielen anderen mehr. Diese Beiträge werden aus der Sicht der heutigen Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaften von renommierten Autoren wie Hartmut Kliemt, Lars Feld, Justus Haucap, Marietta Auer und vielen anderen sowie von vielversprechenden Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern kommentiert und in eine moderne Perspektive gesetzt.
Verfasst in den turbulenten Zeiten der späten 1940er Jahre, nehmen die Schriftleiterinnen und Schriftleiter das Vorwort (von Fritz W. Meyer und Hans-Otto Lenel) und das Geleitwort („Chaos und Stagnation“ von Edith Eucken-Erdsiek) des ersten Bandes zum Anlass, selbige aus der Sicht der Mitte der 2020er Jahre zu kommentieren. Während manches nur aus dem Kontext der damaligen Zeit verständlich ist, so mutet anderes doch äußerst modern und nahezu tagesaktuell an. Die aktuellen Geleitwörter von Ute Schmiel (Universität Duisburg-Essen), Martin Leschke (Universität Bayreuth), Rupprecht Podszun (Universität Düsseldorf), Christian Müller (Universität Münster) und Dirk Wentzel (Hochschule Pforzheim) stellen einen lesenswerten Einstieg in die moderne Retrospektive auf 75 Jahre Ordnungsökonomik dar.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TU Ilmenau sind am ORDO Jubiläumsband 75 prominent beteiligt. Prof. Dr. Oliver Budzinski (FG Wirtschaftstheorie) ist federführender Schriftleiter, Dr. Annika Stöhr (FG Wirtschaftstheorie) wissenschaftliche Redaktionsleiterin. Jun.-Prof. Dr. Juliane Mendelsohn (FG Recht und Ökonomie der Digitalisierung) kommentiert Wernhard Möschel’s bekannten Originalbeitrag aus dem Jahr 2001 (ursprünglich Band 52) zum Thema „Ex ante-Kontrolle versus ex post-Kontrolle im Recht der Wettbewerbsbeschränkungen“ unter der Überschrift „Ex ante-Kontrolle versus ex post-Kontrolle– ein Rückblick auf Strukturüberlegungen“ (S. 633-637). Dr. W. Benedikt Schmal (ehemals FG Wirtschaftstheorie) steuert mit „Konzentration, Macht und digitale Ökosysteme: Ein ordoliberaler Kompass für die Plattformökonomik“ (S. 414-418) einen Kommentar zu 1970er Originalbeiträgen von Jochen Röpke und Helmut Arndt bei. Oliver Budzinski ist mit seinem Kommentar „Wann ist Wettbewerb „vollkommen“, „vollständig“ oder „perfekt“?“ (S. 172-176) zum 1955er Beitrag von Ernst Heuss („Das Problem der unvollkommenen Konkurrenz in der Wettbewerbswirtschaft“, ursprünglich in Band 7) sowie mit seinem Geleitwort „Chaos und Stagnation – Ein 2025er Kommentar zum ORDO-Prolog von 1948“ (S. 34-39) vertreten.
ORDO publiziert Beiträge aus den Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaften, welche in deutscher oder englischer Sprache aktuelle Forschungsergebnisse mit Bezug zur Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung liefern, basierend auf aktuellen und modernen Theorien und Methoden. Auch Beiträge, welche moderne Forschungsergebnisse aus Sicht ihrer Implikationen für die Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung einordnen sind willkommen. Alle Beiträge durchlaufen ein externes Begutachtungsverfahren und werden nach ihrer Annahme zunächst digital publiziert bevor sie im Jahrbuch auch in gedruckter Form erscheinen. Die Schriftleitung freut sich über Einreichungen unter manuskript@ordo-jahrbuch.de.

