Im Mittelpunkt der Veranstaltung am 1. und 2. Juli standen aktuelle Chancen, Herausforderungen und Innovationen für eine nachhaltige Mobilität in Städten und Regionen. Neben Einblicken in die Ergebnisse der Projekte aus der ersten Fördermaßnahme wurden insbesondere Erfahrungen aus Abstimmungs-, Partizipations- und Kommunikationsprozessen sowie innovative Ansätze zur lokalen Umsetzung von Mobilitätsmaßnahmen vorgestellt. Darüber hinaus präsentierten sich die laufenden Projekte der Fördermaßnahme „Nachhaltige Mobilität in regionalen Transformationsräumen“, zu denen auch MOVEwell gehört.
Im Verbundprojekt MOVEwell arbeiten die Bauhaus-Universität Weimar und das Thüringer Innovationszentrum Mobilität gemeinsam mit sechs Praxispartner*innen aus Kommunen, Land und Wirtschaft an der Entwicklung und Umsetzung attraktiver sowie nachhaltiger Mobilitätsangebote in Thüringen. Zu den zentralen Projektzielen gehören die Entwicklung eines integralen Taktfahrplans für regional abgestimmte ÖPNV-Angebote, die Erarbeitung skalierbarer Konzepte für betriebliches Mobilitätsmanagement in partizipativen Reallaboren, die Untersuchung der Potenziale autonomer Fahrzeuge im öffentlichen Personennahverkehr sowie der Aufbau eines Kompetenzzentrums für automatisiertes und vernetztes Fahren (AVF) mit Wirkung über Thüringen hinaus.
Ein zentrales Fazit der Veranstaltung war, dass neben technologischen Innovationen und Zukunftsszenarien zunehmend auch die gesellschaftliche Akzeptanz – die sogenannte societal readiness – in den Fokus der systemischen Mobilitätsforschung rücken muss. Dabei geht es nicht nur um die Perspektive der Endnutzerinnen. Ebenso müssen weitere Akteursgruppen wie politische und kommunale Entscheidungsträgerinnen, Verkehrsbetreiber, Unternehmen sowie weitere Institutionen und Organisationen mitgedacht werden, die Mobilitätsangebote planen, umsetzen und gestalten. Entsprechend rückten Fragen der Kommunikation, der medialer und gesellschaftlicher Narrative sowie der nachhaltigen Verstetigung von Maßnahmen über die Projektlaufzeit hinaus stärker in den Mittelpunkt. Dabei wurde die Notwendigkeit neuer Forschungsmethoden und vielfältigerer Studiendesigns betont, die eine größere regionale Breite und diversere Bevölkerungsgruppen berücksichtigen.
An dieser Schnittstelle setzt die Arbeit der International Risk, Crisis and Science Communication Group im Projekt MOVEwell an. Sie erforscht Einstellungen, Risikowahrnehmungen und Akzeptanz gegenüber Mobilitätswende und Mobilitätsinnovationen – insbesondere im Kontext des automatisierten Fahrens – und untersucht zugleich, welche Narrative und Darstellungsmuster die Mobilitätswende und neue Mobilitätsangebote in Thüringen und darüber hinaus prägen. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag dazu, technologische Innovationen auch gesellschaftlich erfolgreich zu gestalten.
Kontakt: elisabeth.wagner-olfermann@tu-ilmenau.de


