Technische Universität Ilmenau

Systementwurf für medizinische Messdatenerfassung - Interaktive Studienpläne der TU Ilmenau

Die Interaktiven Studienpläne sind ein Informationsangebot zu den Studiengängen der TU Ilmenau.

Die rechtsverbindlichen Studienpläne entnehmen Sie bitte den jeweiligen Studien- und Prüfungsordnungen (Anlage Studienplan).

Alle Angaben zu geplanten Lehrveranstaltungen finden Sie im elektronischen Vorlesungsverzeichnis.

Bitte beachten Sie, dass auf dieser Seite keine Aktualisierungen mehr vorgenommen werden. Alle Module und Studienpläne ab der PO-Version 2021 (Bachelor- und Master-Studiengänge) sind ab sofort im Campus-Portal erreichbar.

Modulinformationen zu Systementwurf für medizinische Messdatenerfassung im Studiengang Master Ingenieurinformatik 2014
Modulnummer200114
Prüfungsnummer220475
FakultätFakultät für Informatik und Automatisierung
Fachgebietsnummer 2222 (Biosignalverarbeitung)
Modulverantwortliche(r) Dr. Marko Helbig
TurnusWintersemester
SpracheDeutsch
Leistungspunkte5
Präsenzstudium (h)34
Selbststudium (h)116
VerpflichtungWahlmodul
AbschlussPrüfungsleistung mit mehreren Teilleistungen
Details zum Abschluss

Das Modul Systementwurf für medizinische Messdatenerfassung mit der Prüfungsnummer 220475 schließt mit folgenden Leistungen ab:

  • mündliche Prüfungsleistung über 30 Minuten mit einer Wichtung von 84% (Prüfungsnummer: 2200792)
  • Studienleistung mit einer Wichtung von 16% (Prüfungsnummer: 2200793)



Details zum Abschluss Teilleistung 2:

Zur Durchführung von Laborversuchen ist in jedem Semester eine aktenkundige Belehrung notwendig.

2 Versuche "Embedded EKG" und "Biotelemetrie"; Die Noten ergeben sich jeweils aus Gespräch, Durchführung und Protokoll.

Link zum Moodle-Kurs https://moodle.tu-ilmenau.de/enrol/index.php?id=3675
Lehrende

Dr.-Ing. Marko Helbig

Anmeldemodalitäten für alternative PL oder SL
max. Teilnehmerzahl
Vorkenntnisse

Grundlegende Kenntnisse in Elektronik, Schaltungstechnik und elektrischer Messtechnik. 

Die Module Messelektronik für BMT 1 und 2 aus dem Bachelor-Studium BMT sind vorteilhaft, aber nicht Voraussetzung zur Teilnahme.

Lernergebnisse und erworbene Kompetenzen 
Fachkompetenz: Die Studierenden kennen Aufbau, Funktion und Einsatzfelder der
wesentlichen Komponenten von medizinischen Messdatenerfassungssystemen,
beginnend von den Sensoren und dem analogen Frontend bis hin zur digitalen
Verarbeitung der erfassten Messwerte.

Die Studierenden erkennen die speziellen Probleme und Herausforderungen
beim Entwurf komplexer elektronischer Schaltungen im Bereich der Medizintechnik
und verstehen nun auch deutlich kompliziertere und facettenreichere Probleme
bei der Schaltungstechnik.

Sie kennen Prinzipien und Hardwarestrukturen paralleler Messdatenerfassung
und haben die grundlegende Vorgehensweise bei der Anwendung eines FPGA's in
der Biomedizintechnik erlernt.

Methodenkompetenz: Die Studierenden sind u.a. durch die Übungen und das Praktikumin der Lage, die erworbene
Methodenkompetenz in eigenen Systementwürfen umzusetzen und in praktischen
Problemstellungen anzuwenden. Darüber hinaus sind sie befähigt, auf Basis der
erworbenen Grundlagen auch fortgeschrittene Messmethoden und Hardwarekonzepte
zu entwerfen und konzeptionell weiter zu entwickeln.

Sie sind grundlegend in der Lage, einen FPGA mittels VHDL zu programmieren
und diesen zur Lösung einfacher Problemstellungen einzusetzen.

 Sozialkompetenz: Die Studierenden können die verschiedenen
Herangehensweisen beim Konzeptentwurf nachvollziehen und sind in der Lage,
diese im Verlauf der Veranstaltung für ihr eigenes Handeln mit zu
berücksichtigen, um so neue und kreative Lösungsansätze zu erschließen. Somit
sind sie auch in der Lage, an sie gerichtete Fragen zu Hardwaredetails zu
beantworten und können am wissenschaftlichen Diskurs bei der Weiterentwicklung
von medizinischer Technik aktiv teilnehmen. Dabei sind sie in der Lage,
hardware-relevante Sachverhalte zum Systementwurf in der Biomedizinischen
Technik klar und korrekt zu kommunizieren, neben ihrem eigenen Standpunkt aber
auch weitere Meinungen und Ansätze zum konzeptionellen Systementwurf
anzuerkennen und zu akzeptieren.

Im Praktikum werden gezielt folgende Kompetenzen erworben: Die Studierenden
sind in der Lage, praktische Problemstellungen in der Gruppe zu lösen und
verschiedene Lösungsansätze zu diskutieren, um gemeinsam die beste Lösung für
eine gegebene Aufgabenstellung zu identifizieren und umzusetzen.

Inhalt

 

 Im Rahmen der Vorlesung werden vertieftes Wissen und methodische Ansätze zum Entwurf von Systemen zur medizinischen Messdatenerfassung vermittelt. Der Fokus liegt dabei auf dem konzeptionellen Teil bei der Lösung von Hardwareproblemstellungen.

 - Analoges Frontend und Sensorik (Analoge Signalkonditionierung, Operationsverstärker als integrierter Schaltkreis, Designprozess analoges Frontend, Sensor, Signalpegelanpassung bei Single Supply, Multikanalsignalerfassung)
- Highspeed Messdatenübertragung
- Energiemanagement (Bauelemente für die Spannungsversorgung)
- Autonome Energiegewinnung am biologischen Objekt 
- Analog-Digital-Wandlung (Abtastung, Quantisierung, Wandlungsprinzipien, Parameter, Einsatzkriterien)
- Digitale Verarbeitung der Messdaten: Mikroprozessoren und Mikrocontroller (Architekturen, Speicher, Interruptkonzept, Timer, I/O, Programmierung), Bussysteme und Schnittstellen
- Grundkonzepte paralleler Messdatenverarbeitung: DSP, FPGA (Aufbau, Funktionsweise, Grundlagen der Programmierung mit VHDL), GPU
 
Im Rahmen des Seminars werden konkrete Beispiele benutzt, um ein praxisbezogenes Verständnis zu entwickeln.
- EKG-Monitor (Elektrische Signalcharakteristika, Störeinflüsse, Endstörmaßnahmen, Philosophie der Auflösung, Analog Digital Wandler)
- Pulsoximeter (Aufbau, Auswahl der Lichtquelle, LED Treiber zur Leuchtmittelansteuerung, Aufbau und physikalisches Funktionsprinzip Photosensor, Photosensorschaltung)
- VHDL-Programmierübungen mit FPGA-Entwicklungsboard

Praktikumsversuche:
- Embedded EKG: EKG-Datenerfassung und Analyse mittels FPGA
- Biotelemetrie: Aufbereitung von Messdaten für die Telemetrie

Medienformen und technische Anforderungen bei Lehr- und Abschlussleistungen in elektronischer Form

Folien, Tafel, Skript, Demonstrationen, FPGA Development Board

Literatur
  • Carter, Brown: HANDBOOK OF OPERATIONAL AMPLIFIER APPLICATIONS. 2001
  • Mancini: Op Amps For Everyone Design Reference. white paper, 2002
  • Lerch: Elektrische Messtechnik. Springer-Verlag Berlin Heidelberg, 2007
  • Franco: Design with operational amplifiers and analog integrated circuits. 2nd ed., San Francisco: McGraw-Hill New York, 1988
  • Husar: Biosignalverarbeitung. Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg, 2010
  • Webster: Design of Pulse Oximeters. IOP Publishing Ltd, 1997
  • Lenk: Simplified Design of Switching Power Supplies. Newnes, 1996
  • Priya, Inman: Energy Harvesting Technologies. Boston, MA: Springer US, 2009
  • Erturk, Inman: Piezoelectric Energy Harvesting. John Wiley & Sons, Ltd, 2011
  • Hartl u.a.: Elektronische Schaltungstechnik. Pearson Studium, 2008
  • Maloberti: Data Converters. Springer, 2007
  • Wüst: Mikroprozessortechnik. Vieweg, 2010
  • Reichardt, Schwarz: VHDL-Synthese. De Gruyter-Studium, 2015
  • Kesel, Bartholomä: Entwurf von digitalen Schaltungen und Systemen mit HDLs und FPGAs. Oldenbourg, 2013
  • Molitor, Ritter: Kompaktkurs VHDL, Oldenbourg-Verlag, 2013
  • Baese: Digital Signal Processing with Field Programmable Gate Arrays. Springer, 2014
  • Gehrke u.a.: Digitaltechnik - Grundlagen, VHDL, FPGAs, Mikrocontroller. Springer-Verlag, 2016
  • Elias: FPGAs für Maker. dpunkt-Verlag, 2016
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