Technik der Strahlentherapie - Interaktive Studienpläne der TU Ilmenau
Die Interaktiven Studienpläne sind ein Informationsangebot zu den Studiengängen der TU Ilmenau.
Die rechtsverbindlichen Studienpläne entnehmen Sie bitte den jeweiligen Studien- und Prüfungsordnungen (Anlage Studienplan).
Alle Angaben zu geplanten Lehrveranstaltungen finden Sie im elektronischen Vorlesungsverzeichnis.
Bitte beachten Sie, dass auf dieser Seite keine Aktualisierungen mehr vorgenommen werden. Alle Module und Studienpläne ab der PO-Version 2021 (Bachelor- und Master-Studiengänge) sind ab sofort im Campus-Portal erreichbar.
| Modulinformationen zu Modulnummer 200109 - allgemeine Informationen | |
|---|---|
| Modulnummer | 200109 |
| Fakultät | Fakultät für Informatik und Automatisierung |
| Fachgebietsnummer | 2221 (Biomedizinische Technik) |
| Modulverantwortliche(r) | Prof. Dr. Jens Haueisen |
| Sprache | Deutsch |
| Turnus | Wintersemester |
| Vorkenntnisse | Physik, Grundlagen der elektrischen Messtechnik, Strahlenbiologie/Medizinische Strahlenphysik, Bildgebende Systeme in der Medizin 1, Klinische Verfahren 1, Strahlungsmesstechnik |
| Lernergebnisse und erworbene Kompetenzen |
Fachkompetenz: Die Studierenden sind in der Lage, das Arbeitsfeld und den Verantwortungsbereich eines Medizinphysik-Experten im Aufgabenbereich der Strahlentherapie in der Klinik zu beschreiben. Sie verstehen die medizinisch-biologischen und die physikalisch-technischen Grundlagen der Bestrahlung der Bestrahlungsplanung. Sie verstehen die Funktion der unterschiedlichen strahlentherapeutischen eingesetzten Bestrahlungsmaschinen und kennen deren Einsatzbereiche und Grenzen. Sie können Bestrahlungspläne in Grenzen qualitativ beurteilen und hinsichtlich der Schonung von Risikogeweben und gesundem Gewebe bewerten. Methodenkompetenz: Die Studierenden sind befähigt, mit Hilfe der vermittelten methodischen Grundlagen zur physikalisch-technischen Bestrahlungsplanung sich in der medizinischen Praxis in ein therapeutisches Anwendungsgebiet hoher Dynamik einzuarbeiten. Die strahlentherapeutische Technik liefert die Kenntnisse zu den therapeutischen Möglichkeiten der Bestrahlungsmaschinen. Die klinische Dosimetrie befähigt die Studierenden, den erwünschten strahlenbiologischen Effekt unter Nutzung technischer Hilfsmittel quantitativ zu bestimmen. Die Studierenden sind in die Lage versetzt, in ihrem eigenverantwortlichen Aufgabenbereich von der Lokalisation und Simulation über die Berechnung der dreidimensionalen Dosisverteilung bis zur technischen Qualitätssicherung und zum Strahlenschutz im physikalisch-technischen Bereich bei der Patientenversorgung als Partner des Arztes tätig zu werden. Durch die Übungen sind die Studierenden mit den in der Klinik üblichen Planungssystemen und Simulationssystemen zu Monte-Carlo-Simulation vertraut und können erste kleine Aufgaben rechnen. Die zugehörigen Exkursionen in Kliniken der Strahlentherapie zeigen die Aufgaben des Medizin-Physik-Experten in der klinischen Routine und die medizinischen-biologischen und physikalisch-technischen Anforderungen in der Strahlentherapie. Systemkompetenz: Die Studierenden begreifen die Strahlentherapie als ein hochinterdisziplinäres Einsatzgebiet Biomedizinischer Technik am Menschen und die berufsethisch besondere Rolle des Medizinphysik-Experten im Zusammenspiel mit dem fachkundigen Arzt bei der Planung und Umsetzung einer Bestrahlung. Die eigene, singuläre und rechtserhebliche Verantwortung eines nichtärztlichen Hochschulabsolventen am Patienten prägt zu vermittelnde Fähigkeiten und Fertigkeiten. Sozialkompetenz: Durch die Vorlesungen und Übungen sind sich die Studierenden der vielschichtigen Herangehensweise an die Aspekte der Anwendung ionisierender Strahlung in der Strahlentherapie bewusst. Mit den erworbenen Kenntnissen sind sie in der Lage, sich der fachspezifischen Diskussion z.B. zur Beurteilung eines Bestrahlungsplanes oder der Auswahl einer Bestrahlungstechnik interessiert zu stellen, Fragen zu beantworten und ihre Position klar zu kommunizieren. Dabei haben sie gelernt, unterschiedliche Meinungen und Auffassungen zur Bestrahlung zu akzeptieren und sich selbst zu hinterfragen. Sie sind sich der Verantwortung bewusst, die sie als Medizin-Physik-Experten in der Klinik am Patienten haben. Im Praktikum werden gezielt folgende Kompetenzen erworben: Die Studierenden beherrschen den selbständigen Umgang mit einem Bestrahlungssystem, das auch in der Klinik zum Einsatz kommt. Sie sind ebenso in der Lage, Systeme zur Monte-Carlo-Simulation für Untersuchungen zur Wechselwirkung hochenergetischer Elektronen- und Photonenstrahlung zu konfigurieren und für eigene Simulationen anzuwenden. Sie erkennen die in den Planungs- und Simulationssystemen eingesetzten Prinzipien und können diese bewerten und einordnen. In Kleingruppen nutzen sie diese Prinzipien zur Umsetzung von Bestrahlungsplanungen und Simulationen an Phantom- und Patientendaten. Die Studierenden können dazu die erhaltenen Messergebnisse in der Gruppe diskutieren, diese nach vorher erlernten Kriterien in Bezug auf Qualität interpretieren und die Ergebnisse klar und fachlich korrekt präsentieren. Die Studierenden zeigen Interesse für die praktische Tätigkeit im Laborversuch und die Anwendbarkeit der in der Theorie vermittelten Kenntnisse. |
| Inhalt |
Strahlentherapeutische Technik: Röntgentherapieeinrichtungen - Röntgentherapieröhren; Röntgentherapiegeneratoren. Medizinische Linearbeschleuniger - Driftröhrenbeschleuniger; Wanderwellenbeschleuniger; Stehwellenbeschleuniger; Anforderungen an medizinische Beschleuniger; Strahlerkopf für Elektronenbetrieb; Strahlerkopf für Photonenbetrieb; Dosismonitorsystem; kV- und MV-Bildgebung zur Lagekontrolle; Technische Möglichkeiten der Bewegungskompensation; Kontroll- und Protokolliersysteme; Cyberknife. Intraoperative Strahlentherapie. Einrichtungen mit umschlossenen Quellen - Afterloadingtherapieeinrichtungen; Telegammatherapieeinrichtungen; Gammaknife. Strahlentherapeutischer Gesamtprozess mit virtueller Simulation und Verifikation. Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle. Klinische Dosimetrie: Dosisgrößen, Wechselwirkungskoeffizienten - LET; RBW. Dosismessung - Allgemeine Sondenmethode; Absolut- und Relativdosimetrie; Ansätze zur Umrechnung DSonde in DGewebe; Sekundärteilchengleichgewicht; Bragg-Gray-Bedingung; Messbereiche für Luftionisationskammern; Dosimetrie in gepulsten Feldern; Medizinische Dosisbegriffe. Bestrahlungsplanung: Zielstellung, Schritte - Biologisch-medizinische Bestrahlungsplanung - Toleranzdosis; Physikalisch-technische Bestrahlungsplanung. Auswahl von Strahlenart und - energie - Röntgenstrahlen bis 300 kV; Protonen und Schwerionen; Neutronen; Gammastrahlen, Bremsstrahlen, Elektronen. Auswahl der Bestrahlungstechnik - Zielvolumenkonzept; Möglichkeiten und Begriffe; Kontakttherapie; Stehfeldbestrahlung; Bewegungsbestrahlung; Keilfilter und Blöcke; Zeitliche Optimierung - Fraktionierung. Praktische Durchführung - Konformalbestrahlung; Topometrie; Dosisverteilung; Manuelle Ermittlung; Computergestützte Ermittlung; Vergleich aktueller Planungsalgorithmen auch zu Monte-Carlo-Simulationen; Optimierung; Inverse Planung; 3D-CRT; IMRT; VMAT; Aktuelle Entwicklungen. Planvergleichsstudien. In 2 Exkursionen wird die biologisch-medizinische und die physikalisch-technische Ebene in der Strahlentherapie in der klinischen Routine von Ärzten und Physikern beleuchtet. Dabei wird auf das Aufgabengebiet des MPE in der Routine an praktischen Beispielen Bezug genommen. |
| Medienformen und technische Anforderungen bei Lehr- und Abschlussleistungen in elektronischer Form | Vorlesung Medienform: Tafel, Mitschriften, computergestützte Präsentationen, Arbeitsblätter, Übungsaufgaben, Demonstrationen bei Exkursionen
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| Literatur |
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| Lehrevaluation | |
| Spezifik Referenzmodul | |
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| Modulname | Technik der Strahlentherapie |
| Prüfungsnummer | 220471 |
| Leistungspunkte | 5 |
| SWS | 4.5 (3 V, 1 Ü, 0.5 P) |
| Präsenzstudium (h) | 50.625 |
| Selbststudium (h) | 99.375 |
| Verpflichtung | Pflichtmodul |
| Abschluss | Prüfungsleistung mit mehreren Teilleistungen |
| Details zum Abschluss | Das Modul Technik der Strahlentherapie mit der Prüfungsnummer 220471 schließt mit folgenden Leistungen ab:
Zur Durchführung von Laborversuchen ist in jedem Semester eine aktenkundige Belehrung notwendig. Praktikumsversuche "Bestrahlungsplanung" und "Monte-Carlo-Simulation"; Note ergibt sich aus Testatgespräch, Durchführung und Protokoll |
| Link zum Moodle-Kurs | https://moodle.tu-ilmenau.de/enrol/index.php?id=3471 |
| Lehrende | Dr.-Ing. Dunja Jannek |
| Anmeldemodalitäten für alternative PL oder SL | |
| max. Teilnehmerzahl | |

