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Entdecken, wie die Welt funktioniert: MINT-begeisterte Grundschulkinder zu Besuch an der TU Ilmenau

Altäre für Götter konstruieren und die geheimnisvollen Botschaften der Natur enthüllen: Das und mehr konnten diese Woche 26 Grundschülerinnen und Grundschüler in den Laboren der TU Ilmenau. Auch Hörsaalluft durften die auf mathematisch-naturwissenschaftlichem Gebiet besonders interessierten und talentierten Kinder der 3. Klassen schnuppern: Als Teilnehmende am Mathematik-Korrespondenzzirkel der Begabtenförderung des Ilm-Kreises bekamen sie im Curie-Hörsaal ihre Abschlussurkunden überreicht. 

Kinder und Erwachsener am Tisch mit Reagenzgläsern Matthias Glock

„Es könnte doch wohl kaum etwas Schöneres geben, als mit diesen interessierten Schülerinnen und Schülern Physik zu treiben, zu entdecken, wie diese Welt funktioniert“, freute sich Prof. Erich Runge schon im Vorfeld der Veranstaltung auf die kleinen Nachwuchsforschenden: 

Ich finde es toll, dass der Ilm-Kreis mit seiner Begabtenförderung Kinder in ihrer natürlichen Neugier und ihrem Drang, verstehen zu wollen, wie unsere Welt funktioniert, unterstützt.

Was der Physikprofessor den Thüringer Grundschülerinnen und -schülern in seinen Laboren unter anderem anhand von Spaghetti zeigte und gar aus dem Fenster warf, war alles andere als theoretisch.

Bei Dr. Anke Sander, Leiterin des Physikalischen Grundpraktikums, wurden die Kinder sogar selbst zu Elektronen, als sie gemeinsam der Frage nachgingen: Was sind erneuerbare Energien? Und wie kann man mit Solarenergie Strom erzeugen? Wie in einer echten Solarzelle durften sie sich als Elektronen in Bewegung setzen, sobald sie von einfallendem Sonnenlicht getroffen wurden – und entweder einen Energiespeicher oder eine Spielkonsole laden. 

Geheimnisvolle Botschaften der Natur entziffert

Privatdozent Dr. Sukhdeep Singh, Leiter der Forschungsgruppe Bioorganische Chemie bioaktiver Oberflächen, stellte den Schülerinnen und Schülern einfache Experimente vor, die sie unter Aufsicht sogar zu Hause leicht durchführen können. „Die heimische Küche ist das erste Labor, in dem jedes Kind die Wunder der Chemie und Biologie erforschen kann“, so Dr. Singh. Gemeinsam mit den Kindern enthüllte er die geheimnisvollen Botschaften der Natur, die in Farben verborgen sind. Auch Dr. Dana Brauer inspirierte die Nachwuchstalente, in die faszinierende Welt der Biologie einzutauchen: Unter ihrer Anleitung durften sie biologische Proben nehmen und unter dem Mikroskop untersuchen. 

Mit Professor Hotz begaben sich die Schülerinnen und Schüler schließlich sogar nach Indien, in das Jahr 800 v. u. Z. Ihre Aufgabe: Altäre für die Götter zu konstruieren. Das gelang ihnen mit einfachsten Mitteln – Schnüren und Stöcken – gepaart mit einem guten Verständnis der Geometrie von Kreisen und Quadraten.

„Die Schüler der dritten Klassen haben auch dieses Jahr wieder viel Ausdauer bewiesen, sich mit Experimenten und mathematischen Knobeleien auseinanderzusetzen. Sie waren auch zuhause sehr fleißig“, zeigte sich Betreuerin Hanni Hille von der Grundschule Ziolkoswi in Ilmenau begeistert: 

Es ist toll zu sehen, dass es immer noch so viele Kinder gibt, die an Naturwissenschaften interessiert sind und sich richtig dafür ins Zeug legen. Der Abschluss an der Technischen Universität Ilmenau ist ein toller Tag und das Highlight in der Begabtenförderung! Wir alle freuen uns immer auf diesen Tag.