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Kreativität, Kollaboration und kritisches Denken: Junge Talente beeindrucken bei „Jugend forscht“

Neue Wege finden, verschiedene Sichtweisen verbinden und vermeintliche Grenzen hinterfragen: Mit diesem Ziel vor Augen tragen am 12. Februar 2026 72 Kinder und Jugendliche beim Regionalwettbewerb Westthüringen von „Jugend forscht“ an der Technischen Universität Ilmenau an. Unter dem Motto „Maximale Perspektive“ präsentierten die jungen Talente im Alter von 10 bis 21 Jahren sowohl im Nachwuchswettbewerb „Jugend forscht Junior“ als auch im Wettbewerb „Jugend forscht“ ihre kreativen Lösungen, interdisziplinären Ansätze und visionäre Ideen für die Zukunft.Schirmherr des Wettbewerbs ist der Bundespräsident.

TU Ilmenau/Barbara Aichroth

„Bei der Teilnahme am Wettbewerb entwickeln junge Menschen eigenständig Forschungsfragen, gestalten originelle Lösungswege, treten in den aktiven Austausch, arbeiten im Team und lernen, Informationen zu hinterfragen, zu bewerten und daraus neue Erkenntnisse zu gewinnen“, so Dr. Jessica Bönsch, Geschäftsführende Vorständin der Stiftung Jugend forscht e. V., zum Auftakt der diesjährigen Wettbewerbsrunde. 

Auf diese Weise vermittelt Jugend forscht Kreativität, Kommunikation, Kollaboration und kritisches Denken – diese gelten als zentrale Zukunftskompetenzen in unserer zunehmend komplexen Welt.

Anspruchsvolle Alltagsprobleme adressiert

Die Teilnehmenden des Regionalwettbewerbs an der TU Ilmenau aus Regelschulen und Gymnasien in Gotha, Günthersleben-Wechmar, Ilmenau, Neudietendorf, Ruhla und Saalfeld hatten sich wochen- und teils monatelang intensiv auf diesen Tag vorbereitet. Entsprechend vielfältig und anspruchsvoll präsentierten sich die Projekte in den Fachgebieten Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik. Dabei knüpften sie meist direkt an Alltagsfragen und -erfahrungen an: Macht ein Krankenwagen krank? Wie kann die Sauberkeit von Rolltreppen-Handläufen verbessert werden? Und welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf die Ausbreitung des FSME-Virus durch Zecken in Deutschland?

Weitere Projekte beschäftigten sich unter anderem mit der Optimierung des Lactosenachweises mithilfe elektronischer Parameter, den Anforderungen an eine vertikale Windkraftanlage in einem solarbasierten Microgrid oder mit der Frage, wie der Standort den Einzug in Insektenhotels beeinflusst.

Zu den besonders erfolgreichen Forschungsteams, die ein Problem der Arbeitswelt adressierten, gehören Levi, Sebastian und Noah von der Goetheschule Ilmenau. Sie griffen ein Problem auf, das viele Menschen aus eigener Erfahrung kennen: Lange Wartezeiten bei der Auswertung von Röntgenbildern aufgrund von Personalmangel in Arztpraxen und Krankenhäusern. Gemeinsam entwickelten sie ein KI-gestütztes System zur automatischen Analyse von Röntgenbildern. Es soll eine Vordiagnose ermöglichen und so Radiologinnen und Radiologen bei einer schnelleren Diagnosestellung unterstützen. In einem Krankenhaus wurde es bereits erprobt. Für diese Leistung wurden sie ebenso wie insgesamt sieben weitere Teams mit dem 1. Preis ausgezeichnet und qualifizierten sich für den Landeswettbewerb am 1. April in Jena. 

Über eine Weiterleitung zum Landeswettbewerb durfte sich auch Janina Leistritz, Schülerin der 12spez der Goetheschule Ilmenau, freuen. Juror Dr. Tom Ströhla, Oberassistent am Fachgebiet Mechatronik der TU Ilmenau: 

Die Arbeit über die Modellierung, den Aufbau und die Charakterisierung eines kostengünstigen Tripod-Demonstrators, die du eingereicht hast, hat eine herausragende Qualität und basiert auf einem ganz breiten, interdisziplinären Ansatz, wie wir ihn auch hier an der Fakultät für Maschinenbau verfolgen.

Ausgezeichnet wurde sie daher nicht nur mit dem Sonderpreis der Fakultät Maschinenbau, sondern errang auch den Regionalsieg für das beste interdisziplinäre Projekt, gestiftet von der TU Ilmenau, der Universitätsgesellschaft Ilmenau – Freunde, Förderer, Alumni e. V. und der LINDIG Fördertechnik GmbH. 

 

„Räume zum Ausprobieren und Weiterdenken“

Die TU Ilmenau, die Universitätsgesellschaft und die LINDIG Fördertechnik GmbH engagieren sich bereits seit 2013 als Patenunternehmen für den Regionalwettbewerb. Auch Heiko Röscher von der LINDIG Fördertechnik zeigte sich beeindruckt vom Engagement und Innovationsgeist der Teilnehmenden: 

Wir unterstützen diese Veranstaltung, um den Mut dieser jungen Menschen zu fördern und ihre Innovationen zu stärken. Ich bin schwer beeindruckt vom Stand der Entwicklungen, die sie hier als junge Menschen in den Projekten dargeboten haben. 

„Bleibt neugierig und forscht weiter!“, so Röschers Plädoyer, das ausdrücklich auch für diejenigen gilt, die diesmal nicht am Landeswettbewerb teilnehmen dürfen: Von der ersten Idee über die sorgfältige Umsetzung ihrer Projekte bis hin zur Präsentation vor Jury und Öffentlichkeit sammelten sie – auch dank des ausführlichen Feedbacks der zahlreichen ehrenamtlich engagierten Jurorinnen und Juroren - wertvolle Erfahrungen: Sie stärken ihre fachlichen und persönlichen Kompetenzen und beweisen eindrucksvoll ihr Engagement und ihre Begeisterung für Wissenschaft und Forschung, so Koordinatorin Jenny Gramsch von der TU Ilmenau:

Für mich ist Jugend forscht jedes Jahr ein echtes Highlight, weil man hautnah erlebt, mit wie viel Neugier, Kreativität und Ausdauer junge Menschen an ihre eigenen Forschungsfragen herangehen. Es ist beeindruckend zu sehen, mit welcher fachlichen Tiefe und Selbstständigkeit die Projekte erarbeitet werden – eine Qualität, die auch die Jury begeistert hat. Diese Begeisterung und dieser Forschergeist zeigen, welches enorme Potenzial in unseren Schülerinnen und Schülern steckt und wie wichtig es ist, ihnen früh Räume zum Ausprobieren und Weiterdenken zu geben.

 

Impressionen des Jugend forscht Wettbewerbs 2026