Ob Konrad Zuse, Joseph Weizenbaum oder Altbundeskanzler Helmut Schmidt: Sie alle waren schon einmal Gast bei der Internationalen Studierendenwoche in Ilmenau (ISWI), dem größten Studierendenfestival seiner Art in Deutschland. Alle zwei Jahre verwandelt es seit 1993 Ilmenau in ein Zentrum gelebter Vielfalt und internationaler Begegnung – auch dieses Jahr. 220 junge Menschen aus über 90 Nationen tauschten sich zehn Tage lang untereinander und mit Referentinnen und Referenten zum Veranstaltungsmotto „Macht teilen, Chancen geben und Beteiligung ermöglichen“ aus und lernten die Universitätsstadt, Thüringen und Deutschland kennen und lieben.
Was entsteht und wie es sich anfühlt, wenn Menschen mit vielfältigen Hintergründen und Erfahrungen auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten, Meinungen und Ideen austauschen und aus Fremden Freunde werden, wurde bei der ISWI 2025 vom 12. bis 21. Juni auf dem Campus der TU Ilmenau erlebbar: Organisiert wird die Konferenz alle zwei Jahre von der Initiative Solidarische Welt Ilmenau, einem studentischen Verein, der sich für Völkerverständigung, Frieden und Toleranz einsetzt.
„Einzigartige Perspektiven in die Diskussion eingebracht“
„ISWI war großartig!“, erzählt Debby Shintya, ISWI-Teilnehmerin aus Indonesien. Während der Konferenz wohnte sie bei der Familie ihrer Schwester Mira, die selbst vor vielen Jahren als Studentin zur ISWI nach Ilmenau kam – und blieb. Von der diesjährigen Konferenz war auch Schwester Debby begeistert. In Vorträgen, Diskussionsrunden und insgesamt 15 Arbeitsgruppen – dem Herzstück der ISWI – beschäftigten sich die Studierenden mit unterschiedlichen Aspekten des Hauptthemas „Macht teilen, Chancen geben und Beteiligung ermöglichen“. Während sich andere Gruppen mit Konzepten wie nachhaltigem und fairem Wirtschaften auseinandersetzten oder versuchten, das ideale Bildungssystem zu entwickeln, diskutierte Debby zusammen mit 13 weiteren jungen Menschen den Einfluss der Medien auf unsere Gesellschaft.
Ich bin sehr happy, dass ich an der ISWI teilnehmen konnte, denn ich habe neue Freundschaften mit Menschen aus vielen verschiedenen Teilen der Welt geknüpft. Sie alle haben ihre ganz eigenen, einzigartigen Perspektiven in unsere Diskussionen eingebracht, und ich habe gelernt, diese Unterschiede zu verstehen und zu schätzen.
Gesprochen wurde nicht nur über verschiedenste Herausforderungen. Gemeinsam erarbeiteten die Studierenden auch Lösungen, so Debby:
Mansor und Deylem, unsere Gruppenleiter, waren sehr aufgeschlossen und haben es verstanden, die verschiedenen Standpunkte während unserer Gruppendiskussionen zu moderieren.
Versteckte Schätze der Stadt erkundet
Ihre Begeisterung trugen die Teilnehmenden auch in die Stadt: Beim World Food Festival und einem internationalen Karneval verschmolzen verschiedenste traditionelle Kleidung, Gerichte, Tänze und Klänge zu einem einzigartigen musikalischen und kulinarischen Erlebnis. Umgekehrt zog es auch viele Ilmenauerinnen und Ilmenauer sowie ehemalige Studierende zur Games Night, der interkulturellen Dance Night und dem großen ISWI-Open Air Festival auf den Campus – für Ana Martinez aus Costa Rica ein unvergessliches Erlebnis:
An der ISWI teilzunehmen war eine der bereicherndsten Erfahrungen meines Lebens – nicht nur, weil ich die Schönheit Deutschlands genießen konnte, sondern auch weil ich die Gelegenheit hatte, mit wunderbaren Menschen aus aller Welt in Kontakt zu treten. Wir haben an tollen Aktivitäten wie der Arts Night teilgenommen, aber es war auch herrlich, die Straßen von Ilmenau und die versteckten Schätze der Stadt zu erkunden. Ich werde nie genug von den Thüringer Bratwürsten bekommen!
„Das Gefühl, zur Familie zu gehören“
Möglich gemacht haben diese Erfahrungen ein engagiertes studentisches Organisationsteam sowie viele Menschen aus Ilmenau, Studierende und Mitarbeitende der Universität, wie Nick Faulwetter vom ISWI e.V. berichtet:
Trotz der Herausforderungen, vor die uns das Ordnungsamt kurz vor der Studierendenwoche gestellt hat, konnten wir die Veranstaltungen erfolgreich durchführen. Unser besonderer Dank geht an die Gastgeber*innen, die auch dieses Jahr wieder Schlafplätze für die Teilnehmenden zur Verfügung gestellt haben. Auch den vielen Helfenden, Sponsoren, Vereinen und der TU Ilmenau sind wir sehr dankbar, denn ohne ihre Unterstützung wäre die ISWI nicht möglich gewesen.
Ummara Sheraz, Masterabsolventin in Medien- und Kommunikationswissenschaften und Mitorganisatorin der ISWI, ergänzt:
Der Enthusiasmus und die Offenheit der Mitarbeitenden der TU Ilmenau waren wesentlich für den Erfolg der Veranstaltung und die einladende Atmosphäre, die wir während dieser unvergesslichen Woche geschaffen haben.
Dieses Gefühl nimmt auch Politik-Studentin Ana Martinez mit nach Hause nach San José:
Ein großer Teil dessen, was diese ISWI-Erfahrung so wunderbar gemacht hat, waren definitiv unsere Gastgeber. Vom ersten Tag an empfingen sie uns mit einer solchen Herzlichkeit und gaben uns das Gefühl, zur Familie zu gehören. Ich habe mich in dieses Land verliebt und werde auf jeden Fall wiederkommen.