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Wenn Physik zum Erlebnis wird

Eine Woche lang kehrte am Institut für Physik der TU Ilmenau der Sommer zurück an die Universität: Beim Ilmenauer Physiksommer vom 7. bis 11. September experimentierten, forschten und diskutierten 23 Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe aus ganz Deutschland über die Grundlagen von Materie und modernen Werkstoffen.

Zwei junge Frauen bei einem Physikexperiment Hannes Gerlach
Physikstudentin Tomke Bronsema erklärt den Fotoeffekt, bei dem Licht Elektronen aus einem Metall befreit. Dieses Experiment trug maßgeblich zur Vorstellung von Licht als Teilchen bei.

Unter dem Motto „Von der Materie zum Material“ standen unter anderem Materialien im Mittelpunkt, die bei sehr tiefen Temperaturen elektrischen Strom ohne Widerstand leiten und damit vor allem für Anwendungen in Quantencomputern spannend sind. Aber auch Halbleiter und optische Technologien spielten eine Rolle. Geleitet wurde die diesjährige Veranstaltung erneut von Experimentalphysiker und Thüringer Forschungspreisträger Professor Jörg Kröger.

Wir haben den Bogen diesmal von der Grundlagenforschung, die erstmal mikroskopisch schaut, wie Materie auf atomarer Skala funktioniert, bis hin zur Frage gespannt, wie man die Ergebnisse dieser Forschung in die Anwendung bringt. Denn das spiegelt ja die Zusammenarbeit von Physikerinnen und Physikern mit Ingenieuren und Ingenieurinnen hier an der Universität wider.

In kleinen Gruppen arbeiteten die Teilnehmenden an Projekten zu Themen wie Laserphysik, Halbleiterbauelementen, Festplatten, Leuchtdioden oder supraleitenden Sensoren. Unterstützt von studentischen Tutorinnen und Tutoren recherchierten sie, führten Experimente durch und werteten ihre Ergebnisse aus. Prof. Kröger erklärt:

Dass die Schülerinnen und Schüler von einem studentischen Tutorenteam betreut werden, senkt die Hemmschwelle, Fragen zu stellen. Das macht das Ganze sehr locker und verleiht der Woche studentisches Flair.

Im Zentrum des Physiksommers stand das eigene Experimentieren. Bei Versuchen aus dem Grundpraktikum der Physik konnten die Schülerinnen und Schüler selbst messen, justieren und beobachten und dabei erleben, wie aus Messdaten physikalische Erkenntnisse gewonnen werden. Vorlesungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der TU Ilmenau und des CiS Forschungsinstituts, eines An-Instituts der TU Ilmenau, ergänzten die praktischen Arbeiten.

„Ich fand es super interessant, weil dieses Jahr viel Technisches dabei war, was mich an der Physik besonders anspricht“, so der 16-jährige Norik. „Auch die Arbeit mit den Tutoren in den Gruppen fand ich richtig gut – man konnte viel gemeinsam arbeiten und lernen, hatte aber gleichzeitig viel Spaß.“

Davon profitierten umgekehrt auch die Studierenden der Universität, wie Tutorin Rose von Stackelberg erzählt:

Als Tutorin arbeitet man das Thema nochmal ganz anders auf als in der Vorlesung, in der komplizierte Gleichungen aufgeschrieben werden und irgendwann das Ergebnis herauskommt. Für den Physiksommer mussten wir uns dagegen intuitive und anschauliche Erklärungen überlegen und die Themen so tief verstehen, dass wir sie auch wirklich gut erklären können.

Neben der Physik lernten die Jugendlichen auch den Campus und das studentische Leben in Ilmenau kennen. Gemeinsame Aktivitäten und Freizeitangebote wie ein Ausflug zur Rodelbahn rundeten die Woche ab – und schweißten die Gruppe zusammen. So erlebte es auch Prof. Kröger:

Es war eine hochmotivierte, bunte Rasselbande und alle hatten viel Spaß – insbesondere beim Praktikum. Das war eine lockere Atmosphäre, und alle haben prima zusammengehalten, obwohl die Gruppen aus vielen verschiedenen Bundesländern kamen – von Ostfriesland über das Saarland, Baden-Württemberg und Bayern, Hessen, Thüringen bis nach Sachsen..

Zum Abschluss präsentierten die Gruppen ihre Projekte in Kurzvorträgen. Die besten Beiträge wurden ausgezeichnet – und begeisterten auch die Physikstudentin und Tutorin Tomke Bronsema:

Es war dieses Jahr besonders beeindruckend, wie die Schüler wirklich sehr komplexe Themen innerhalb von einer Woche so gut verstanden haben.

So bot der Physiksommer nicht nur spannende Einblicke in aktuelle Forschung und moderne Materialien, sondern auch die Gelegenheit, Universität ganz praktisch zu erleben – vielleicht als ersten Schritt auf dem Weg zum eigenen Physikstudium.

Auch der MDR hat einen Blick ins Physiklabor geworfen. Den Beitrag gibt es hier: www.mdr.de/tv/programm/sendung-5081936.html[bei 6:57 min].

Kontakt

Prof. Jörg Kröger

Leiter des Fachgebiets Experimentalphysik I / Oberflächenphysik

Impressionen Physiksommer 2026