„Hier können Sie heute Dinge sehen, von denen Sie nicht gedacht hätten, dass es sie in Ilmenau gibt.“ Mit diesen Worten eröffnete TU-Präsident Prof. Kai-Uwe Sattler die Ilmenauer Wissenschaftsnacht 2026 – und behielt recht. Bei herrlichem Sommerwetter machten die Technische Universität Ilmenau, die Stadt Ilmenau, der Ilm-Kreis und der Thüringer Bogen am 20. Juni gemeinsam mit zahlreichen Partnern, Unternehmen und studentischen Vereinen Ilmenauer Spitzenforschung und Innovation für tausende Gäste erlebbar – verständlich, spannend und interaktiv. Und erhielten dabei großen Zuspruch.
Vom Campus über die Innenstadt bis zum Gewerbegebiet Am Vogelherd öffneten Labore, Institute und Unternehmen ihre Türen und zeigten, was den Wissenschafts- und Technologiestandort Ilmenau auszeichnet: die enge Zusammenarbeit von Universität, außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Hightech-Unternehmen und Gründungsförderung. Eine der großen Stärken des Standorts zog sich dabei wie ein roter Faden durch den Abend: Präzision als Grundlage vieler Technologien, die unseren Alltag sicherer, nachhaltiger und komfortabler machen.
Freundschaftlicher Wettbewerb zum Auftakt
Schon am frühen Nachmittag sorgte zunächst jedoch ein E-Kart-Rennen zwischen Oberbürgermeister Dr. Daniel Schultheiß und TU-Präsident Prof. Kai-Uwe Sattler in der Ilmenauer Innenstadt für einen rasanten Auftakt. Im Audimax folgte eine Premiere: Unter dem Motto „Musik trifft Wissenschaft“ eröffnete die Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach gemeinsam mit dem Kammerchor der TU Ilmenau die Wissenschaftsnacht musikalisch. Filmmusik aus „A Beautiful Mind“ und „Interstellar“ und die ebenso ungewöhnliche wie unterhaltsame „Hauptsatzkantate“ schlugen eine Brücke zwischen Wissenschaft und Kultur.
Nach einer mitreißenden Trommel-Show von Aipalé, der Coburger Axé Sambaschule, eröffneten Universitätspräsident Prof. Kai-Uwe Sattler, Ilmenaus Oberbürgermeister Dr. Daniel Schultheiß und Dr. Thomas Scheller von der Wirtschaftsförderung des Ilm-Kreises die Wissenschaftsnacht auch offiziell.
Kurz danach ging es auf dem Campus noch einmal sportlich zu: Egal ob Familie oder Einzelperson: Bei der Ilmcross Challenge des Universitätssportzentrums galt es, auf der 2 Kilometer langen Strecke Hindernisse zu überwinden oder sich durch Reifensandwiches zu winden. Die strahlenden Gesichter derjenigen, die den Parcours erfolgreich überwanden, sprachen für sich.
Präzision zum Anfassen
Anschließend wurden Wissenschaft und Präzision an mehr als 170 Stationen erlebbar. Besucherinnen und Besucher beobachteten, wie mit modernster Lasermesstechnik kleinste Bewegungen sichtbar werden, blickten in Reinräume, in denen Mikro- und Nanostrukturen entstehen, oder erfuhren, wie selbst winzigste Kräfte, Temperaturen und Materialveränderungen zuverlässig gemessen werden. Forschung, die sonst im Verborgenen stattfindet, wurde verständlich und greifbar und faszinierte Groß und Klein. Denn auch die Allerkleinsten durften bei einer Stempelrallye Aufgaben lösen und sich über kleine Preise freuen.
Präzision zeigte sich aber auch dort, wo Forschung in die Industrie überführt wird oder unmittelbar im Alltag ankommt: Besucher steuerten aus einem Universitätslabor heraus einen echten Traktor auf dem Gelände des Fraunhofer IOSB-AST, testeten einen Roboter-Blindenführhund und Smart-City-Anwendungen, bestaunten einen futuristisch anmutenden Robobus, blickten in virtuelle Welten oder erlebten am Fraunhofer IDMT, wie Künstliche Intelligenz Borkenkäferbefall erkennt, Maschinen überwacht und manipuliertes Audio- und Videomaterial erkennt oder wie Innovation in Serienfahrzeugen von Mercedes-Benz klingt. Demonstrationen der An-Institute der TU Ilmenau wie dem IMMS oder dem CiS machten aus komplexer Spitzenforschung ein unmittelbares Erlebnis zum Anfassen und Mitmachen.
Auch in der Innenstadt ließ sich Innovation entdecken: Besucherinnen und Besucher erhielten erstmals Einblicke in das neue Terminal M am Ilmenauer Bahnhof und erfuhren schon vor der Eröffnung, welche technischen Lösungen im hochmodernen Parkhaus stecken.
Wissenschaft in Wirtschaft übersetzt
Bis in die späten Abendstunden waren Hörsäle, Labore und Veranstaltungsorte hervorragend besucht. Die Wissenschaftsnacht zeigte eindrucksvoll, wie viel Spitzenforschung, Hightech und Innovationskraft sich in Ilmenau auf engstem Raum bündeln. Und dass Präzision in Ilmenau weit mehr ist als exakte Messtechnik: Sie ist die Grundlage für Innovationen in Mobilität, Produktion, Kommunikation, Medizintechnik und Künstlicher Intelligenz und damit für Lösungen, die den Alltag von morgen prägen.
Oder, wie es Oberbürgermeister Dr. Daniel Schultheiß am Ende des Abends treffend formulierte:
Nirgends sonst sieht man so gut, wie sich Wissenschaft in Wirtschaft übersetzen lässt.