Forschung

GreenTrans-Edu-Cluster unterwegs in Europa

Wissenschaftscamp und Besuche der indonesischen und philippinischen Partner in Deutschland, Frankreich und Belgien

Vom 28. September bis zum 10. Oktober 2026 empfing die TU Ilmenau Partner des GreenTrans-Edu-Clusters zu ihrem zweiten Wissenschaftscamp und einem Besuch der strategischen Partner. Ziel der Aktivitäten war es, gemeinsam an Projekten zur nachhaltigen Entwicklung, insbesondere im Kontext erneuerbarer Energien und der Bodenqualität, zu arbeiten.

Viele Personen vor Universitätsgebäude Pavel Chatterjee
Im Rahmen des EU-Projekts GreenTrans-Edu empfing die Technische Universität Ilmenau Partnerhochschulen aus der EU und der ASEAN zu einem internationalen Wissenschaftscamp

Der Präsident der TU Ilmenau, Prof. Kai-Uwe Sattler, begrüßte die Delegation an der TU Ilmenau und hob die Bedeutung internationaler Netzwerke und der Zusammenarbeit für die Universität hervor. Die Aktivitäten fanden nicht nur an der TU Ilmenau statt, sondern auch an der Technischen Universität Compiègne (UTC), einer französischen Partneruniversität der TU Ilmenau in der europäischen Hochschulallianz SUNRISE, der Europäischen Kommission in Brüssel und an der Fachhochschule Erfurt. 

Rund 25 Wissenschaftler und Studierende aus sechs Hochschulen in der EU und der ASEAN kamen zusammen, um gemeinsam zu den Themen erneuerbare Energien, Bodenqualität und Nachhaltigkeitskommunikation zu forschen. Einige der gemeinsamen Forschungsergebnisse werden die Grundlage für ein interdisziplinäres Lehrmodul zum Thema „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ bilden. 

Der Cluster ist eine von der EU finanzierte Initiative im Rahmen des EU-ASEAN-Pakets für nachhaltige Konnektivität, Programm für Hochschulbildung (SCOPE-HE), das darauf abzielt, die nachhaltige Zusammenarbeit und Konnektivität zwischen der EU und der ASEAN zu stärken, und vom Deutschen Akademischen Austauschdienst DAAD und der niederländischen Organisation für Internationalisierung im Bildungswesen Nuffic umgesetzt wird.

Entwicklung gemeinsamer Forschungsperspektiven

Während der Veranstaltung hatten die Wissenschaftler aus den ASEAN-Staaten und der EU nicht nur die Gelegenheit, gemeinsam an ihrem Forschungsprojekt zu arbeiten, sondern auch die Forschungs- und Lehreinrichtungen ihrer Partneruniversitäten in der EU kennenzulernen. „Persönliche Netzwerke, die Entwicklung gemeinsamer Forschungsperspektiven und Kenntnisse über die Struktur der Partneruniversitäten sind für eine langfristige Partnerschaft zwischen Hochschulen mit unterschiedlichen akademischen Systemen und Kulturen von großer Bedeutung. Dies sind wesentliche Ziele, die wir mit diesen Aktivitäten erreichen möchten“, sagte Prof. Jens Wolling von der TU Ilmenau, der Vorsitzender des Clusters ist.

Darüber hinaus nahmen die Wissenschaftler an Treffen mit den internationalen Büros und den Präsidien der jeweiligen Hochschulen teil, um Möglichkeiten einer langfristigen Zusammenarbeit zu erörtern. Die Gruppe besuchte zudem die Europäische Kommission in Brüssel, um die politischen Entscheidungsprozesse der EU besser zu verstehen. Prof. Dr. Martin Morgeneyer, Mitglied des Clusters und Inhaber einer Jean-Monnet-Professur, war Gastgeber der Aktivitäten an der UTC und in Brüssel. Er betonte: 

Ich halte es für wichtig, aus erster Hand zu erfahren, wie die politischen Entscheidungsprozesse der EU ablaufen und welche Werte sie leiten. Wir hatten während des Besuchs bei der Europäischen Kommission eine sehr lebhafte Diskussion, und ich halte es auch für hilfreich, dass die Kommission Rückmeldungen zu ihrer Politik aus der Perspektive der ASEAN-Kollegen erhalten hat.

„Dieser Cluster zeigt, wie Wissenschaftskooperation aussehen kann"

Camar Ameril, ein Nachwuchswissenschaftler auf dem Gebiet der Bodenqualität von der Mindanao State University, sagte, die Erfahrung während des Aufenthalts habe ihm in vielerlei Hinsicht neue Perspektiven eröffnet. 

Die Exkursion in den Thüringer Wald war für mich ein beeindruckendes Erlebnis, da ich die aktuellen Herausforderungen im Bereich der Biodiversität mit eigenen Augen sehen konnte und erfahren habe, wie Wissenschaftler an Hochschulen zur Lösung des Problems beitragen. Das zeigt die praktische Relevanz unserer Forschung!

Er fügte hinzu, dass die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen anderer Disziplinen ihm verdeutlicht habe, wie wichtig interdisziplinäres Arbeiten ist. Prof. Dr. Björn Machalett, ebenfalls Bodenkundler an der Fachhochschule Erfurt, hob unterdessen die Möglichkeit hervor, im Rahmen dieses Clusters vergleichende Forschung zu betreiben. 

Ich verfüge bereits über ein Forschungsnetzwerk mit der President University in Indonesien, und dieses Netzwerk bietet großes Potenzial, die Forschung auszuweiten und auch auf den Philippinen vergleichende Untersuchungen durchzuführen.

Anna Agustina, Dekanin der Fakultät für Kommunikation an der Universitas Pancasila und ebenfalls Mitglied des Clusters, hofft, dass die Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen auch nach dem Ende des Projekts im Dezember 2027 fortgesetzt wird. 

Dieser Cluster zeigt, wie Wissenschaftskooperation aussehen kann. Wir lernen viel voneinander und hoffen, dass diese Verbindung zu einer gleichberechtigten Partnerschaft zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in der EU und der ASEAN beitragen wird.

Den Abschluss der Veranstaltungen bildete ein internationales Symposium zum Thema „Nachhaltigkeitswandel im Hochschulwesen“, das von der Fachhochschule Erfurt ausgerichtet wurde. Die dem Cluster angehörenden Hochschulen stellten vor, wie sie Nachhaltigkeit in Lehre, Forschung, Campusmanagement sowie in die akademische und persönliche Entwicklung von Studierenden und Mitarbeitern integrieren. Auch mehrere andere Hochschulen in Thüringen trugen mit Vorträgen dazu bei. Dr. Mira Rochyadi-Reetz, Initiatorin und Projektleiterin des GreenTrans-Edu-Projekts an der TU Ilmenau, sagte:

Die Leitung eines solchen interdisziplinären und interkulturellen Projekts ist eine Herausforderung. Gleichzeitig ist es eine Freude, Kontakte zu knüpfen und Brücken zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem Globalen Norden und dem Globalen Süden zu schlagen, was hoffentlich zu einer langfristigen Zusammenarbeit führen wird.

Impressionen

Kontakt

Prof. Jens Wolling

Fachgebiet Empirische Medienforschung und Politische Kommunikation