Forschung

Machine Learning im Fokus: Konferenz in Ruanda diskutiert Anwendungen in Mathematik und KI

Kigali wurde Ende September zum Treffpunkt führender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Nachwuchsforschender und Industrievertreter aus aller Welt: Im Mittelpunkt der 2nd International African Conference on Machine Learning, Optimization and Applications (MLOA2025) unter Leitung von Dr. rer. nat. habil. Abebe Geletu W. Selassie, Inhaber des Forschungslehrstuhls für Mathematik und ihre Anwendung am African Institute for Mathematical Sciences (AIMS) in Ruanda, und Prof. Pu Li, Leiter des Fachgebiets Prozessoptimierung der TU Ilmenau, standen die neuesten Entwicklungen und Anwendungen in Machine Learning und Optimierung.

Vortragender vor Publikum bei einer Konferenz AIMS Rwanda
Die 2nd International African Conference on Machine Learning, Optimization and Applications (MLOA2025) in Kigali stand unter Leitung von Dr. rer. nat. habil. Abebe Geletu W. Selassie, Inhaber des Forschungslehrstuhls für Mathematik und ihre Anwendung am African Institute for Mathematical Sciences (AIMS) in Ruanda, und Prof. Pu Li (hier im Bild), Leiter des Fachgebiets Prozessoptimierung der TU Ilmenau.

Wie lassen sich Machine-Learning-Modelle noch präziser und verlässlicher machen und verantwortungsvoll für reale Probleme und Herausforderungen in Europa und auf dem afrikanischen Kontinent nutzen? Um Antworten auf diese Frage zu finden, bot die Konferenz eine Fülle an Sessions und Keynotes renommierter Wissenschaftler, darunter Prof. Boris Mordukhovich, Distinguished Professor of Mathematics an der Wayne State University und Träger des Lanchester Prize 2025, und Prof. Lars Grüne, Professor und Leiter der Lehrstuhls für Angewandte Mathematik an der Universität Bayreuth und SIAM Fellow 2025. Eröffnet wurde die Konferenz von Prof. Blaise Tchapnda, Academic Director des AIMS Rwanda.

Auch Ilmenauer Forschende und Promovierende nahmen die Gelegenheit wahr, eigene Projekte zu präsentieren und sich mit internationalen Expertinnen und Experten auszutauschen. Die Bandbreite der vorgestellten Arbeiten reichte von intelligenten modellprädiktiven Steuerungssystemen über zuverlässiges Deep Learning und Echtzeitmodellierung mit physik-informierten neuronalen Netzen bis hin zu Anwendungen in Landwirtschaft und Umweltmodellierung.

Am zweiten Konferenztag stand die Frage im Mittelpunkt, wie sich Maschine Learning und Optimierung anwenden lassen, um drängende Herausforderungen auf dem afrikanischen Kontinent zu adressieren. „Diskussionen über nachhaltige Energie, Robotik und praxisnahe Anwendungen machten deutlich: Machine Learning hat längst den Laborraum verlassen und wirkt direkt in der Gesellschaft“, so Prof. Pu Li. 

Besonders beeindruckt zeigte sich der Ilmenauer Wissenschaftler vom Engagement junger afrikanischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler: 

Viele arbeiteten mit großem Enthusiasmus daran, KI-Lösungen für lokale Herausforderungen zu entwickeln – etwa für die Optimierung des Kraftstoffverbrauchs von Fahrzeugen auf den hügeligen Straßen Ruandas mithilfe datengetriebener Methoden.

Die größte Herausforderung liege dabei oft in der Verfügbarkeit präziser Daten, die mit Hilfe moderner Sensortechnik und Bildverarbeitung generiert werden müssten. 

Doch gerade hier wie auch im Bereich der Promotionen bieten sich wertvolle Ansatzpunkte für gemeinsame Forschung und zukünftige Kooperationen zwischen Afrika und Europa.

MLOA2025 war damit nicht nur ein Forum für wissenschaftlichen Austausch, sondern auch eine Plattform, die den Grundstein für neue, grenzüberschreitende Partnerschaften legte. Kibremoges Fenta, Wissenschaftler am AIMS Research and Innovation Centre, resümiert: 

Diese Konferenz war weit mehr als nur ein wissenschaftliches Treffen – sie hat eine Gemeinschaft von Forschenden aus verschiedenen Gebieten und Mathematikerinnen und Mathematikern vereint, die sich dafür einsetzen, Künstliche Intelligenz, Optimierung und Mathematik zu nutzen, um die drängendsten Herausforderungen unserer Zeit in Chancen zu verwandeln. Und sie war ein Aufruf, eine wirkungsvolle, ethische und kooperative KI für Afrika und darüber hinaus zu gestalten.

Die MLOA2025 wurde von der Alexander von Humboldt-Stiftung, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen einer Hochschulkooperation der Technischen Universität Ilmenau und des African Institute for Mathematical Sciences (AIMS) in Ruanda gefördert.

 

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Prof. Pu Li

Fachgebietsleiter Prozessoptimierung