Wie entstehen erfolgreiche europäische Forschungsprojekte? Und was braucht es, damit aus vielen einzelnen Ideen tragfähige internationale Kooperationen werden? Ende April wurde die TU Ilmenau für fünf Tage zum Treffpunkt für den Austausch zu genau diesen Fragen.
Im Rahmen eines ERASMUS+-Blended Intensive Programmes (BIP) kamen 15 Forschungsreferentinnen und Forschungsreferenten aus verschiedenen Partneruniversitäten der SUNRISE-Allianz nach Ilmenau, um sich über zentrale Aspekte der europäischen Forschungsförderung auszutauschen und neue Formen der Zusammenarbeit zu entwickeln.
Im Mittelpunkt standen dabei ganz praktische Fragen aus dem Alltag der Forschungsförderung: Wie gelingt eine erfolgreiche Antragstellung im Rahmen von Horizon Europe? Welche Faktoren entscheiden über die Bewilligung komplexer Verbundprojekte? Und wie lassen sich Konsortien so gestalten, dass aus guten Ideen tragfähige internationale Kooperationen entstehen?
Neben dem Erfahrungsaustausch wurde intensiv darüber diskutiert, wie digitale Werkzeuge – insbesondere Künstliche Intelligenz – die Arbeit im Wissenschaftsmanagement bereits heute verändern. Anhand konkreter Beispiele reflektierten die Teilnehmenden, wie sich Prozesse effizienter gestalten lassen und welche neuen Möglichkeiten sich dadurch in der Projektentwicklung ergeben.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der strategischen Weiterentwicklung der SUNRISE-Allianz. Die Teilnehmenden erarbeiteten Ansätze für engere Kooperationen bei künftigen Anträgen, eine stärkere Vernetzung in der Doktorandenbetreuung sowie eine intensivere gemeinsame Nutzung von Forschungsinfrastrukturen.
Dass diese Zusammenarbeit bereits konkrete Ergebnisse hervorbringt, zeigt ein erster Zwischenstand: Im ersten Jahr der Allianz wurden 15 gemeinsame Anträge eingereicht, vier davon bereits erfolgreich bewilligt. Gleichzeitig bestand Einigkeit darüber, dass das Potenzial für weitere gemeinsame Projekte deutlich darüber hinausgeht.
Das Treffen in Ilmenau markiert damit einen wichtigen Schritt hin zu einer strategisch engeren Verzahnung der Forschungsförderberatung innerhalb der SUNRISE-Allianz. Ziel ist es, die Zahl gemeinsamer Projekte weiter zu erhöhen und die europäische Forschungskooperation nachhaltig zu stärken. Gastgeber Thomas Mirow vom EU-Büro im Referat Forschungsservice und Technologietransfer an der TU Ilmenau:
Die Woche hat gezeigt, dass echte Fortschritte in der europäischen Forschungsförderung dort entstehen, wo wir über institutionelle Grenzen hinweg zusammenarbeiten. Forscherinnen und Forscher tun das schon immer - SUNRISE bietet dafür nun den Rahmen, den wir brauchen, um auch die Strukturen der Forschungsförderung zu vernetzen, gemeinsam erfolgreicher in der strategischen Zusammenarbeit zu sein.