In memoriam Prof. Christian Knedlik

Am 18. September 2024 verstarb im Alter von 83 Jahren der langjährige Leiter des Institutes für Werkstofftechnik, Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Dr. rer. nat. Christian Knedlik.

In seiner langjährigen und erfolgreichen Tätigkeit als Leiter des Fachgebietes Werkstoffe der Elektrotechnik hat er die Entwicklung der Werkstoffwissenschaft an der TU Ilmenau in Lehre und Forschung und die universitäre werkstoffkundliche Ausbildung mitgeprägt und mitgestaltet und hat damit maßgeblichen Anteil an der Festigung des guten Rufs und des internationalen Ansehens der Technischen Universität Ilmenau.

Foto von Prof. Knedlik in einem dunkelblauen Rahmen privat

Christian Knedlik wurde am 31. August 1941 in Rochlitz (Sachsen) geboren. Seine akademische Laufbahn ist eng mit der TH / TU Ilmenau verbunden. Nach dem Studium der Technischen Physik von 1960 bis 1966 hat er seine wissenschaftliche Tätigkeit im Institut für Werkstoffkunde und zerstörungsfreie Werkstoffprüfung aufgenommen und ab 1970 in der Sektion Physik und Technik elektronischer Bauelemente (PHYTEB) als wissenschaftlicher Oberassistent fortgeführt. 1973 wurde Prof. Knedlik mit einer Dissertation zur Dicken- und Flächenwiderstandmessung dünner Metallschichten mit dem Tastspul-Wirbelstromverfahren zum Dr. rer. nat. promoviert. In der Folgezeit wendete er sich der Erforschung von Werkstoffproblemen in Kontakt- und Leitbahnsystemen elektronischer Bauelemente zu. 1975 / 76 absolvierte Prof. Knedlik einen 10-monatigen Forschungsaufenthalt an der STU Bratislava und summierte die Ergebnisse zur werkstoffwissenschaftlichen Klärung des Kontaktverhaltens innerer Kontakte in elektronischen Bauelementen in seiner Habilitation. Für eine Hochschullehrerlaufbahn erwünschte Erfahrungen im außeruniversitären Bereich erarbeitete sich Prof. Knedlik im Rahmen eines Industrieeinsatzes von 1979 bis 1983 als Gruppenleiter für technologische Investvorbereitung im VEB Elektroglas Ilmenau.

1981 erfolgte seine Berufung zum Honorardozenten,1983 zum Hochschuldozenten für „Werkstoffe der Elektrotechnik“, 1987 zum außerordentlichen Professor, 1989 zum ordentlichen Professor für Werkstoffwissenschaft und schließlich 1996 zum Universitätsprofessor.

Prof. Knedlik leitete von 1989 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2007 das Fachgebiet Werkstoffe der Elektrotechnik und war in diesem Zusammenhang entscheidend an der Umgestaltung bestehender und dem Aufbau neuer effizienter Organisationsformen und -strukturen beteiligt.  Exemplarisch sollen hier das 1997 gegründete Institut für Werkstofftechnik, die Studienrichtung „Werkstoffe“ im Studiengang Elektrotechnik sowie der Verbundstudiengang „Werkstoffwissenschaft“ - Thüringer Modell als neue Studienform in der Werkstoffausbildung, das Prüfzentrum Schicht- und Materialeigenschaften als Außenstelle der MFPA Weimar an der TU Ilmenau und das 2002 eingerichtete Zentrum für Mikro- und Nanotechnologien mit dem Analytikbereich genannt sein.  Als Prodekan der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik hat Prof. Knedlik den Prozess der Umstellung der Diplomstudiengänge der Fakultät auf das zweistufige Ausbildungssystem erfolgreich koordiniert.

Prof. Knedlik war Mitglied in zahlreichen Fachausschüssen und Arbeitskreisen mit den Schwerpunkten zerstörungsfreie Werkstoffprüfung, Materialcharakterisierung, Werkstoffe der Mikrosytemtechnik, Mikro- und Nanotechnologien und Mitglied im Sonderforschungsbereich SFB 622 „Nanopositionier- und Nanomessmaschinen.

Die von Prof. Knedlik geleiteten Forschungsarbeiten umfassten ein breites Spektrum aus den Bereichen Werkstoffentwicklung, -charakterisierung und -prüfung, wie z.B. Schichtdickenmessung, Stabilität von Kontakt- und Leitbahnsystemen, neuartige Funktionswerkstoffe, Analyse von Flüssigmetall-Legierungen, nanopartikelinduzierte Oberflächenmodifikation, Computersimulation von Materialparametern.  

Als Hochschullehrer hat Prof. Knedlik eine große Zahl von Studenten verschiedener Fachrichtungen in die geheime Welt der Werkstoffe eingeführt und eine Vielzahl von Diplomarbeiten und Dissertationen betreut. Er war Mitautor am Hochschullehrbuch „Werkstoffprüfung“ und an drei Lehrbriefen „Werkstoffe der Elektrotechnik“ und Autor zahlreicher Vorlesungsmanuskripte.

Nachhaltige Verdienste hat sich Prof. Knedlik um die äußerst erfolgreiche und fruchtbare wissenschaftliche Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl Mikroelektronik der Slowakischen Technischen Universität Bratislava erworben, die er seitens der TU Ilmenau über fast 2 Jahrzehnte koordiniert hat. Für seinen herausragenden Beitrag wurde er 1997 mit der Ehrenmedaille der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik der STU und 2006 mit der Ehrenmedaille der STU Bratislava geehrt.

Für seine Lebensleistung, seine engagierte und umsichtige Arbeit werden wir ihm in lebendiger Erinnerung behalten und ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren und in seinem Sinne weiterarbeiten.

 

Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik
Institut für Werkstofftechnik
Fachgebiet Werkstoffe der Elektrotechnik