Mit modernster Studiotechnik, kreativer Lehre und innovativer Forschung prägt das Medienlabor der TU Ilmenau seit 25 Jahren die Ausbildung in der Medientechnik – und blickt zum Jubiläum stolz auf ein Vierteljahrhundert Medienkompetenz und Innovation und eine Erfolgsgeschichte mit Zukunft.
Als das Medienlabor im August 2000 erstmals in den Probebetrieb ging, war es kein Geringerer als der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder, der das Film- und Fernsehstudio an der TU Ilmenau gemeinsam mit Thüringens Ministerpräsident Bernhard Vogel und der Vorsitzenden des Wissenschaftsrats Professorin Dagmar Schipanski einweihte. Seit das Labor zwei Monate später auch offiziell in Betrieb ging, ist es mit seiner Ausstattung für hochwertige Film-, Fernseh- und Tonstudioproduktionen zu einem wichtigen Bestandteil in Lehre und Forschung am Institut für Medientechnik (IMT) sowie des Ilmenauer Studentenfernsehfunks (iSTUFF) geworden und seit 2022 Teil des Ilmenau Interactive Immersive Technologies Center (I3TC), einem von vier technologischen Zentren der TU Ilmenau.
Bei einem Empfang mit aktuellen und ehemaligen Mitarbeitenden sowie Studierenden der Medieningenieurwissenschaften (MIW) und Vereinsmitgliedern von iSTUFF blickte die Universität Mitte Oktober auf 25 Jahre Medienlabor zurück – und nach vorne. „Ein Vierteljahrhundert, das gezeigt hat, wie sich Forschung und Lehre, Theorie und Praxis in nahezu perfekter Weise miteinander verbinden lassen“, so I3TC-Direktor Professor Wolfgang Broll.
Von der Vision zum Vorbild
„Ungefähr zwei Stunden vor dem Besuch Gerhard Schröders ging erst der Rechner, mit dem wir ihm etwas zeigen wollten“, erinnert sich Initiator Professor Hans-Peter Schade an die Anfänge, in denen sich meterweise Kabel durch das Studio wanden. Dieser Moment war der Höhepunkt einer außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte, die schon im April 1993 mit dem Start des Modellversuchs „Elektronische Medientechnik“ begonnen hatte.
Das von Professor Schade initiierte Pilotprojekt war das erste Ausbildungsangebot in der Medientechnologie deutschlandweit. Die Nachfrage war groß. Und so entstanden drei Jahre später gleich drei Medienstudiengänge, die technische, wirtschaftliche und kommunikationswissenschaftliche Inhalte kombinierten: Medientechnologie (seit 2024 Medieningenieurwissenschaften), Angewandte Medien- und Kommunikationswissenschaft sowie Medienwirtschaft (seit 2025 Digital Business – Medienwirtschaft und digitale Märkte). Diese interdisziplinäre Herangehensweise wurde als „Ilmenauer Modell“ bekannt und prägt bis heute die Ausbildung von Studierenden der Medien-, Kommunikations-, Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften an der TU Ilmenau. Auch Bundeskanzler Schröder bescheinigte der Universität damals Modellcharakter:
Das ist eine Erfolgsstory, die hier geschrieben worden ist.
Hightech auf ARD-Niveau
Um die technologische Basis für eine zukunftsweisende medientechnologische Ausbildung zu schaffen, entstand am neu gegründeten und von Professor Karlheinz Brandenburg geleiteten Institut für Medientechnik (IMT) mit Unterstützung des Landes Thüringen, des Bundes und der Deutschen Forschungsgemeinschaft ein hochmoderner Studiokomplex.
Damit verfügte die TU Ilmenau nicht nur über ein klassisches Film- und Fernsehstudio mit Audioregie und Videoschnittplatz, das, so Professor Hans-Peter Schade, „mit 200 Quadratmetern genauso groß wie das ARD-Hauptstadtstudio in Berlin“ war, sondern kurz darauf auch – deutschlandweit einzigartig – über ein virtuelles Studio, in dem reale und computergenerierte Welten kombiniert werden:
Dies machte die TU Ilmenau führend in der Ausbildungs- und in der Rundfunklandschaft. Diese Geschichte zeigt: An den Universitäten muss man den Blick heben und weit genug schauen, um alle Studierenden auf die neue Technik vorzubereiten.
Seitdem dient das Studio als Forschungslabor, vor allem aber als praxisorientierte Ausbildungsstätte für die Studierenden der TU Ilmenau. Viele junge Menschen konnten im Medienlabor praktische Produktionserfahrungen auf professionellem Niveau sammeln. Auch der 1996 gegründete Ilmenauer Studentenfernsehfunk iSTUFF nutzt das Studio regelmäßig für eigene Produktionen. IMT-Direktor Professor Matthias Hirth ist überzeugt:
Studierende haben selten eine so gute Möglichkeit, mit so aktueller Technik so flexibel in Verbindung zu kommen und Praxiserfahrung zu sammeln wie in diesem Labor.
Das findet auch Kira Bayer, Studentin der Angewandten Medien- und Kommunikationswissenschaft:
Vor allem für uns Studierende war das einfach immer mega zum Ausprobieren, weil wir dort kreativ sein und coole Erfahrungen sammeln konnten.
So produzierte und moderierte sie in dem Medienlabor nicht nur tägliche Live-Sendungen während der International Student Week (ISWI) mit. Für die Zukunft plant das iSTUFF-Redaktionsteam auch wieder eine Late Night Show aus dem Studio heraus.
Forschung mit Zukunft
Damit steht das Medienlabor auch symbolisch für das forschungsnahe und praxisorientierte Lernen an der TU Ilmenau: „Nur so, wenn man es selbst macht, lässt sich ein tieferes Verständnis für die Komplexität von Videostudio-Produktionen erwerben“, sagt Professor Hans-Peter Schade und hebt bereits wieder den Blick:
Zukünftig wird zwischen Sensor und Ausgabegerät nur noch ein Rechnernetz sein, die Signalverarbeitung vollständig softwaregestützt und KI-Tools in die Prozesse integriert werden. Auch das sind Forschungsfelder, die man hier hervorragend selbst gestalten kann.
Seit drei Jahren ist das Medienlabor Teil des I3TC, einem Forschungs- und Ausbildungszentrum der Universität für modernste Virtual-Reality- und Augmented-Reality-Technologien, das mit seiner zukunftsweisenden Ausstattung in Thüringen und darüber hinaus einzigartig ist. Hier lernen und arbeiten Studierende und Promovierende der Ingenieurwissenschaften, Wirtschaft und Medien zusammen – und führen das Ilmenauer Erfolgsmodell interdisziplinär und forschungsnah fort, wie die Jubiläumsgäste bei einem Rundgang selbst erleben durften.
Ilmenauer Medienlabor feiert 25. Geburtstag: Zum Bericht im MDR Thüringen Journal
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Thomas Helbig
Referent für Technik und Forschung im I3TC