Mit einem Festakt im Audimax, dem zentralen Hörsaalgebäude der Universität, hat die Technische Universität Ilmenau am 10. Oktober ihre neuen Studierenden offiziell willkommen geheißen. Die Feierliche Immatrikulation, moderiert von Vizepräsidentin für Studium und Lehre Prof. Anja Geigenmüller, verband akademische Tradition mit einem vielfältigen Programm aus Musik, Tanz und studentischen Beiträgen. Dabei wurde sichtbar, wofür die TU Ilmenau steht: exzellente Forschung und Lehre, Weltoffenheit und eine engagierte internationale Campusgemeinschaft.
In seiner Eröffnungsrede hieß Universitätspräsident Prof. Kai-Uwe Sattler die Erstsemester persönlich willkommen und stellte die Universität als Ort forschungsnahen Studierens und gelebter Gemeinschaft vor. Er ermutigte die neuen Studierenden, die vielfältigen Möglichkeiten der Universität aktiv zu nutzen und ihre Studienzeit mit Neugier, Engagement und Offenheit zu gestalten:
Wer bei uns studiert, wird nicht verwaltet, sondern betreut. Und es bedeutet, dass sich jede und jeder einbringen kann, im Verein, im Gremium oder mit einer eigenen Idee.
Ein sichtbares Zeichen hatten die Studierenden bereits zuvor gesetzt: Im Rahmen der ErstiWoche pflanzten sie ihren „Baum der Matrikel 2026“. Gemeinsam mit einer in der Erde versenkten Zeitkapsel steht er symbolisch für den Beginn des Studiums und für das Engagement der Studierenden für einen grünen und nachhaltigen Campus.
Die Erde als gemeinsamen und schützenswerten Lebensraum rückte auch der DaChor, der Popchor der TU Ilmenau, mit einer Neuinterpretation des bekannten Volkslieds „Kein schöner Land“ in den Fokus. Die Verbindung traditioneller und internationaler musikalischer Elemente unterstrich ebenso wie die Beiträge von Noel Toms und Saadman Abedin Mustavi die weltoffene Perspektive der Universität. Mit dem Lied „Phir Le Aaya Dil“ und ihrer Interpretation von „Stuck on You“ erinnerten sie daran, dass ein Neuanfang nicht bedeutet, Vertrautes hinter sich zu lassen – sondern es im Herzen mitzunehmen.
Als Vertreter der internationalen Communities begrüßte Noel Toms die neuen Studierenden auch mit persönlichen Worten. Seine eigene Bildungsbiografie als Absolvent der TU Ilmenau und heute bei den Ilmenauer Brandenburg Labs tätiger Forschungsingenieur steht dabei beispielhaft für internationale Studierende, die an der TU Ilmenau ihren akademischen Weg beginnen und anschließend ihre berufliche Zukunft in Thüringen gestalten.
„Ilmenau – mehr als himmelblau“
Von ihren Erfahrungen als Studentin und Wissenschaftlerin an der TU Ilmenau berichtete auch Alumna Dr. Sophia Gänßle in ihrer Festrede. Unter dem Titel „Ilmenau – mehr als himmelblau“ zeichnete die heutige Projektleiterin für Data Science bei der LEG Thüringen ein farbenfrohes Bild von Ilmenau als Studienort und Lebensraum, der auch für sie als gebürtige Münchnerin wie eine zweite Familie geworden sei. „Es ist nicht eine einzelne Familie, die hier entsteht, sondern es sind sehr viele kleine Familien, die zusammen eine akademische Gemeinschaft bilden“, betonte die Festrednerin. Das sei auch für sie ein wesentlicher Grund gewesen, nach einer zweijährigen Assistenzprofessur an der Erasmus University Rotterdam in den Niederlanden nach Thüringen zurückzukehren:
Es sind so viele verschiedene Vereine und Initiativen und Formate, die hier auf die Bühne gebracht werden – „Culture made in Ilmenau“–, das habe ich nirgendwo anders auf meiner beruflichen Reise kennengelernt. Sie sind Teil dieser Kultur, bitte gestalten Sie sie mit! Wenn Sie den Mut haben, sich wirklich selbst zu zeigen, dann wird in Ilmenau Ihr Potenzial gefördert – und das ist wirklich etwas ganz Besonderes. Für mich ist Ilmenau Exzellenz, Vielfalt und Weltoffenheit.
Als Vertreter der Stadt Ilmenau und ebenfalls Absolvent der TU Ilmenau wandte sich auch Oberbürgermeister Dr. Daniel Schultheiß an die neuen Studierenden. Ilmenau gehöre zwar nicht zu den größten, aber ganz sicher zu den lebens- und liebenswerten Städten Deutschlands. Zugleich verwies er auf die unmittelbare Nähe zur Natur und die guten Perspektiven, die Ilmenau als Studien- und Wirtschaftsstandort bietet.
Auf Initiative des Stadtrats erhielten die Erstsemester von der Stadt Ilmenau in diesem Jahr erstmals eine Broschüre mit Informationen zu Freizeit- und Kulturangeboten Ilmenaus sowie einen Gutschein für städtische Einrichtungen wie das Freibad oder das GoetheStadtMuseum.
Für den Studierendenrat sprach Anne Zerbst zu den Erstsemestern. Sie warb dafür, das Studium nicht nur als fachliche Ausbildung, sondern auch als Zeit des Mitgestaltens und Vernetzens zu begreifen:
Auch wenn Studieren natürlich nicht immer ganz leicht ist, muss ich zugeben, dass ich mich in das Leben hier verliebt habe. Das könnte an der wunderschönen Natur liegen, an der guten Verbindung zu Übungsleitern und Dozenten, aber ganz sicher an der großartigen Community, die Sie hier erwartet. Es gibt unzählige Clubs, Vereine, Initiativen und Gremien; die Möglichkeiten, Gleichgesinnte zu finden, sind annähernd unbegrenzt. Ich selbst bin definitiv in der Gremienarbeit aufgegangen.
Wie man auch kulturell und sportlich aktiv sein kann, zeigten die Breakdancer und die K-Pop-Tanzgruppe des Unisportzentrums mit energiegeladenen Performances.
Von der Forschung zur Anwendung: IHK-Preis für Philipp Krumbein
Einer, der bereits ein sehr erfolgreiches Studium absolviert hat, ist Philipp Krumbein. Im Rahmen der feierlichen Immatrikulation wurde er mit dem IHK-Preis ausgezeichnet. Der Werkstoffwissenschaftler erhielt den mit 2500 Euro dotierten Preis der IHK Südthüringen für seine von Prof. Edda Rädlein betreute und in Zusammenarbeit mit der Ilmenauer SCHOTT Quarzglas GmbH entstandene Masterarbeit zur Viskosität, das heißt dem Fließverhalten von Kieselgläsern. Er untersuchte, wie sich das Glas bei Temperaturen zwischen 1700 und 1800 Grad Celsius verformt, und entwickelte dafür eine neue experimentelle Methode, die inzwischen auch bei SCHOTT eingesetzt wird. Die gewonnenen Daten helfen dabei, das Verhalten des Materials bei hohen Temperaturen besser zu verstehen und Herstellungsprozesse, beispielsweise für die Halbleiterindustrie, Optik und Lasertechnik oder die Raumfahrt zu optimieren. Nachdem er bereits während seines Studiums als Werkstudent bei SCHOTT gearbeitet hatte, ist Philipp Krumbein seit Januar 2026 als Prozessingenieur bei dem Ilmenauer Unternehmen beschäftigt.
In die Orte und Labore auf dem Campus, in denen an diesen und weiteren Technologien für die Zukunft geforscht wird, erhielten die neuen Studierenden im Anschluss an die Immatrikulationsfeier bereits erste Einblicke.
Damit machte die TU Ilmenau sichtbar, was sie ihren neuen Studierenden zum Studienbeginn mit auf den Weg geben möchte: wissenschaftliche Perspektiven, gelebte Gemeinschaft und ein offenes, internationales Umfeld.