Studium

Nachhaltigen Wandel durch Kommunikation fördern: Erstes BIP-Programm an der TU Ilmenau

Wie kann Kommunikation dazu beitragen, Nachhaltigkeitsaktivitäten zu initiieren? Diese Frage stand im Mittelpunkt des ersten Blended Intensive Program (BIP) an der Technischen Universität Ilmenau. Der im Rahmen des ERASMUS+-Programms geförderte Kurzkurs kombinierte zwei Tage Onlinelehre im Mai mit Präsenzlehre vom 13. bis 20. Juni 2025 in Ilmenau. Zwölf Studierende von Partnerhochschulen der TU Ilmenau, der Polytechnischen Universität Timișoara in Rumänien, der National School of Political and Administrative Studies SNSPA in Bukarest, Rumänien, und der University of Information Technology and Management in Rzeszow – UITM, Polen, nahmen an dem Austauschprogramm teil. In drei aufeinanderfolgenden Teilen tauschten sich die Teilnehmenden mit Studierenden und Lehrenden der TU Ilmenau zum Thema „Nachhaltigkeitskommunikation: Vom Konzept zur Praxis" aus.

Studierende und Lehrende in Wiese vor Hörsaalgebäude Barbara Aichroth
Zwölf Studierende der Polytechnischen Universität Timișoara in Rumänien und der Universität für Informationstechnologie und Management in Rzeszów, Polen, einer Partneruniversität der Europäischen Hochschulallianz SUNRISE, nahmen am ersten Blended Intensity Program (BIP) der TU Ilmenau teil.

Im ersten Teil, bestehend aus drei Online-Sitzungen, stellten die Lehrenden der TU Ilmenau drei Schlüsselkonzepte vor: „Nachhaltigkeit”, „Nachhaltigkeitskommunikation” und den „Whole Institution Approach”, der notwendig ist, um einen nachhaltigen Wandel in der Hochschulbildung voranzutreiben. In der zweiten Phase erstellte jeder Studierende ein kurzes Video zu einem Nachhaltigkeitsproblem, das er auf seinem eigenen Campus identifiziert hatte. In der dritten Phase, dem Vor-Ort-Workshop an der TU Ilmenau, entwickelten die Studierenden Lösungsvorschläge für die von ihnen identifizierten Herausforderungen. Dabei lernten sie, dass es nicht genügt, gute Konzepte zu entwickeln, sondern dass diese Lösungen auch umgesetzt werden müssen – und die Kommunikation dabei besonders wichtig ist. Deshalb ging es im letzten Teil der Veranstaltung darum, was zu beachten ist, um Ideen erfolgreich umzusetzen. 

Am Ende des Kurses präsentierten die Studierenden ihre Konzepte in vier Gruppen. Ihre Ideen umfassten Initiativen, die einen verantwortungsvollen Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) auf dem Campus fördern sollen, aber auch solche, die dazu beitragen sollen, dass öffentliche Verkehrsmittel im Sinne einer nachhaltigen Mobilität besser genutzt, Grünflächen vergrößert werden und der Energieverbrauch auf dem Campus reduziert wird. 

Konzepte der Nachhaltigkeitskommunikation auf reale Probleme anwenden

„Wir haben den Studierenden nicht nur Konzepte der Nachhaltigkeitskommunikation erklärt, sondern sie ermutigt, diese auf reale Probleme an ihren Universitäten anzuwenden“, erklärt Prof. Jens Wolling vom Fachgebiet Empirische Medienforschung und Politische Kommunikation, der den Kurs leitete:

Unser Ziel war es, die Studierenden zu inspirieren, das Gelernte zu nutzen, um sich nach ihrer Rückkehr in die Heimat aktiv für einen gesellschaftlichen Wandel einzusetzen.

„Die Gruppenarbeiten wurden nicht nur von unserem Team betreut, sondern auch von Studierenden der TU Ilmenau unterstützt, die sich aktiv in lokalen Nachhaltigkeitsinitiativen engagieren“, ergänzt Dr. Mira Rochyadi-Reetz, ebenfalls Teil des Lehrendenteams: 

So konnten die Teilnehmenden Beispiele aus der Praxis sehen und von Gleichgesinnten erfahren, wie auch sie zur Nachhaltigkeitstransformation an ihrer Universität beitragen können. Dabei hatten wir das Glück, bei diesem ersten BIP mit dem ISWI e.V. zusammenzuarbeiten, so dass die Teilnehmenden auch an verschiedenen Rahmenveranstaltungen der ISWI 2025 teilnehmen konnten. Auch das FabLab-Team der TU Ilmenau hat uns unterstützt, und die Studierenden konnten die offene Werkstatt nicht nur besichtigen, sondern auch ausprobieren, wenn sie wollten.

Andere Menschen in der Heimat zu unterstützen und das Gelernte in echten Projekten umzusetzen: Das hat auch Merlin, einen Teilnehmen der Polytechnischen Universität Timișoara motiviert, am BIP teilzunehmen. Solas, eine Teilnehmerin der UITM Rzeszów, schätzte vor allem die starke Betonung praktischer Fähigkeiten und äußerte ihr Interesse, auch an künftigen BIP-Kursen an der TU Ilmenau teilzunehmen: „Bitte lassen Sie uns wissen, wenn Sie einen weiteren BIP-Kurzkurs an der TU Ilmenau anbieten – wir würden gerne wieder daran teilnehmen“, so Solas nach Erhalt ihres BIP-Zertifikats.

Kontakt

Prof. Jens Wolling

Fachgebietsleiter Empirische Medienforschung und Politische Kommunikation