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Innovation durch Wissen: „Aus klugen Ideen darf und soll wirtschaftlicher Gewinn entstehen“

Bei der PATINFO2025 tauschten sich vom 21. bis 23. Mai in Ilmenau rund 250 internationale Fachleute aus Forschung und Industrie, Patentämtern, Kanzleien und der Informationsbranche zu Neuerungen und Herausforderungen im Patentwesen und dem gewerblichen Rechtsschutz aus. Die diesjährige Konferenz, organisiert vom Landespatentzentrum Thüringen (PATON) an der TU Ilmenau, widmete sich dem spannenden Zusammenspiel von Patenten, Normen und Standards.

TU Ilmenau/Eleonora Hamburg
Das 47. Kolloquium der Technischen Universität Ilmenau über Patentinformation und gewerblichen Rechtsschutz fand vom 21. bis 23. Mai 2025 in der Festhalle Ilmenau statt.

Nach einem gelungenen Begrüßungsabend im Audimax wurde die Ilmenauer Festhalle zwei Tage lang zur Austauschplattform mit 32 Ausstellern und Fachvorträgen von Firmen, IP-Fachleuten, Dienstleistern sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern: "Patente und technische Innovation haben in Ilmenau eine lange Tradition - das prägt unsere Identität“, so Oberbürgermeister Dr. Daniel Schultheiß: 

Dass die PATINFO bei uns stattfindet, gehört zum Selbstverständnis unserer Stadt und unserer Universität. Denn ohne wirtschaftliche Perspektive bleibt wahrscheinlich die schönste Idee häufig doch nur eine Idee. Aus klugen Ideen darf und soll wirtschaftlicher Gewinn entstehen - das ist kein Widerspruch, sondern ein Antrieb.

Wie groß dieser Antrieb ist, zeigt die Statistik: So meldete die Technische Universität Ilmenau laut einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) aus dem Jahr 2023 bezogen auf die Anzahl ihrer Beschäftigten die meisten Patente aller betrachteten deutschen Hochschulen an. Darüber zeigte sich Professor Stefan Sinzinger, Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, anlässlich der Konferenz besonders erfreut: 

Als technische und interdisziplinär aufgestellte Universität arbeiten wir an Lösungen für die großen Herausforderungen unserer Zeit – von nachhaltigen Technologien bis hin zur verantwortungsvollen Ressourcennutzung. Patente sind ein wichtiger Schlüssel zur Bewältigung dieser Aufgaben und umso mehr freue ich mich, dass wir zu den patentstärksten Universitäten in ganz Deutschland gehören.

Wie wichtig es ist, vor und nach einer Patentanmeldung den bestehenden Stand der Technik in den Datenbanken der Deutschen Patent- und Markenamts (DPMA) zu recherchieren, um aktuelle Trends aufzuspüren und Impulse für das eigene kreative Schaffen zu bekommen - darum drehte sich die Keynote von Dr. Maria Skottke-Klein, Vizepräsidentin des DPMA, dem größten nationalen Patent- und Markenamt in Europa und weltweit sechstgrößte nationalen Patentamt. Die anschließende Podiumsdiskussion mit Dr. Sibylle Gabler vom DIN Deutsches Institut für Normung e. V., Dr. Gabriele Mohsler von Ericsson, Dr. Daniel Ovadya von Questel und Prof. Thomas Sporer vom Fraunhofer IDMT widmete sich, moderiert von Prof. Sabine Boos von der Hochschule Heilbronn, verschiedenen Fragen zum zentralen Thema der Veranstaltung: "Patente, Standards und Normen – Quo vadis?": Wie greifen diese Konzepte ineinander? Welche Bedeutung haben sie für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit? Schließen sich Patente und Normen gegenseitig aus oder gibt es fruchtbare Wechselwirkungen? Was sind Standardessentielle Patente (SEP)? 

„Selbst sehr gute innovative technischen Lösungen scheitern, wenn sie aufgrund fehlender Kompatibilität nicht in den aktuellen Markt integriert werden können“, erklärt PATON-Leiter Dr. Christoph Hoock: 

Wir halten es für selbstverständlich, über unsere Smartphones und Wearables mit verschiedenen Dingen im Internet of Things (IoT) zu kommunizieren, auch in fernen Ländern. Ermöglich wird das jedoch erst durch das Zusammenspiel von Patenten, Normen und Standards wie zum Beispiel bei den SEPs.

RA Frederic Casañs von der ATHENA Technologie Beratung GmbH in Paderborn, Aussteller und Referent auf der PATINFO2025, resümiert: 

Die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Entwicklung, den Patentanwälten und den Patentdienstleistern, welche die entsprechenden weltweiten Patentdatenbanken, Softwaretools und Bewertungsservices zur Verfügung stellen, ist absolute Vertrauenssache. Und Vertrauen ohne persönlichen Kontakt funktioniert nicht. Die PATINFO ist nicht nur die bedeutendste Tagung im deutschsprachigen Raum, auf der sich alle relevanten Partnern und die wichtigsten Entscheidungsträger im Patentmanagement der Republik treffen und austauschen können.

Die PATINFO schaffe es mit ihren traditionsreichen Veranstaltungsformaten und der besonderen Atmosphäre auf einzigartige Weise, für neue Kontakte, Impulse und Kooperationen unerlässliche persönliche und fachliche Begegnung zu ermöglichen:  

Die PATINFO ist damit ein zentraler und unverzichtbarer Bestanteil der Innovationsinfrastruktur Deutschlands. Sie ist Teil der DNA unserer Innovationskultur in Deutschland und im Lichte der Stagnation der letzten Jahre heute wichtiger denn je. Wir fahren – wie jedes Jahr – mit zahleichen wertvollen und wichtigen fachlichen Impulsen nach Hause.

 

Die PATINFO2026 findet unter dem Motto „Zukunft sichern durch IP: Schutzrechte in Zeiten von KI, geopolitischem Wandel und Innovationsdruck“ vom 10. bis 12. Juni in Ilmenau statt.

 

Impressionen von der PATINFO2025