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Intelligente Werkstoffe und Sensoren für ein besseres Leben

„Smart Materials, smarter Sensors“ – unter diesem Leitmotiv brachte der Thüringer Werkstofftag 2026 am 19. März rund 120 Teilnehmende aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik an der Technischen Universität Ilmenau zusammen. Seit über zwei Jahrzehnten ist die Initiative der Plattform „Material innovativ THÜRINGEN“ ein zentraler Treffpunkt für den Austausch zu Innovationen in der Materialentwicklung, -prüfung und -anwendung.

Wissenschaftler erklärt seinen Posterbeitrag Barbara Aichroth
Neben wissenschaftlichen Vorträgen bot der Thüringer Werkstofftag 2026 an der TU Ilmenau auch eine beeindruckende Zahl von 42 Posterbeiträgen.

Materialien sind die Basis für Innovationen und leistungsfähige Sensoren – und umgekehrt liefert die Sensorik die Informationen, um Werkstoffe optimal zu gestalten, effizienter und nachhaltiger einzusetzen und Produktinnovationen zu beschleunigen. Diese enge Verbindung schafft Lösungen für Schlüsselbereiche der Zukunft wie nachhaltige Energietechnik, automatisierte Fertigung, Gesundheitstechnologien, zukünftige Mobilität oder Smart-City-Konzepte. 

Der Thüringer Werkstofftag 2026 an der TU Ilmenau rückte damit genau jene Schnittstellen in den Fokus, an denen Materialien und Sensorik sich gegenseitig verstärken und Innovationen vorantreiben, die auch unseren Alltag unmittelbar berühren, wie Prof. Hongye Sun, Leiterin des Fachgebiets Funktionswerkstoffe an der TU Ilmenau, zur Eröffnung eindrucksvoll unterstrich:

Warum forschen wir an smarten Materialien und smarten Sensoren? Nach fast zwanzig Jahren in diesem Fach ist meine Antwort klar: für ein besseres Leben. Damit ein Kind oder ein Freund, der einen Arm oder ein Bein verloren hat, dank einer Prothese mit smarten Sensoren die Welt wieder richtig fühlen kann. Oder ein älterer Mensch durch einen Roboter Hilfe beim Aufstehen oder die Möglichkeit für Gespräche erhält.

Prof. Norbert Willenbacher vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstrich in seiner Keynote zudem das Potenzial elektrisch leitfähiger, druckbarer Materialien zur Reduktion kritischer Rohstoffe und zur Entwicklung leistungsfähiger, langlebiger elektronischer Komponenten für die Photovoltaik und flexible Elektronik.

Neben wissenschaftlichen Kurzbeiträgen bot das Programm auch Tandem-Talks aus Wissenschaft und Industrie sowie eine Industrieausstellung und eine, so Prof. Sun, beeindruckende Zahl von 42 Posterbeiträgen:

Von selbstheilenden und biointegrierten Materialien über die Mikro- und Nanostrukturierung bis hin zu innovativen Verarbeitungs- und Fertigungstechniken: Die große Bandbreite an Postern, die Tiefe des geteilten Wissens, der offene Austausch von Ideen und Perspektiven und nicht zuletzt das große Interesse an der Veranstaltung haben gezeigt, wie vielfältig und wie relevant das Forschungsfeld ist.

Die drei herausragenden Poster wurden mit einem Preisgeld prämiert. Ausgezeichnet wurden per Publikumsabstimmung Niclas Hober für seinen Beitrag zur Bewertung von Optimierungsstrategien zur Verbesserung der Verbindungseigenschaften beim indirekten Laserstrahlfügen von Kupfer und Aluminium (1. Preis), Jakob Nüßlein für seine Arbeiten zur Erzeugung biomimetischer Strukturen in funktionalen Materialien aus biologischen Oberflächen durch Kombination von Nanoimprint-Lithographie und reaktivem Ionenätzen (2. Preis) und Florian Lindner vom Leibniz-Institut für Photonische Technologien e. V. für sein Poster mit dem Titel „Smarte Fasern – Vom Material zur Funktion“ (3. Preis).

Der Thüringer Werkstofftag bleibt damit ein wichtiger Impulsgeber für den Wissenstransfer und die Initiierung neuer Kooperationen – regional wie überregional, wie auch Staatssekretär Prof. Steffen Teichert zur Eröffnung unterstrich:

Unsere Aufgabe ist es, Zukunft und Innovationen zu gestalten – und das geht nicht ohne Werkstoffe. Ich hoffe, dass Tage wie diese dazu führen, dass neue innovative Ideen entstehen, die auf lange Sicht zur Wertschöpfung und zum Erhalt unseres Wohlstands beitragen.

Ein besonderer Dank gilt den Partnern Material innovativ THÜRINGEN, der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG), dem TRIDELTA Campus Hermsdorf sowie den Hochschulpartnern aus Jena und Weimar für die Unterstützung und Mitgestaltung der Veranstaltung, so Prof. Stefan Sinzinger, Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs: 

Wir Wissenschaftler leben von genau solch einer Zusammenarbeit. Das ist das, was Wissenschaft ausmacht. Deshalb freuen uns bereits auf den nächsten Thüringer Werkstofftag – ausgerichtet von der Bauhaus-Universität Weimar und der MFPA Weimar.

Weitere Informationen: www.material-innovativ.de/thueringer-werkstofftag

Impressionen Thüringer Werkstofftag 2026