Wie entführt man jemanden in eine virtuelle Realität – und wofür kann man das nutzen? Darüber und über die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Potenziale so genannter immersiver Technologien informierten sich am 23. Oktober der Thüringer Medienstaatssekretär Stephan König und Wirtschaftsstaatssekretär Mario Suckert bei einem Besuch am Ilmenau Interactive Immersive Technologies Center (I3TC) der TU Ilmenau.
In zwei hochmodernen, miteinander vernetzten Experimentallaboren im Grace-Hopper-Bau entsteht derzeit eine der modernsten und leistungsfähigsten Installationen zur Wiedergabe virtueller Umgebungen. Dazu zählen ein modernes Audiolabor mit über 80 präzise abgestimmten Lautsprechern und eine in ihren Möglichkeiten zur Multi-User-Visualisierung und Beobachtung der Nutzerdynamik deutschlandweit einzigartige 5-Seiten-CAVE (Cave Automatic Virtual Environment) – das heißt ein Raum, in dem mehrere Personen gleichzeitig virtuelle 3D-Welten erleben und ihre Bewegungen und Reaktionen beobachtet werden können.
Ob das Summen einer Biene, der räumliche Klang eines Konzertsaals oder die audiovisuelle Rekonstruktion des Hochsee-Bergungsschleppers SEEFALKE, einem Museumsschiff des Deutschen Schifffahrtsmuseums DSM Bremerhaven: Wie verblüffend realitätsnah hier vorher vermessene, akustische und visuelle Umgebungen wiedergegeben werden können, davon konnte sich Stephan König überzeugen, als er mit VR-Brille selbst an Bord ging – und die SEEFALKE mit knarzenden Türen, knackenden Schaltern und einem klingelnden Maschinentelegrafen hautnah erlebte und interaktiv beeinflusste.
Die anschließenden Gespräche mit Prof. Jens Müller, Vizepräsident für Internationale Beziehungen und Transfer, Prof. Wolfgang Broll, Direktor des I3TC, und Thomas Helbig, Referent für Technik und Forschung am I3TC, drehten sich um innovative Forschungsprojekte mit Partnern wie der Bauhaus Universität Weimar, der FH Erfurt, der Klassikstiftung Weimar und der Wirtschaft, bei denen VR (Virtual Reality)-, AR (Augmented Reality)- und MR (Mixed Reality)-Technologien zum Einsatz kommen, um beispielsweise soziale Distanz zu reduzieren, Kulturerbe zu erhalten und erlebbar zu machen, optimale Lernumgebungen zu gestalten oder Arbeitsprozesse zu unterstützen. Und darum, wie Universitäten, Wirtschaft und Politik gemeinsam ihr Potenzial und die Ausbildung und Förderung technischer Expertise für die audiovisuelle Kreativwirtschaft oder die Industrie 4.0 nutzbar machen und als Motor für die regionale Wirtschaft in Thüringen einsetzen können.
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Thomas Helbig
Referent für Technik und Forschung am I3TC