Dr.-Ing. Daniel Schäffer hat an der TU Ilmenau im Bereich der angewandten Optik promoviert. Heute arbeitet er bei der ZEISS Sparte Semiconductor Manufacturing Technology (ZEISS SMT) in Oberkochen – und profitiert dabei nicht nur vom Fachwissen, sondern auch von den Kontakten, die er während seiner Promotionszeit geknüpft hat. Im Berufsalltag begleiten ihn diese Verbindungen bis heute, wie er im Interview erzählt.
Hallo Daniel, du hast dich für eine Promotion an der TU Ilmenau entschieden – was waren für dich die ausschlaggebenden Gründe für die Universität?
Ich habe an der Hochschule Coburg studiert, aber dort konnte ich nicht promovieren – Fachhochschulen hatten 2018 ja kein Promotionsrecht. Deshalb habe ich gezielt nach einem Doktorvater mit fachlicher Nähe zu meinem Thema gesucht. Bei einer Tagung bin ich auf Prof. Stefan Sinzinger zugegangen, der damals Präsident der Deutschen Gesellschaft für Angewandte Optik war. Kurz darauf durfte ich mein Thema vorstellen. Er fand es spannend und hat die Betreuung übernommen. So kam die Promotion an der TU Ilmenau zustande – obwohl ich meinen Arbeitsplatz in Coburg und später in Deggendorf hatte.
Das bedeutet, du warst nicht immer vor Ort. Wie lief die Betreuung während deiner Promotion ab?
Ich war sehr selbstbestimmt unterwegs. Aber die Kommunikation war immer zielgerichtet, besonders in der heißen Phase – bei der Fertigstellung der Dissertation oder der Vorbereitung auf das Rigorosum. Da war die Unterstützung von Prof. Sinzinger wirklich hilfreich.
Mit was hast du dich in deiner Dissertation beschäftigt?
Ich habe im Bereich angewandte Photonik gearbeitet – konkret an der Entwicklung neuartiger Splitterbauteile für Glasfasernetze (die Dissertation ist dem VDI Preis für herausragende ingenieurwissenschaftliche Leistungen gewürdigt worden, Anmerkung der Redaktion). Die Arbeit war auf Englisch, da ein Gutachter aus Japan kam. Es war ein eher nischiges Thema, aber ein Teilbereich von Photonic Integrated Circuits – ein Feld, das heute bei ZEISS, meinem jetzigen Arbeitgeber, immer mehr Relevanz bekommt.
Du hast deine Promotion mit einem Forschungsaufenthalt in Japan verbunden. Wie kam es dazu?
Das war über das „JSPS Summer Program“ möglich – ein internationales Förderprogramm, das sich explizit an Promovierende richtet. Ich war drei Monate am Nara Institute of Science and Technology in Japan. Diese Erfahrung war fachlich und kulturell unglaublich bereichernd – und hat mir auch langfristig ein Netzwerk über die deutschen Grenzen hinaus verschafft.
Du arbeitest heute bei ZEISS SMT in Oberkochen als Entwicklungsingenieur. Inwiefern hilft dir deine Promotion im heutigen Job?
Fachlich sehr – gerade im Umgang mit Optik, Mechanik und Glasfasertechnologie. Aber genauso wichtig sind die Soft Skills: Durchhaltevermögen, strukturiertes Arbeiten, das Dranbleiben auch in schwierigen Phasen. Mein Promotionsweg war nicht geradlinig – Vorgesetztenwechsel, Institutswechsel, externe Partner – aber ich habe gelernt, immer dranzubleiben. Das hilft mir heute sehr.
Ich habe aktuell sogar einen Mentor, der ebenfalls als Doktorand von Prof. Sinzinger an der TU Ilmenau promoviert hat. Er gibt mir Ratschläge zu meiner Fachlaufbahn und ich profitiere sehr von seiner Erfahrung. Gerade was Sichtbarkeit im Unternehmen, Karriereentwicklung und strategisches Denken angeht, ist er eine wichtige Ansprechperson für mich.
Das heißt, das TU-Netzwerk spielt eine Rolle in deiner Karriere?
Ja, eine große sogar. Die TU Ilmenau hat einen sehr guten Ruf, gerade in der Optik. Und ich sehe auch heute bei ZEISS, wie viele Kolleginnen und Kollegen in Ilmenau promoviert oder studiert haben. Das Netzwerk ist stark – und die Ausbildung hat offensichtlich Substanz. Beim jährlichen Grillfest von Prof. Sinzinger kommen viele zusammen, darunter auch Ehemalige mit spannenden Karrieren. Das Netzwerk ist fachlich wertvoll – aber auch menschlich eine große Bereicherung.
Ich würde mich jederzeit wieder für die Promotion an der TU Ilmenau entscheiden – sowohl wegen der fachlichen Tiefe als auch wegen der Möglichkeiten, die sich daraus ergeben haben.
Was würdest du heutigen Promovierenden an der TU Ilmenau mitgeben?
Man sollte sich trauen, gezielt nach einem passenden Betreuer zu suchen – auch über Institutionsgrenzen hinweg. Und man sollte Netzwerke aktiv aufbauen. Fachwissen ist wichtig, aber Sichtbarkeit und Kontakte entscheiden oft darüber, wie der weitere Weg verläuft.
Erfolgreiche Absolvent*innen im Porträt
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Dr. Daniel Schäffer
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