Hallo Max, du hast bereits deinen Bachelor und Master an der TU Ilmenau gemacht. Was hat dich damals dazu bewegt, nach Ilmenau zu kommen und für deine Promotion zu bleiben?
Ich habe mich nach dem Abi viel mit Ingenieurstudiengängen beschäftigt, aber gleichzeitig hatte ich schon immer ein Faible für Mathematik und Physik – vor allem für die theoretischen Konzepte dahinter. Dann habe ich entdeckt, dass es in Ilmenau den Studiengang Technische Physik gibt, der Ingenieurwissenschaften mit einer soliden Physikausbildung verbindet. Das klang genau nach der Herausforderung, die ich gesucht habe.
Schon im Bachelor hatte ich Kontakt zu den Forschungsgruppen und durfte mir Labore und Geräte anschauen – das war total beeindruckend. Ich wusste dann: Ich will in die experimentelle Grundlagenforschung. 2021 wurde hier ein neues Rastertunnelmikroskop, das Cryo STM, angeschafft, und ich durfte als einer der Ersten damit arbeiten.
Was genau erforschst du?
Ich beschäftige mich mit experimenteller Physik auf molekularer Ebene. Dafür nutze ich das Cryo STM bei extrem niedrigen Temperaturen. Ziel dieses Cryo STMs ist es vor allem, die Wechselwirkungen einzelner Moleküle mit Licht zu untersuchen. Dafür sollen, nun im Rahmen meiner Doktorarbeit, optische Spektroskopie-Methoden mit der atomaren räumlichen Auflösung des Cryo STMs kombiniert werden. Die Vorstellung, Licht aus einzelnen Molekülen messen zu können, hat mich einfach gepackt und ich musste es unbedingt selbst versuchen!
Was spricht aus deiner Sicht für eine Promotion an der TU Ilmenau?
Als Student hat man hier bereits im Bachelor tolle Möglichkeiten, in die Forschung der Fachgebiete eingebunden zu werden. Ich war zum Beispiel als HiWi für eine Probenheizung, die zum Einsatz im Ultrahochvakuum vorgesehen ist, zuständig.
Natürlich bleibt es nicht bei der eigentlichen Aufgabe allein. Man diskutiert mit den Mitarbeitern im Fachgebiet oder stellt die neuesten Publikationen aus aller Welt im Rahmen von Gruppentreffen vor. Schnell bekommt man dadurch einen Überblick über aktuelle Forschungsfragen und erste eigene Forschungsideen entstehen.
An dieser Stelle angekommen hat mich dann aus meiner Sicht der konkrete Forschungsschwerpunkt unserer Uni, die Festkörperphysik mit unmittelbarer Nähe zur Elektronik der Zukunft, besonders gereizt. Zudem spricht das modernste Equipment, gepaart mit der hiesigen Infrastruktur wie der Helium-Rückgewinnung und dem Cryo STM, das wir hier haben, für sich.