Auszeichnungen

Mit Ilmenauer Doktor zum Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis

Als Frank Pollmann 2006 am Institut für Physik der Technischen Universität Ilmenau seine Dissertation verteidigte, hätte er sich nie träumen lassen, fast genau zwanzig Jahre später als einer der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preisträger 2026 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bis zu 2,5 Millionen Euro für seine herausragende Forschung zur theoretischen Quantenphysik zu erhalten. Dankbar erinnert sich der heutige Universitätsprofessor für Theoretische Festkörperphysik an der Technischen Universität München (TUM): "Das Prädikat 'Summa cum Laude' der TU Ilmenau war ein wichtiger erster Schritt auf diesem Weg." 

privat
Frohes Wiedersehen: Prof. Erich Runge gratuliert seinem ersten Ilmenauer Doktoranden Prof. Frank Pollmann zum Leibniz-Preis 2026

Nach seinem Physikstudium an der Technischen Universität Braunschweig und dem Royal Institute of Technology in Stockholm Physik war es das Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme (MPIPKS) in Dresden, wo Frank Pollmann 2006 mit Erich Runge, heute Professor für Theoretische Physik an der TU Ilmenau, in der Gruppe von Prof. Peter Fulde zusammentraf. „Gemeinsam arbeiteten wir damals an sogenannten frustrierten, hoch korrelierten elektronischen Systemen. Heute würde man diese Phänomene als emergentes Verhalten in topologischen Quantenphasen bezeichnen, was etwas netter klingt als ‚frustrierte Systeme‘“, erinnert sich Erich Runge. 

Nach Runges Berufung als Leiter des Fachgebiets Theoretische Physik I an der TU Ilmenau war klar, dass Frank Pollmann an der TU Ilmenau als sein erster Doktorand promovieren würde. „Ich weiß nicht, wer von uns beiden damals aufgeregter war“, erinnert sich Runge an die Promotions-Verteidigung. 

Aber alles lief bestens und Frank Pollman erhielt mit der Otto-Hahn-Medaille für eine der besten Dissertationen der Max-Planck-Gesellschaft die erste wichtige Auszeichnung.

Während seines wissenschaftlichen Weges über die University of California, Berkeley, USA, und die Academia Sinica in Taipeh, Taiwan, an die TU München blieb Prof. Pollmann den komplexen Systemen und topologischen Systemen treu und war einer der ersten, der ihre Bedeutung für das Quantencomputing und speziell topologisch geschützte Qubits erkannte. 

Über seine Erkenntnisse berichtete er auch immer mal wieder bei Besuchen und Vorträgen an der TU Ilmenau und bei seinem Doktorvater, an die sich Prof. Erich Runge gerne erinnert – auch an einen gemeinsamen Restaurantbesuch:

Bei seinem ersten Besuch in Ilmenau trank Frank Pollmann noch ein kleines Bier in der Nassen Post und erzählte mir völlig überrascht, er habe "sechs 'neunzig" bezahlt. Ich war geschockt, aber dann stellte sich heraus, dass der Preis von sechsundneunzig Cent ihm – aus Dresden kommend – unglaublich günstig erschien.

Auch einer Hand voll jüngerer Ilmenauer Absolventinnen und Absolventen würde er ähnliche Erfolge wie Frank Pollmann zutrauen, weiß aber auch: 

Es gibt in der Wissenschaft nur wenige, die so liebe Menschen und dabei so erfolgreich sind wie Frank.

Kontakt

Prof. Dr. Erich Runge

Fachgebietsleiter Theoretische Physik 1