Seit 1. Dezember 2025 leitet Professor Dr. Sascha Klee das Fachgebiet „Medizinische Informatik“ am Institut für Biomedizinische Technik und Informatik der TU Ilmenau.
Prof. Klee absolvierte sein Studium der Elektrotechnik in Ilmenau und promovierte anschließend im Bereich der Neurowissenschaften, also der Erforschung des Nervensystems und des Gehirns. In seiner Zeit als Postdoktorand forschte er unter anderem zur opto-neurologischen Rehabilitation. Dabei werden spezielle optische Abbildungsprinzipien genutzt, um neurologische Funktionen bei Patientinnen und Patienten mit altersbedingter Makuladegeneration (AMD) zu unterstützen, einer häufigen Erkrankung der Netzhaut. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit war die Auswertung multimodaler medizinischer Daten, bei denen Informationen aus unterschiedlichen Informationsdomänen wie Bild-, Mess- und klinische Daten gemeinsam analysiert werden.
Ab 2016 baute Prof. Klee als Juniorprofessor für optoelektrophysiologische Medizintechnik neue Methoden zur Verarbeitung von Sensordaten auf. Diese Sensorsysteme erfassen elektrische und optische Signale des Körpers und werden insbesondere zur Untersuchung des menschlichen visuellen Systems, also des Sehens, eingesetzt.
Im Jahr 2021 folgte Prof. Klee dem Ruf auf eine Professur für Biostatistik und Datenwissenschaften an die Karl Landsteiner University of Health Sciences in Österreich. Dort entwickelte er Modelle zur Weiterverwendung komplexer, mehrdimensionaler klinischer Daten, um medizinische Entscheidungen stärker auf einzelne Patientinnen und Patienten zuzuschneiden – ein zentraler Ansatz der personalisierten Medizin.
Diese Forschung möchte Prof. Klee nun in Ilmenau fortsetzen und gezielt um neue Fragestellungen erweitern, bei denen medizinische Daten vorausschauend genutzt werden, beispielsweise für eine effizientere Diagnostik oder besseren Planung von Therapien:
Die Nachnutzung bereits vorhandener klinischer Daten zur Gewinnung neuer Erkenntnisse über Krankheitsverläufe oder die Effektivität von Therapien wird bisher nur unzureichend beforscht. Oft gehen die Methoden nicht über die Berechnung einfacher Maße zur Qualitätssicherung hinaus. Ich freue mich sehr darauf, durch die Entwicklung komplexer Modelle hier einen Beitrag für eine effizientere Medizin leisten zu können.