Neun Studierende der Technischen Universität Ilmenau sind mit dem Förderpreis Maschinenbau ausgezeichnet worden. Der Preis wird einmal jährlich vom "Verein zur Förderung der Fakultät für Maschinenbau und der Feinwerktechnik der Technischen Universität Ilmenau e.V." verliehen. Er honoriert herausragende interdisziplinäre Studienleistungen, die dazu beitragen, Lehre und Wissenschaft im Maschinenbau und der Feinwerktechnik weiterzuentwickeln.
Ausgezeichnet: Förderpreis Maschinenbau für herausragende interdisziplinäre Studienleistungen vergeben
Ob energieeffiziente Fahrzeugantriebe, Produkte in der Biomedizintechnik oder Geräte in der Unterhaltungselektronik – jedes Produkt wird in Kooperation mit Maschinenbauingenieur*innen entwickelt. Sie betrachten den Entwicklungsprozess ganzheitlich - von der Bedarfsanalyse über die Konzeption und Konstruktion bis zum Zusammenbau und der Validierung. So auch die Preisträgerinnen des Förderpreises Maschinenbau an der TU Ilmenau: Die Bachelor-, Master- und Diplomstudierenden beschäftigten sich mit verschiedensten Themen und Anwendungsbereichen im Maschinenbau und entwickelten funktionale, ressourcensparende Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen und interdisziplinäre Fragestellungen. Dabei arbeiteten sie eng mit Unternehmen der Region oder Partnerinstitutionen der TU Ilmenau zusammen.
Biomechanische Studien zur Ganganalyse von Kindern mit Zerebralparese
In Kooperation mit der Pontificia Universidad Católica del Perú (PUCP) in Lima beschäftigte sich Mechatronik-Studentin Maria Alejandra Guzman Alfaro in ihrer Masterarbeit am Fachgebiet Biomechatronik unter Leitung von Prof. Harmut Witte mit der Zerebralparese (CP), einer frühkindlichen Erkrankung, die Bewegung und Gleichgewicht beeinträchtigt. Im Rahmen eines Doppelmasterprogramm mit der PUCP führte sie an der DRK-Kinderklinik Siegen biomechanische Studien zur Ganganalyse bei Kindern mit CP durch. Mithilfe von Inertialmesseinheiten (IMU) – kleinen Geräten, die Bewegung messen können – zeichnete sie die Bewegungen von sechs Kindern mit CP vor und nach einer intensiven Physiotherapiephase auf und verglich sie mit denen von sechs gesunden Kindern. Diese Bewegungsdaten analysierte sie durch einen speziell entwickelten Algorithmus hinsichtlich verschiedener Bewegungsparameter wie Geschwindigkeit, Schrittsicherheit und Körperhaltung. Die Ergebnisse zeigen, dass eine genaue Bewegungsanalyse mithilfe von IMUs helfen kann, die positiven Auswirkungen von Physiotherapie bei Kindern mit CP detailliert zu verstehen und zu quantifizieren. Dadurch können Behandlungsansätze künftig möglicherweise besser auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder abgestimmt werden.
Additive Fertigung für die Modellbahnindustrie
Im wahrsten Sinne des Wortes mehrgleisig unterwegs war auch Marina Bücker in ihrer Masterarbeit am Fachgebiet Produkt- und Systementwicklung: In Zusammenarbeit mit der Märklin Engineering GmbH untersuchte sie Möglichkeiten der additiven Fertigung für die Modellbahnindustrie. „In der Modellbahnwelt besteht jedes Lokmodell aus vielen Einzelteilen, die in aufwendiger Handarbeit zusammengebaut werden müssen“, erklärt Fachgebietsleiter Prof. Stephan Husung. Hier setzte die Masterarbeit von Marina Bücker an: Um Zeit beim Modellbau zu sparen und neue gestalterische Freiheiten für technische Funktionsbaugruppen zu ermöglichen, untersuchte sie die Potenziale des so genannten Digital Light Processing (DLP), einem 3D-Druck-Verfahren, mit dem hohe Auflösungen erzielt werden können. Mit dieser Forschung legte sie den Grundstein für weitere Innovationen in der Fertigung komplexer Baugruppen und wurde mit dem diesjährigen Förderpreis Maschinenbau ausgezeichnet.
Die prämierte Masterarbeit von Haoze Wang entstand ebenfalls am Fachgebiet Produkt- und Systementwicklung. Nach seinem Bachelorstudium an der Qingdao University of Science and Technology (QUST) in China befasste er sich in der Abschlussarbeit seines Masterstudiums im Maschinenbau mit dem praxisrelevanten Thema der Gestaltungsprinzipien. An der Übergabe des Förderpreises für die hervorragenden Ergebnisse dieser Arbeit nahmen auch Vertreter der Qingdao University of Science and Technology teil. Dort studierte auch Jiekai Wang, bevor er für ein Masterstudium an die TU Ilmenau kam und seine prämierte Abschlussarbeit zur Miniaturisierung eines Konfokalmikroskops am Fachgebiet Präzisionsmesstechnik von Prof. Eberhard Manske verfasste.
Kalibrierung von hochgenauen Neigungsmessgeräten
In Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen entstanden die Abschlussarbeiten von Jens Lang und Marvin Henkel: Mechatronik-Student Jens Lang beschäftigte sich in seiner Bachelorarbeit in Zusammenarbeit mit der SIOS Meßtechnik GmbH, einem führenden Unternehmen der präzisen Messtechnik, mit der Kalibrierung von hochgenauen Neigungsmessgeräten. Maschinenbau-Student Marvin Henkel entwarf, realisierte und charakterisierte in seiner prämierten Arbeit in Zusammenarbeit mit der 5microns GmbH einen Aufbau zur Erzeugung von alkylsilanisierten Monolagen für die Mikrosystemtechnik.
Insgesamt zeichnete der Förderverein der Fakultät für Maschinenbau in diesem Jahr neun Studierende mit dem Förderpreis aus. Die Urkunden wurden ihnen von Prof. Thomas Fröhlich, Vorsitzender des Fördervereins, überreicht:
Wir gratulieren den diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträgern und wünschen ihnen alles Gute für ihre weitere Karriere in Unternehmen oder Forschungseinrichtungen.
Alle Preisträgerinnen und Preisträger:
M.Sc. Marina Bücker
M.Sc. Maria Alejandra Guzman Alfaro
M.Sc. Carlos Gianpaul Rincon-Ruiz
M.Sc. Haoze Wang
M.Sc. Lukas Weyh
M.Sc. Jiekai Wang
B.Sc. Jens Lang
Dipl.-Ing. Marvin Henkel
Dipl.-Ing. Jasmin Ruprecht
Kontakt
Prof. Thomas Fröhlich
Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Fakultät für Maschinenbau und der Feinwerktechnik der Technischen Universität Ilmenau e.V.