Studium

"Ilmenau ist Teil meines Herzens und mein zweites Zuhause geworden"

Weil sie sich durch besondere Studienleistungen hervorgetan haben und sich auch außerhalb des Studiums unermüdlich für ihre Mitstudierenden und den interkulturellen Austausch auf dem Campus und in der Stadt eingesetzt haben, sind Lis Azizah und Umar Khalid, Studierende der TU Ilmenau, am 12. November mit dem DAAD-Preis und dem Preis für Interkulturelles Engagement der Stadt Ilmenau ausgezeichnet worden. Die Verleihung fand im Rahmen des Empfangs der neuen internationalen Studierenden der TU Ilmenau durch den Oberbürgermeister der Stadt Ilmenau statt.

Fünf Personen mit Urkunden und Blumen Barbara Aichroth
Sophia Siegfried, Leiterin des International Office der TU Ilmenau, Ilmenaus Oberbürgermeister Dr. Daniel Schultheiß und Prof. Kai-Uwe Sattler, Präsident der TU Ilmenau, gratulierten den Preisträgern Lis Azizah und Umar Khalid.

“Welcome to Ilmenau, the new home away from home!” Mit diesen Worten begrüßte Dr. Daniel Schultheiß die Neuankömmlinge in Ilmenau. Insgesamt haben im Wintersemester 2024/25 mehr als 350 junge Menschen aus rund 100 Nationen außerhalb Deutschlands ihr Studium an der Technischen Universität begonnen. “Wir sind stolz darauf, dass Sie ein Teil dieser Stadt geworden sind, dass Sie mit Ihrer Perspektive, Ihrem Wissen und Ihrer Geschichte unseren Alltag bereichern werden“, so die Integrationsbeauftragte der Stadt Ilmenau, Maria Franczyk:

Möge diese Zeit nicht nur Ihre akademische Reise prägen, sondern auch zu einer Zeit des persönlichen Wachstums und des echten Miteinanders werden.

“Die Universität und die Stadt leben davon, dass Sie sich einbringen und engagieren“, ergänzte Universitätspräsident Prof. Kai-Uwe Sattler in seiner Begrüßungsrede.

Genau dieser Austausch, der das gegenseitige Verständnis fördert − beispielsweise in einem der zahlreichen Vereine und Clubs der Universität − ist in der heutigen Zeit, die von Konflikten und politischen Veränderungen geprägt ist, wichtiger denn je.

„Bestes Beispiel für lebenslanges Lernen“

Eine Frau, die sich bereits jetzt wie viele andere internationale Studierende auf vielfältige Art für ihre Mitstudierenden engagiert, ist Lis Azizah: „Lis ist außerdem das beste Beispiel für lebenslanges Lernen”, so Sophia Siegried, Leiterin des International Office an der TU Ilmenau, die der Masterstudentin in Medien- und Kommunikationswissenschaft zu Beginn des Empfangs den mit 1000 Euro dotierten DAAD-Preis für hervorragende akademische Leistungen und bemerkenswertes soziales und interkulturelles Engagement des Jahres 2024 überreichte. Nach einer Ausbildung zur Sekretärin, einem Bachelor in Kommunikationswissenschaft an der London School of Public Relations und mehreren Jahren Berufserfahrung als leitende Mitarbeiterin bei Tata Power in Jakarta entschied sie sich im Alter von 44 Jahren für ein Masterstudium an der TU Ilmenau: „Als Mensch, der sein ganzes bisheriges Leben an einem Ort verbracht hat, habe ich mich für Ilmenau entschieden, weil ich glaube, dass diese Stadt als Ausgangspunkt für meine internationale Reise geeignet ist”, so die Kommunikationswissenschaftlerin:

Da Ilmenau eine kleine Stadt ist, konnte ich mich behutsam an das internationale Leben gewöhnen.

Von Beginn ihres Studiums im Oktober 2023 an engagierte sich Lis Azizah nicht nur für ihr eigenes akademisches Vorankommen, sondern im Rahmen des „Close the Gap“-Projekts auch für ihre Mitstudierenden und die Menschen auf dem Campus und in der Stadt. Seit dem Sommersemester 2024 war sie außerdem als we4you-Buddy und we4you-Tutorin für neue internationale Studierende tätig, organisierte Ausflüge und half ihnen, sich auf dem Campus und in der Stadt Ilmenau zurechtzufinden. Aktuell koordiniert sie zudem für die Stadt Ilmenau die indonesische Studierendenvereinigung, die indonesische Studierende in ganz Thüringen miteinander verbindet.

“Lis hat einen außergewöhnlichen Weg in ihrem Leben eingeschlagen”, betonte Sophia Siegfried in ihrer Laudatio:

Sie hat alle ihre Schritte im Leben mit Bedacht gewählt, wahrscheinlich nach Abwägung der Vor- und Nachteile. Sie hat ihre Ziele nie aus den Augen verloren. Zusätzlich zu ihren akademischen Leistungen hat Lis bewiesen, dass ihr Herz und ihre Offenheit gegenüber allen Menschen, egal woher sie kommen, unglaublich sind. Aus all diesen Gründen ist es mir eine Ehre, Lis Azizah den DAAD-Preis für hervorragende akademische Leistungen und bemerkenswertes soziales und interkulturelles Engagement des Jahres 2024 zu verleihen.

„Ilmenau ist ein besonderer Ort“

Im Gegensatz zur DAAD-Preisträgerin war Umar Khalid schon an vielen anderen Orten der Welt unterwegs, bevor er vor zwei Jahren aus seinem Heimatland Pakistan nach Ilmenau kam. „Auch als ich mich für ein Masterstudium beworben habe, hatte ich viele verschiedene Optionen“, so der Student, der sich schließlich für ein Media and Communication Science-Studium an der TU Ilmenau entschied:

Als ich dann mit der Bahn nach Ilmenau angereist bin und aus dem Zug gestiegen bin, habe ich sofort gemerkt, dass die Stadt ein besonderer Ort ist. Ilmenau hat einen ganz eigenen Charme.

Hier habe er Menschen aus allen Regionen der Welt kennengelernt. „Diese Erfahrungen haben mein eigenes kulturelles Verständnis erweitert und es mir ermöglicht, andere zu inspirieren, ähnliche Möglichkeiten zu nutzen.“

Deshalb engagiert sich Umar Khalid nicht nur als we4you-Tutor und war Mitglied des ISWI e.V.. Zudem postet der Student seit anderthalb Jahren ehrenamtlich auf Social Media für die Kampagne „Studieren in Deutschland, Land der Ideen“ des DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, um anderen internationalen Studierenden zu helfen, den Prozess des Studiums in Deutschland zu verstehen und sich schneller einzuleben. Auf seinem privaten Instagram-Kanal berichtete er außerdem über internationale Veranstaltungen des Kuko e.V. und ISWI e.V. an der TU Ilmenau wie das Chinesischen Neujahrsfest, die Persische und die Indische Nacht und das „Zuckerfest“ mit fast 400 Teilnehmenden, das Menschen aus Ilmenau mit der internationalen Studentenschaft zusammenbrachte.

„Nicht zuletzt setzt sich Umar Khalid leidenschaftlich für Ilmenau selbst ein“, so Oberbürgermeister Dr. Daniel Schultheiß in seiner Laudatio. So betreibt er unter anderem einen Instagram-Account (@Ilmenau.City), auf dem er Fotos und Videos teilt, die den besonderen Charme und die kulturelle Vielfalt Ilmenaus zeigen:

Herr Umar Khalid, Sie haben unseren tiefsten Respekt. Wir gratulieren Ihnen herzlich zum wohlverdienten Preis für ‚Interkulturelles Engagement 2024.

Für den Preis, der mit 500 Euro dotiert ist und von der Stadt Ilmenau und dem International Office der TU Ilmenau verliehen wird, bedankte sich der Student mit bewegenden Worten: „Ilmenau ist Teil meines Herzens und mein zweites Zuhause geworden.“

Eine studentische Tanzperformance von Wenyue Wang, Haitong Sun, Yanan Wang mit dem Titel „Free and unfettered" („Frei und ungebunden") und Musik von Gustav Anthon am Klavier und Noel Toms, Sänger, Songwriter und Masterstudent an der TU Ilmenau, dessen Filmkompositionen bereits vor einem Millionenpublikum in südindischen Kinosälen erklangen, zeigten im Anschluss an den Empfang auch das vielfältige kulturelle Engagement internationaler Studierender an der Universität.

 

Hinweis:

In einer früheren Version des Artikels hieß es fälschlicherweise, dass Herr Khalid auch aktuell Mitglied des ISWI e.V. ist und offizieller Mitorganisator oder Gastgeber internationaler Veranstaltungen war, zu denen er beitrug. Die entsprechende Passage haben wir korrigiert.

 

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Sophia Siegfried

Leiterin International Office