Die Technische Universität Ilmenau hat auf der internationalen Fachmesse „Ideen – Erfindungen – Neuheiten“ (iENA) 2024 in Nürnberg erneut ihre Innovationskraft unter Beweis gestellt. Sieben Erfindungen der TU Ilmenau wurden mit Medaillen ausgezeichnet, darunter drei Gold-, drei Silber- und eine Bronzemedaille. Bei einer feierlichen Preisverleihung des Landespatentzentrums Thüringen PATON an der TU Ilmenau nahmen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Medaillen entgegen.
Auf der internationalen Fachmesse „Ideen – Erfindungen – Neuheiten“ iENA 2024 in Nürnberg hat die TU Ilmenau hervorragend abgeschnitten. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erhielten drei Gold-, vier Silber- und eine Bronzemedaille. Damit gehören die Patente der Universität zu den besten aus über 500 Einreichungen aus 30 Ländern.
Eine Goldmedaille erhielt ein Forschungsteam vom Institut für Prozessmess- und Sensortechnik der TU Ilmenau um Prof. Thomas Fröhlich für eine Erfindung, die die Temperatur misst und das Messgerät gleichzeitig vor direkter Sonneneinstrahlung schützt. Durch eine bewegliche Blende wird der Einfluss der Sonnenstrahlen bei Messungen der Lufttemperatur bestimmt und korrigiert, sodass die Temperatur viel exakter gemessen werden kann.
Ebenfalls mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurden Dr. Nesrine Jaziri und Prof. Jens Müller, Leiter des Fachgebiets Elektroniktechnologie, für die Entwicklung eines präzisen Verfahrens zur Herstellung mikroelektronischer Schaltungsträger auf Keramikbasis. Mithilfe der sogenannten Dickschichttechnologie gelang es dem Forschungsteam, die Strukturauflösung von Leiterbahnen von bisher 100 Mikrometern auf unter 20 Mikrometer, also unter 20 Tausendstel Millimeter, zu reduzieren. Auch werden bislang übliche Fehlausrichtungen der Leiterbahnen zu den Kontakten vollständig vermieden. Gegenüber bisherigen Herstellungsverfahren spart die neue Methode der TU Ilmenau zudem Material, Zeit und Energie ein.
Eine dritte Goldmedaille wurde an die zwei Wissenschaftler der TU Ilmenau Prof. Jörg Robert, Leiter des Fachgebiets Zuverlässige Maschine-zu-Maschine-Kommunikation, und Tim Hemmecke, verliehen. Zusammen mit der KOMPASS GmbH im Forschungsprojekt COMSENS+, das von der Thüringer Aufbaubank über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert wird, haben sie ein Monitoringsystem zur Überwachung der Emission von Treibhausgasen von Mooren mit neuartiger drahtloser Sensorik aufgebaut. Da Moore hervorragende Klimaschützer sind – in ihrem natürlichen Zustand speichern sie mehr Kohlenstoff als alle Wälder der Welt zusammen –, sollen Moorflächen, die für die Landwirtschaft trockengelegt wurden, wiedervernässt werden.
Betreut werden die Erfindungen und Innovationen vom Patentmanagement Thüringer Hochschulen. Das Patentmanagement Thüringer Hochschulen, das Teil des an der TU Ilmenau angesiedelten Landespatentzentrums Thüringen PATON ist, unterstützt alle Thüringer Hochschulen im Bereich der gewerblichen Schutzrechte. Dr. Christoph Hoock, Leiter des Landespatentzentrums Thüringen, unterstreicht die Bedeutung der ausgezeichneten Erfindungen für eine nachhaltige Zukunft:
Es ist beeindruckend zu sehen, wie Nachhaltigkeitsziele wie Umwelt, Energieeffizienz und Klimaschutz durch die Hochtechnologie-Erfindungen adressiert werden. Diese Entwicklungen zeigen, wie eng technologische Spitzenleistungen und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbunden sind.
Mit drei Silber- und eine Bronzemedaille wurden folgende Erfindungen der TU Ilmenau ausgezeichnet:
Packaging-Architektur für supraleitende Elektroniksysteme, Dr.-Ing. Heike Bartsch, Prof. Dr.-Ing. Jens Müller, Dr. rer. nat. Jörg Pezoldt, Kateryna Soloviova und Prof. Hannes Töpfer
Die Erfindung adressiert die supraleitende Elektronik, die perspektivisch Lösungen für eine hochsensible Quantensensorik und effiziente Quantenschaltungen bieten wird. Die Lösung basiert auf der Nutzung von Mehrlagen-Keramikschaltungen, die durch eine angepasste Oberflächenarchitektur eine Schnittstelle zwischen klassischer Aufbau- und Verbindungstechnik zur Quantenelektronik bieten.
Breitband-Multispektralkamera, Dr.-Ing. Maik Rosenberger, Dipl.-Ing. Richard Fütterer und Dr.-Ing. Peter Brückner
Die Kernidee dieser Erfindung ist eine Kamera, die sowohl sichtbares Licht als auch nahes und kurzwellige Infrarotstrahlung erfasst. Dadurch kann sie Materialien und Pflanzen genauer analysieren und bietet vielseitige Anwendungsmöglichkeiten, etwa in der Landwirtschaft zur Analyse der Schädigung von Wäldern oder Materialforschung.
Beobachter der Atome - Methode zur sub-nm genauen Regelung verkoppelter überaktuierter Positioniersysteme, M. Sc. Alex Smith Huaman Loayza
Die fortschreitende Miniaturisierung technischer Produkte führt in vielen Industriebereichen zu einem wachsenden Bedarf an Präzisionsmaschinen, mit denen kleinste Strukturen und Objekte hochgenau vermessen und bearbeitet werden können. Ein neues Regelkonzept zur Kompensation von Störkräften liefert einen großen Beitrag zur Erhöhung der Präzision der dafür notwendigen Antriebssysteme.
Federvorrichtung, Dr. Ann-Kathrin Kügler, Dr. Wolfram Kaiser, Prof. Dr.-Ing. habil. Lena Zentner, Dr. Stefan Griebel
Die Erfindung betrifft eine Federvorrichtung bestehend aus einem ersten und einem zweiten Aufhängungselement sowie einer Mehrzahl von Konstantkraft-Federelementen. Die Aufhängungselemente sind über die Konstantkraft-Federelemente in einer Federrichtung (y-Richtung) relativ zueinander bewegbar aufgehängt. Die Konstantkraft-Federelemente sind translationssymmetrisch zueinander in Paketen gruppiert, wobei die einzelnen Pakete dreh-symmetrisch zueinander angeordnet sind. Für eine kompakte Bauweise sind die Federpakete zudem in verschiedenen Ebenen angeordnet, wodurch sich die beim Federn hervorgerufene Momente gegeneinander vorteilhaft aufheben. Anwendungsgebiete sind beispielsweise Präzisionswägetechnik und Aufhängung von Brennstoffzellen.
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