Forschung

Eintauchen in räumliche Klangwelten: Hightech-Hörlabor im I3TC startklar für den Einsatz in Lehre und Forschung

Von der Geräuschkulisse der Großstadt bis hin zu idyllischen Naturklängen: Dank 77 präzise ausgerichteter Lautsprecher können im VR-Lab des Ilmenau Interactive Immersive Technologies Center (I3TC) ab sofort akustische Umgebungen realitätsnah simuliert werden. Möglich gemacht haben das die Medieningenieurwissenschaften-Studierenden Christian Ziener und Niklas Edelmann, die den Raum nach internationalen Standards eingerichtet haben. Das Hörlabor eröffnet nun vielfältige Möglichkeiten für die Erforschung innovativer Virtual- und Augmented-Reality-Technologien und deren Anwendungen: von der Simulation virtueller Klanglandschaften über die realitätsnahe Evaluierung von Hörgeräten bis hin zur Entwicklung immersiver Gaming-Projekte.

TU Ilmenau/Eleonora Hamburg
Die Studierenden Christian Ziener und Niklas Edelmann haben das VR-Lab nach internationalen Standards für Lehre und Forschung eingerichtet.

Die Geräuschkulisse einer pulsierenden Großstadt, ein Konzertbesuch oder der idyllische Klang des Regenwalds – im VR-Lab im Ilmenau Interactive Immersive Technologies Center (I3TC) der TU Ilmenau können Hörer*innen ab sofort in verschiedenste akustische Landschaften eintauchen. Dank einer optimierten Anordnung von 77 Lautsprechern werden die Hörumgebungen realitätsnah simuliert. Möglich wird dies nicht nur durch modernste Technik, sondern auch durch den Einsatz von Christian Ziener und Niklas Edelmann, Masterstudierende der Medieningenieurwissenschaften (ehemals Medientechnologie). Im Rahmen eines Medienprojekts machten sie das Labor einsatzbereit für Lehre und Forschung an der TU Ilmenau.

Optimierter Raumklang dank präziser Lautsprecherausrichtung

Im Hörlabor des Grace-Hopper-Baus der TU Ilmenau können nun alle gängigen Wiedergabestandards realisiert werden – von einfachen Stereo-Setups bis hin zu komplexen Systemen wie 22.2 oder Ambisonics, die auch in Kinos zum Einsatz kommen. Die besondere Anordnung der Lautsprecher erlaubt es, die akustische Umgebung präzise zu kontrollieren und realistische Klangbilder zu erzeugen. Für einen optimierten Raumklang haben Niklas und Christian das Labor, in dem die Lautsprecher zunächst ohne spezifische Ausrichtung montiert und nicht standardkonform eingerichtet waren, vermessen. Danach erfolgte die genaue Positionierung und Ausrichtung der Hoch- und Tieftonlautsprecher. Der Schlüssel für ein ideales Klangerlebnis, so Niklas und Christian, lag in der Ausrichtung der Ausspielkanäle zum Sweet Spot, dem Punkt der optimalen Klangwiedergabe für Hörer*innen, der von den beiden Studierenden in der Raummitte bestimmt wurde. Somit entspricht das VR-Lab nun den empfohlenen internationalen Standards, u.a. der International Telecommunication Union (ITU).

Ort zum Forschen und Ausprobieren

Das VR-Lab dient nicht nur als Ort für die praxisnahe Lehre, sondern eröffnet auch vielfältige Möglichkeiten für die Erforschung innovativer Virtual- und Augmented-Reality-Technologien und deren Anwendungen: von der Simulation virtueller Klanglandschaften über die realitätsnahe Evaluierung von Hörgeräten bis hin zur Entwicklung immersiver Gaming-Projekte. Dank vorinstallierter Einstellungen, die flexibel angepasst werden können, ist die Lautsprecheranordnung vielseitig nutzbar, wie Stephan Werner, kommissarischer Leiter des Fachgebiets Elektronische Medientechnik und Betreuer des Medienprojekts, erklärt:

Die Möglichkeit, im VR-Lab sowohl festgelegte Lautsprecher-Konfigurationen als auch flexible Audiowiedergabe  zu nutzen, bei der einzelne Klänge präzise im Raum positioniert werden können, ist außergewöhnlich und ist weltweit selten vorzufinden.  Das Labor eröffnet uns neue Möglichkeiten in der Forschung und schafft einen Raum für praxisnahe Lehre, um Studierenden die Arbeit mit modernen Audiosystemen und Standards zu vermitteln.

Für Studierende ist das VR-Lab vor allem ein Ort, um praktische Erfahrungen zu sammeln, wie Christian und Niklas erzählen. Die eigenverantwortliche Umsetzung dieses technisch anspruchsvollen Projekts vertiefte nicht nur ihr Fachwissen, sondern bestärkte sie auch in ihren beruflichen Ambitionen im Akustikbereich:

Als Akustikingenieure hat uns die Arbeit im VR-Lab viel Spaß gemacht. Es ist für uns etwas Besonderes, ein Projekt umzusetzen, das einen bleibenden Nutzen für die Universität hat und wir sind schon sehr gespannt auf zukünftige Forschungsprojekte, die im Labor verwirklicht werden.

Kontakt

Dipl.-Ing. Thomas Helbig

Referent für Technik und Forschung im I3TC