Drei Absolventinnen und Absolventen der TU Ilmenau sind bei der Absolventenfeier am 6. Juni 2026 für ihre herausragende Studienleistungen und Forschungen geehrt worden. Mit ihren durch den Förderverein Elektrotechnik und Informationstechnik e. V. Ilmenau ausgezeichneten Arbeiten adressieren sie wichtige Themen der Nachhaltigkeit, Medizin- und Energietechnik.
Andreas Winter beschäftigte sich in seiner Masterarbeit zum Anodisierverhalten von Guss-Aluminiumlegierungen im Studiengang Elektrochemie und Galvanotechnik mit einer zentralen Frage der nachhaltigen Materialnutzung: Wie lässt sich recyceltes Aluminium so behandeln, dass es die gleichen hochwertigen Oberflächeneigenschaften erhält wie neu produziertes Material?
Dazu untersuchte der Stipendiat des Zentralverbands Oberflächentechnik (ZVO) in Zusammenarbeit mit der Jönköping University in Schweden und den Einfluss von Eisenverunreinigungen, die insbesondere in Recycling-Legierungen vorkommen und die Bildung schützender Oberflächenschichten beeinträchtigen können. „Damit lieferte Andreas Winter einen erstklassigen Beitrag zur Ressourceneffizienz dieser wichtigen Materialklasse“, so Laudator Prof. Jochen Seitz.
Seit Februar 2026 ist Andreas Winter wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Elektrochemie und Galvanotechnik der TU Ilmenau unter Leitung von Prof. Andreas Bund, der auch seine Masterarbeit betreute. Dort beschäftigt er sich mit elektrochemischen Prozessen für die Fertigung von Hochtemperaturelektrolyseuren, die benötigt werden, um grünen Wasserstoff herzustellen.
Hohe Motivation und besonderes Engagement
Für ihre exzellenten Leistungen im Masterstudiengang Werkstoffwissenschaft zeichnete der Förderverein auch Pia Wild aus. Sie beschäftigt sich in ihrer Masterarbeit am Fachgebiet Metallische Werkstoffe und Verbundwerkstoff bei PD Dr. Lange mit Molybdän, einem für die Medizintechnik sehr vielversprechenden, biologisch abbaubaren Metall.
Um Erkenntnisse für den Einsatz des Molybdäns in so genannten Osteosynthese-Implantaten zu gewinnen, die bei Knochenbrüchen im Körper eingesetzt werden, analysierte sie den Einfluss verschiedener Bearbeitungsverfahren auf die mechanischen Eigenschaften und das Degradationsverhalten des Werkstoffs. Ziel war es herauszufinden, wie die Implantate nach der Heilung der Fraktur im Körper bestmöglich abgebaut werden können, um nicht operativ entfernt werden zu müssen. „Mithilfe von Langzeittests in simulierter Körperflüssigkeit und numerischen Simulationen konnte Frau Wild Aussagen zum Degradationsverhalten solcher Implantate machen. Dabei glänzte sie bereits während ihrer gesamten Studienzeit durch ihre hohe Motivation, ihr Engagement und ihren Ehrgeiz“, so Prof. Seitz in seiner Laudatio.
Wissenschaftliche Fragestellungen mit praktischer Relevanz verbunden
Einen weiteren Preis erhielt Danilo Hopf für seine Diplomarbeit im Studiengang Elektrotechnik und Informationstechnik. Am Fachgebiet Leistungselektronik und Steuerungen in der Elektroenergietechnik unter Leitung von Prof. Albrecht Gensior beschäftigte er sich mit der elektromagnetischen und elektromechanischen Charakterisierung einer elektrischen Maschine.
„Dabei handelt es sich um eine messtechnisch anspruchsvolle Aufgabe, die im Grenzbereich der Gebiete Leistungselektronik und elektrische Maschinen angesiedelt ist“, erklärt Prof. Jochen Seitz:
Herrn Hopf gelang es, ein Messverfahren für einen vollständig automatisierten Ablauf zu entwickeln, um Kennfelder der Maschine in reproduzierbarer Weise zu erfassen. Damit hat er nicht nur die Aufgabenstellung in hervorragender Weise gelöst, sondern vor allem durch die entwickelte Auswertemethodik auch einen wichtigen Beitrag zur Forschung auf diesem Arbeitsgebiet geleistet.
Das von Danilo Hopf im Kontext der Forschungsgruppe "Softwarespezifizierte autonome Netze" (SOFIE) entwickelte Verfahren und die Ergebnisse seiner Forschungen wurden als Beitrag auf der Konferenz Energy Conversion Congress & Expo 2026 (ECCE 2026) angenommen, die vom 14. bis 18. September 2026 in Valencia, Spanien, stattfindet.
Mit den Auszeichnungen würdigt der Förderverein Elektrotechnik und Informationstechnik e. V. Ilmenau nicht nur herausragende Studienleistungen, sondern auch das Engagement junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die mit ihren Ideen und ihrer Forschung die Technologien von morgen mitgestalten, so Prof. Seitz:
Die prämierten Arbeiten machen deutlich, wie unsere Studierenden wissenschaftliche Fragestellungen mit praktischer Relevanz verbinden. Sie leisten damit Beiträge zu einer nachhaltigen, technologisch leistungsfähigen und zukunftsorientierten Gesellschaft.
Kontakt
Prof. Jochen Seitz
Förderverein Elektrotechnik und Informationstechnik e. V. Ilmenau