Neue Partnerschaften, intensive Fachgespräche und gemeinsame Zukunftsperspektiven: Ende Mai und Anfang Juni 2026 reiste eine hochrangige Thüringer Delegation nach Indien. Für Universitätspräsident Prof. Kai-Uwe Sattler und die TU Ilmenau bot die Reise die Gelegenheit, bestehende wissenschaftliche Beziehungen zu vertiefen, neue Kooperationen anzustoßen und die Zusammenarbeit mit einem ihrer wichtigsten internationalen Partnerländer weiter auszubauen.
Wissenschaftliche Brücken bauen: Was die Reise der Thüringer Delegation nach Indien für die TU Ilmenau bedeutet
Unter der Leitung von Ministerpräsident Mario Voigt besuchte die Thüringer Delegation die indischen Metropolen Delhi, Hyderabad und Bangalore. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Medien kamen zusammen, um die Beziehungen zwischen Thüringen und Indien weiter zu stärken. Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur wirtschaftliche Kooperationen. Ziel der Reise war es auch, Fachkräfte zu gewinnen sowie die wissenschaftliche Zusammenarbeit, gemeinsame Forschungsaktivitäten und den akademischen Austausch zu intensivieren.
Für die TU Ilmenau unterstrich die Reise die wachsende Bedeutung Indiens als Partner in Wissenschaft und Hochschulbildung, wie Universitätspräsident Prof. Kai-Uwe Sattler betont:
Indien hat sich zu einem immer wichtigeren Partner für deutsche Hochschulen entwickelt. Mit seinem rasch wachsenden Hochschulsektor, seinem starken Fokus auf Exzellenz, Innovation und Technologie sowie seinem großen Pool an hochqualifizierten Studierenden sowie Absolventen und Absolventinnen bietet das Land bedeutende Chancen für die internationale Zusammenarbeit in Wissenschaft.
Indien als wichtiger Partner der TU Ilmenau
Die wissenschaftlichen Beziehungen zwischen der TU Ilmenau und Indien sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen. Heute studieren mehr als 550 Master- und Promotionsstudierende aus Indien an der TU Ilmenau. Damit gehört Indien zu den wichtigsten internationalen Partnerländern der Universität.
Gemeinsame Forschungsprojekte mit indischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie wissenschaftliche Veröffentlichungen mit indischen Partnerinnen und Partnern sind fester Bestandteil der internationalen Aktivitäten der TU Ilmenau. Seit 2024 haben diese Beziehungen zusätzlich an Dynamik gewonnen, vorangetrieben durch das Präsidium der TU Ilmenau und unterstützt von PD Dr. Sukhdeep Singh, Leiter der Forschungsgruppe Bioorganische Chemie bioaktiver Oberflächen.
Ein wichtiger Impulsgeber ist die enge Zusammenarbeit mit der Wissenschafts- und Technologieabteilung der Botschaft Indiens in Berlin. Insbesondere durch die Unterstützung von Dr. Ramanuj Banerjee, Counsellor (Science & Technology), konnten zahlreiche neue Kontakte zwischen Forschenden und Institutionen beider Länder geknüpft werden. Ein weiterer Katalysator für die deutsch-indische Zusammenarbeit war der „India Day 2024“ an der TU Ilmenau, der von PD Dr. Singh und Dr. Jürgen Nützel von der deenovum Technologies AG, damals 4FriendsOnly.com Internet Technologies AG, in Zusammenarbeit mit der LEG Thüringen und mit Unterstützung des Präsidiums der TU Ilmenau organisiert wurde und unter anderem den indischen Generalkonsul willkommen hieß.
Vor diesem Hintergrund ist die von der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG Thüringen) koordinierte Delegationsreise nicht als Einzelereignis zu verstehen, sondern als Teil einer langfristigen Strategie zum Ausbau der wissenschaftlichen und akademischen Beziehungen zwischen Thüringen und Indien, so Prof. Sattler:
Für die TU Ilmenau bot die Reise die Möglichkeit, bestehende Partnerschaften weiterzuentwickeln, neue Kooperationen und Forschungsprojekte auszuloten sowie Austauschmöglichkeiten für Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu diskutieren.
Gemeinsam Forschung und Innovation voranbringen
Während der Reise trafen die Mitglieder der Delegation Vertreterinnen und Vertreter indischer Universitäten, Forschungseinrichtungen und Technologiezentren. Im Fokus standen Themenfelder, in denen Thüringen und Indien über komplementäre Stärken verfügen und voneinander profitieren können.
Dabei wurde deutlich, dass das Potenzial für eine engere Zusammenarbeit weit über einzelne Hochschulen hinausreicht. Vielmehr eröffnet sich ein breites Netzwerk aus Wissenschaft, Forschung und Industrie, das beide Länder miteinander verbindet und neue Perspektiven für gemeinsame Projekte schafft.
Das Programm der Delegationsreise spiegelte damit ein übergeordnetes strategisches Ziel wider: langfristige Partnerschaften aufzubauen, die wissenschaftliche Exzellenz mit gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen verbinden.
Höhepunkte der Reise für die TU Ilmenau
Neue Partnerschaft mit BITS Pilani
Ein wichtiger Meilenstein war die Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding (MoU) zwischen der TU Ilmenau und dem Birla Institute of Technology and Science (BITS) Pilani. Die Universität zählt zu den renommiertesten privaten Hochschulen Indiens. Im Anschluss besuchte die Delegation den BITS-Campus in Hyderabad, einem von vier Standorten der Universität in Indien.
Kooperation mit dem IIT Delhi vertieft
Mit dem Indian Institute of Technology Delhi (IIT Delhi), einer der international führenden technischen Hochschulen Indiens, unterzeichnete die TU Ilmenau eine Absichtserklärung (Letter of Intent, LoI). Begleitet wurde der Besuch von einem Einblick in die Forschungsinfrastruktur des Instituts, darunter die Nano Research Facility (NRF), das Centre for Sensors, Instrumentation and Cyber Physical System Engineering (SeNSE) sowie der Research & Innovation Park.
Vielversprechende Perspektiven mit dem ICTS
Gespräche mit Forschenden des International Centre for Theoretical Sciences (ICTS), einer Spitzenforschungseinrichtung des Tata Institute of Fundamental Research (TIFR), machten deutlich, dass es zahlreiche wissenschaftliche Schnittmengen gibt. Insbesondere in Bereichen wie der Strömungsmechanik und weiteren Feldern der theoretischen Forschung wurden vielversprechende Anknüpfungspunkte für zukünftige Kooperationen identifiziert.
Austausch an Indiens führender Forschungsuniversität
Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des Indian Institute of Science (IISc) in Bangalore, das als eine der renommiertesten Forschungsuniversitäten Indiens gilt. Gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des IISc tauschte sich die Delegation über internationale Kooperationen, Quantentechnologien und den Forschungsansatz „One Health“ aus.
Den Abschluss bildete ein Besuch des Centre for Nano Science and Engineering (CeNSE) sowie des National Nano Fabrication Centre des IISc. Die Einrichtungen gewährten Einblicke in die hochmoderne Forschungsinfrastruktur des Instituts und dessen internationale Spitzenforschung.
Mit dabei war auch Prof. Doris Heinrich, Leiterin des Fachgebiets Biotechnische Mikro- und Nanosysteme für die Lebenswissenschaften an der TU Ilmenau und Institutsdirektorin des Instituts für Bioprozess- und Analysenmesstechnik e.V. (iba) in Heilbad Heiligenstadt:
Da ich sowohl an der TU Ilmenau als auch an unserem An-Institut, dem iba, Promovierende und Masterstudierende aus Indien betreue und betreut habe, interessieren mich deren Herkunftsland und akademische Kooperationen mit sehr guten Forschungseinrichtungen in Indien. Daher waren für mich der Besuch des IISc Bangalore und des IIT Delhi Highlights. Ich nehme von dieser Reise sehr positive Eindrücke sowohl aus dem akademischen als auch aus dem industriellen Umfeld mit und freue mich sehr auf zukünftige Kooperationen mit indischen Partnern.
Zeichen des starken internationalen Engagements
Mit der Rückkehr der Delegation nach Thüringen beginnt nun die weitere Arbeit. „Der Erfolg einer solchen Reise bemisst sich nicht allein an unterzeichneten Vereinbarungen, sondern vor allem an den langfristigen Netzwerken, gemeinsamen Forschungsprojekten und fachlichen Kontakten, die daraus entstehen“, so Präsident Prof. Kai-Uwe Sattler:
Für die TU Ilmenau ist die Reise ein weiteres Zeichen ihres starken internationalen Engagements. Gleichzeitig verdeutlicht sie die wichtige Rolle, die Hochschulen beim Aufbau nachhaltiger Beziehungen zwischen Thüringen und Indien spielen. Die während der Reise geknüpften Kontakte und angestoßenen Kooperationen schaffen die Grundlage für künftige gemeinsame Forschung, akademischen Austausch und innovative Lösungen für globale Herausforderungen.
Mehr über die Reise
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