03.07.2026

Phyiksommer 2026: Von der Materie zum Material

Einmal im Labor stehen, mit echter Messtechnik arbeiten und ausprobieren, wie physikalische Forschung wirklich funktioniert – genau das können in diesem Jahr wieder 50 Oberstufenschülerinnen und -schüler beim 24. Ilmenauer Physiksommer der Technischen Universität Ilmenau erleben. Vom 7. bis 11. September 2026 verwandelt sich das Institut für Physik in einen Ort, an dem eine Woche lang experimentiert, geforscht und diskutiert wird. 

Die Bewerbung ist bis zum 21. August 2026 auf der Website des Instituts für Physik möglich.

Junge Frau schaut durch FernrohrTU Ilmenau/Annika Mehlis

„Von der Materie zum Material“: Schon das diesjährige Motto des Physiksommers beschreibt den roten Faden der Woche: Die Teilnehmenden starten bei den kleinsten Bausteinen der Materie und arbeiten sich Schritt für Schritt zu den Eigenschaften moderner Materialien vor, die unsere heutige Technik prägen. Dabei geht es immer wieder um eine zentrale Frage: Wie werden aus physikalischem Verständnis und Modellen ingenieurwissenschaftliche Anwendungen mit konkretem gesellschaftlichem Nutzen?

Ein Beispiel dafür ist die Supraleitung. Warum verliert ein Material plötzlich seinen elektrischen Widerstand, wenn es stark genug abgekühlt wird? Und wie lässt sich dieser Effekt nutzen, um extrem starke Magnetfelder zu erzeugen?  Oder warum eignen sich Isolatoren für die Wärmeleitung bei niedrigen Temperaturen viel besser als Metalle? Genau solche Phänomene stehen im Mittelpunkt der Woche und verbinden Grundlagenforschung mit technischer Anwendung.

Vom Hörsaal ins Labor

Der Physiksommer ist dabei alles andere als reine Theorie. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in kleinen Gruppen an eigenen Projekten und entscheiden sich für eines von mehreren Themenfeldern – von Laserphysik über Halbleiterbauelemente bis hin zu Festplatten, Leuchtdioden oder supraleitenden Sensoren. Unterstützt werden sie dabei von studentischen Tutorinnen und Tutoren, die sie durch Literaturrecherche, Experiment und Auswertung begleiten. Am Ende der Woche präsentieren die Gruppen ihre Ergebnisse in Kurzvorträgen. Die besten Beiträge werden ausgezeichnet.

Parallel dazu geht es ins Labor. Im Grundpraktikum der Physik führen die Teilnehmenden Experimente durch, wie sie auch im Physikstudium an der TU Ilmenau Bestandteil der Ausbildung sind. Sie messen, justieren, beobachten und erleben direkt, wie aus Daten physikalische Erkenntnisse entstehen. Ergänzt wird dieses praktische Arbeiten durch Vorlesungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der TU Ilmenau sowie der ingenieurwissenschaftlichen Fakultäten, die die Themen wissenschaftlich einordnen und weiterführen.

Einblicke ins Campusleben

Doch der Physiksommer spielt sich nicht nur im Hörsaal und Labor ab. Die Teilnehmenden wohnen gemeinsam in der Ilmenauer Jugendherberge, lernen den Campus der Universität kennen und bekommen Einblicke in das studentische Leben. Gespräche mit Studierenden, gemeinsame Abende und auch Freizeitangebote – etwa ein Besuch der Sommerrodelbahn – gehören ebenso zur Woche wie die Physik selbst.

Der Physiksommer hat am Institut für Physik eine lange Tradition und findet seit 2001 jährlich statt. Er richtet sich gezielt an physik- und technikinteressierte Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe aus ganz Deutschland, insbesondere aus Leistungskursen oder spezialisierten naturwissenschaftlichen Profilen.

Geleitet wird der Physiksommer auch in diesem Jahr von Experimentalphysiker und Thüringer Forschungspreisträger Professor Jörg Kröger. Er ist überzeugt: „Am Ende des Physiksommers steht nicht nur ein besseres Verständnis von Physik, sondern oft auch eine sehr persönliche Entscheidung: Will ich selbst in diese Richtung studieren? Genau dafür bietet der Physiksommer Raum, mitten im universitären Alltag, zwischen Experiment, Diskussion und neuen Eindrücken.“