
Marco Frezzella
Pressesprecher
Haus G, Max-Planck-Ring 14
98693 Ilmenau
+ 49 3677 69-5003
marco.frezzella@tu-ilmenau.de
Adobestock-decoratorVier junge Wissenschaftler der Technischen Universität Ilmenau, wollen 6G, die neueste Generation desMobilfunkstandards, marktfähig machen. Sie erhalten eine exist-Forschungstransfer Förderung des Bundeswirtschaftsministeriums, mit der sie nun ihr Unternehmen „unparallabs“ aufbauen können. Ihr Ziel: Mit einer neuen Funkwellen-Technologie den Weg für leistungsfähige, flexible Anwendungen im künftigen 6G-Markt freimachen – die Voraussetzung für effizientere, sicherere und kostengünstigere Smart Cities.
Die kommerzielle Einführung des neuesten Mobilfunkstandards 6G wird für Anfang der 2030er Jahre erwartet. Dann wird die neueste sechste Mobilfunkgeneration schnelleres Internet ermöglichen. Aber Mobilfunknetze können viel mehr als nur Daten übertragen: 6G wird selbst zum Sensor, dennMobilfunkmasten erfassen präzise ihre gesamte Umgebung: Objekte und Bewegungen – ähnlich wie Radar. Das Zauberwort für diese eng vernetzte digitale Welt ist ISAC: Integrated Sensing and Communication integriert in die Mobilkommunikation Radarfunktionen. Mobilfunkmasten werden zu „Sinnesorganen“, die Funkwellen „sehen“.
Mit ISAC lassen sich Smart Cities bauen, urbane Räume, in denen Infrastrukturen, Mobilität und Verwaltung durch lückenlose Echtzeit-Vernetzung, Künstliche Intelligenz und integrierte Sensorik digital gesteuert werden. Bewegungen, Verkehrsdaten, Wetterveränderungen und der Zustand von Gebäuden können in Echtzeit erfasst werden, ohne dass überall separate Sensoren oder Kameras installiert werden müssten.
Aber noch gibt es ISAC nicht. Und mit konventioneller Technologie lässt sich ISAC nicht entwickeln: Derzeitige Hochfrequenzmesssysteme sind technisch inkompatibel, extrem teuer oder sie erfordern überaus langwierige Integrationsprozesse. Ein Team von vier Absolventen der TU Ilmenau arbeitet seit 2019 an neuer Hochfrequenzmesstechnik für 6G und ISAC. Ihr Ziel ist ambitioniert: Aus ihren Forschungsergebnissen sollen wirtschaftlich tragfähige technische Produkte werden, kurz: Sie wollen die ISAC-Technologie überhaupt erst praktisch nutzbar machen.
Diesem Ziel sind die vier Wissenschaftler zwischen 28 und 35 nun ein großes Stück näher gerückt: Unterstützt durch den Ilmkubator Gründungsservice der TU Ilmenau, erhielten sie den Zuschlag für eine exist-Forschungstransfer Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Das Exzellenzprogramm des Bundes unterstützt sie nun dabei, ihre Ausgründung aus der TU Ilmenau – sie nennen sie „unparallabs: Unparalleled Software-Defined Instrumentation for 6G and Beyond – vorzubereiten. Eine Adelung, denn die Ansprüche für eine solche exist-Förderung an Spin-off-Projekte sind sehr hoch: Nur gut ein Viertel der Anträge werden bewilligt. Und mehr noch: Normalerweise beträgt die Förderdauer 18 Monate, das unparallabs-Team wird seit dem 1. Juni sogar für 30 Monate mit gut 1,3 Millionen Euro gefördert.
Nun kann sich das Team, unterstützt von starken Partnern aus Forschung und Industrie, an die Arbeit machen, eine Software-Defined Instrumentation für den 6G-Standard zu entwickeln – der Schlüssel, um ISAC praktisch nutzbar zu machen, denn diese Software-basierten Messsysteme vereinfachen sowohl die Entwicklung als auch die Erprobung von ISAC-Technologien erheblich. Statt komplexer, teurer Spezialhardware ermöglichen sie flexible und skalierbare Tests – ein entscheidender Schritt zur Marktreife der ISAC-Funktechnik. Der Weg für leistungsfähige, flexible Anwendungen im künftigen 6G-Markt wäre frei.
In ihrem LinkedIn-Profil teilen die vier jungen Wissenschaftler ihre Vorfreude auf das, was nun auf sie zu kommt: „exist gibt uns die Möglichkeit, in den kommenden Monaten und Jahren genau das zu tun, was in Deep-Tech-Entwicklungen entscheidend ist: Fokussiert arbeiten ohne Abstriche bei wissenschaftlicher Qualität oder technologischer Tiefe. Wir sind stolz, dankbar und voller Vorfreude auf alles, was jetzt kommt.“
Die Chancen für das unparallabs-Team stehen gut: Nach dem exist-Jahresbericht überleben über 90 Prozent der geförderten Gründungen die Jahre nach der Gründung.