Antonia | Benissa, Spanien

Anglistik

Im letzten Semester meines Bachelor-Studiums an der Universität Erfurt habe ich erfahren, dass Graduierte innerhalb eines Jahres nach Abschluss die Möglichkeit erhalten, (nochmals) ins Ausland mit Erasmus zu gehen. Das Angebot hatte mich sehr angesprochen, da ich kurz davorstand, mein Studium zu beenden und vor dem Einstieg ins Berufsleben noch einmal praktische Erfahrung bei einem Auslandspraktikum sammeln wollte – inklusive neuer interkultureller und persönlicher Einblicke in die Kultur, Arbeitswelt und den Alltag des Gastlandes. 

 

Wieso Spanien? Wieso Lokaljournalismus? Wieso die CBN?

Da ich bereits Erfahrungen im Bereich Kommunikation, Redaktion und Texten bei einem Pflichtpraktikum sammeln konnte, war mir klar, dass ich auf diese Kompetenzen weiter aufbauen möchte. Schnell ist mir bei der Homepage der EU-Praktikum THÜRINGEN das Angebot des Costa Verlags in Benissa aufgefallen: eine Printzeitung für deutschsprachige Auswanderer und Touristen. Hinter die Kulissen einer Lokalredaktion an so einem besonderen Ort zu schauen, hat mich sofort interessiert – außerdem war ich bereits 2024 in meinem Auslandssemester in Andalusien und konnte nun meine Spanischkenntnisse wieder auspacken und eine neue Ecke Spaniens kennenlernen. Die außergewöhnlichen Benefits eines eigenen Autos und einer gestellten Wohnung haben mich dann endgültig überzeugt, mich einfach mal zu bewerben.

In einem kurzen Bewerbungsgespräch mit Judith Finsterbusch wurde ich auf die neuen Aufgaben aufmerksam gemacht, aber auch vor möglichen Herausforderungen wie den schwülen und heißen Temperaturen, die mich während meines Aufenthalts von Anfang Juni bis Ende August erwarten würden, gewarnt. Transparenz wurde also von beiden Seiten bereits von Anfang an deutlich, was ich als sehr positiv wahrgenommen habe: Es wurde nichts beschönigt, sondern ehrlich kommuniziert, welche Erwartungen man an die Praktikanten hat (offen auf fremde Menschen zugehen können, gute Spanischkenntnisse für den Alltag sowie Interviews sind essenziell, Führerschein und gute Fahrkenntnisse für die Mobilität zwingend notwendig, etc.) und was man im Gegenzug von der Redaktion erwarten dürfe (starke Einbindung in den Redaktionsalltag, viele Freiheiten in Themenwahl, Einbringung eigener Ideen, kostenlose Unterkunft, etc.). 

 

Erste Eindrücke, Arbeitsalltag, etc. 

Ende Mai kam ich also in Alicante an und bin dann mit dem Bus ins beschauliche Örtchen Benissa gefahren. Ich wurde herzlich von meiner Mitbewohnerin und Praktikantin-Kollegin in Empfang genommen. Wir kannten uns zu dem Zeitpunkt bereits über WhatsApp – sowohl die Redaktion als auch die EU-Praktikum THÜRINGEN haben den Kontakt ermöglicht, damit wir uns bereits etwas beschnuppern und über die gemeinsame Arbeit auszutauschen konnten.

Auch die Redakteure und Mitarbeiter der Redaktion empfingen mich sehr herzlich an meinem ersten Arbeitstag. Ich wurde sofort in die Abläufe eingebunden und mit Themenvorschlägen für meine ersten Artikel konfrontiert. Für mich eine super Möglichkeit, sich nicht nur wie eine Praktikantin, sondern eine geschätzte Kollegin zu fühlen. Der Arbeitsalltag sah wie folgt aus: Montag bis Donnerstag von circa 9 bis 17 Uhr in der Redaktion Artikel aufziehen, verfassen, redigieren und Korrektur lesen. Ab und an war man auch unterwegs und hat Menschen zu den unterschiedlichsten Themen befragt (Rettungsschwimmer über die kommende Badesaison, Besucher des traditionellen San-Juan-Festes in Jávea über die Stimmung, den Ablauf und die Rituale der Feierlichkeit, Wasserski-Betreiber über das 60-jährige Jubiläum, etc.). Freitags war unser „Ausflugstag“, d.h. wir sind auf längere Recherche-Ausflüge gegangen, wie beispielsweise der Besuch einer abenteuerlichen Wasserhöhle für einen Artikel über „Abkühlung im Sommer in verschiedenen Höhlen an der Costa Blanca“. An diesem Tag mussten wir nicht in die Redaktion, sondern haben den Artikel für die kommende Woche, meist ein Ausflugstipp an der Costa Blanca, vorbereitet. Redaktionsschluss war dann immer Donnerstagnachmittag, bis dahin musste alles stehen. 


Unsere Printartikel haben wir Praktikanten nach einer intensiven SEO-Schulung auch für die Webseite aufbereitet. Neues Medium bedeutete auch neue Zielgruppen, was besonders spannend war. Dennoch erforderte es auch viel Aufmerksamkeit und Präzision, die Artikel mit geeigneten Schlagwörtern und eventuellen Extra-Erklärungen für Deutsche, Schweizer und Österreicher zu überarbeiten. Dafür haben wir allerdings immer Ansprechpartner und konstruktive Kritik erhalten. 

 

Tipps für zukünftige Praktikanten und Fazit

Zukünftigen Praktikanten kann ich vor allem versprechen, dass sie selbst in drei Monaten wahnsinnig viel sehen und erleben werden – meine Galerie ist voller Fotos, die unterschiedlicher nicht sein könnten: von malerischen Buchten über bunte Tropfsteinhöhlen bis hin zu Künstlerateliers in weißen Höhlen. Als Praktikant hat man bei der CBN wirklich viele Benefits und Freiheiten, für die man sich mit gewissenhafter Arbeit und ausreichend Motivation und Selbstständigkeit bedanken kann. Individuelle Interessen werden von der Redaktion berücksichtigt, sodass eigene Ideen herzlich willkommen sind und man sich sprachlich und thematisch auch etwas austoben kann. 

 

Die Arbeitsatmosphäre zeichnete sich insbesondere durch flache Hierarchien aus. Meist hat der Chefredakteur sogar Kaffee für alle zubereitet und im Tiefkühlfach gab es immer für alle Eis als Abkühlung. Das Feedback für meine verfassten Artikel erhielt ich immer von den Redakteuren, die mir den „Auftrag“ erteilt haben. Manche haben nur Verbesserungsvorschläge angebracht, andere haben intensiv die positiven Aspekte des Textes hervorgehoben und andere wiederum haben ihn abgenickt und gesagt: Passt so! Konstruktiv waren das Feedback und die Kritik aber immer, sodass ich viel für mich selbst mitnehmen konnte – und auch auf „Schwachstellen“ meiner journalistischen Schreibweise aufmerksam wurde. Eine Kritik, die ich dankend annahm, da ich bis dato noch nie im Bereich Journalismus gearbeitet hatte. 

 

Persönliches Learning

Letztendlich konnte ich jedoch nicht nur meine Schreibkenntnisse bezüglich eines neuen und unbekannten Mediums (sprich: Printzeitung einer Lokalredaktion) verbessern, sondern auch meine Spanischkenntnisse täglich anwenden und somit auffrischen. Da ich „gezwungen“ war, auf Einheimische zuzugehen, um Informationen für meine Artikel zu sammeln, habe ich schnell diese erste Kontaktscheu überwunden. Die Spanier waren zumeist sehr offen und neugierig, wenn ich mit ihnen ein kurzes Gespräch über das Thema X für eine deutsche Zeitung führen wollte. Da wir jede Woche eine neue Zeitung veröffentlicht haben, mussten bis Donnerstag die jeweiligen Artikel stehen – somit habe ich intensiv den Zeitdruck im Journalismus kennengelernt: mit lauernden Deadlines, tickenden Uhren und dem einen oder anderen verzweifelten Gedanken, wie man das alles bis 16 Uhr schaffen soll. Dennoch hat mich diese Erfahrung sehr darin bestärkt, wie produktiv und qualitativ hochwertig ich auch in stressigeren Zeiten arbeiten kann und worauf es ankommt, wenn man nur noch wenig Zeit zur Verfügung hat.

 

Ich würde das Praktikum bei den Costa Blanca Nachrichten definitiv weiterempfehlen, bin nach drei Monaten Hochsommer aber auch froh, wieder im kühleren Deutschland zu verweilen und mit langen Klamotten, die nicht auf der Haut kleben, den Alltag zu bestreiten. Eine tolle Erfahrung war es trotz Hitzewelle, Bränden und Petermännchen-Warnungen dennoch – sowohl persönlich als auch beruflich. Mit einigen Redakteuren und Praktikanten stehe ich weiterhin in persönlichem Kontakt. 

 

Tipps für zukünftige Praktikanten und Fazit

Zukünftigen Praktikanten kann ich vor allem versprechen, dass sie selbst in drei Monaten wahnsinnig viel sehen und erleben werden – meine Galerie ist voller Fotos, die unterschiedlicher nicht sein könnten: von malerischen Buchten über bunte Tropfsteinhöhlen bis hin zu Künstlerateliers in weißen Höhlen. Als Praktikant hat man bei der CBN wirklich viele Benefits und Freiheiten, für die man sich mit gewissenhafter Arbeit und ausreichend Motivation und Selbstständigkeit bedanken kann. Individuelle Interessen werden von der Redaktion berücksichtigt, sodass eigene Ideen herzlich willkommen sind und man sich sprachlich und thematisch auch etwas austoben kann. 

 

Ich würde das Praktikum bei den Costa Blanca Nachrichten definitiv weiterempfehlen, bin nach drei Monaten Hochsommer aber auch froh, wieder im kühleren Deutschland zu verweilen und mit langen Klamotten, die nicht auf der Haut kleben, den Alltag zu bestreiten. Eine tolle Erfahrung war es trotz Hitzewelle, Bränden und Petermännchen-Warnungen dennoch – sowohl persönlich als auch beruflich. Mit einigen Redakteuren und Praktikanten stehe ich weiterhin in persönlichem Kontakt.