Das additive Fertigungsverfahren Binder Jetting erlebt eine Renaissance. Beim Binder Jetting wird ein flüssiges Bindemittel selektiv aufgetragen, um Pulverteilchen Schicht für Schicht zu verbinden, wobei am Ende des Druckvorgangs, die Teile in einem zerbrechlichen, grünen Zustand sind. Danach wird in den nächsten Bearbeitungsschritten der Grünling von Pulverresten befreit und anschließend in verschiedenen Öfen unter kontrollierter Atmosphäre ausgehärtet und gesintert. Für ein bestmögliches Ergebnis der Oberflächenqualität ist es von höchster Wichtigkeit, den Grünling vor der Wärmebehandlung restlos von anhaftendem Metallpulver zu reinigen. Dieser Arbeitsschritt wird derzeit vollständig manuell mit einer Druckluftspritze durchgeführt und ist damit ein relevanter Zeitfaktor in der Kette der Nachbearbeitungsschritte. Zusätzlich ist dieser manuelle Schritt anfällig für verschiedene Fehler, wie bspw. das Übersehen von Pulverresten sowie der mechanischen Beschädigung des Grünlings durch nicht belastungsgerechte Handhabung (Kippen, Ablegen).
Um den Arbeitsschritt des Entpulverns schneller, zuverlässiger und sicherer zu gestalten, wird in dem vorliegenden FuE-Projekt eine roboterarm-assistierte Entpulverungskabine entwickelt, die den gesamten Teilprozess automatisiert und reproduzierbar abbildet. In diesem Kontext erforscht die TU Ilmenau Ansätze zur Berechnung von Bewegungsprofilen aus den CAD-Daten der Bauteilgeometrie.
Die Förderung erfolgt durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Rahmen des Programms „Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)“.
Förderkennzeichen: 16KN108930
Laufzeit: 01.10.2023 - 30.09.2025