AnLi Fotografie IlmenauAynur Sarısakaloğlu hat ihr Habilitationsverfahren erfolgreich abgeschlossen. Nach der sehr positiven Begutachtung ihrer Habilitationsschrift und der öffentlichen Probevorlesung sowie dem wissenschaftlichen Habilitationsvortrag und dem anschließenden Kolloquium wurde das Habilitationsverfahren durch den Fakultätsrat für Wirtschaftswissenschaften und Medien vollzogen. Mit diesem Beschluss wurde Frau Sarısakaloğlu der akademische Grad „Habilitatus“ (Dr. phil. habil.) verliehen, der ihre „besondere Befähigung zur selbständigen wissenschaftlichen Forschung und Lehre“ in der Kommunikationswissenschaft bestätigt.
Im Rahmen ihrer Forschung beschäftigt sich Sarısakaloğlu mit den Auswirkungen neuer Technologien auf digitale Kommunikation und Medien. Einen besonderen Schwerpunkt ihrer Arbeit bildet die Transformation der öffentlichen Kommunikation durch Technologien künstlicher Intelligenz (KI) und Automatisierung. Ziel ihrer Forschung ist es, ein differenziertes Verständnis für die Potenziale und Risiken des Einsatzes algorithmischer Systeme in der öffentlichen Kommunikation zu entwickeln und durch die Integration theoretischer, epistemologischer und empirischer Perspektiven zur fundierten wissenschaftlichen Einordnung aktueller technologischer Entwicklungen beizutragen.
Aus einer kommunikatorzentrierten Perspektive analysiert Sarısakaloğlu, wie neue sozio-technische Konstellationen in Medienorganisationen die Strukturen journalistischer Kommunikationsprozesse, die Bedingungen des journalistischen Arbeitens und die Prozesse der Entstehung von Medienaussagen beeinflussen. Dabei stehen vor allem die Interaktionen zwischen Mensch und Maschine sowie ihre Auswirkungen auf das journalistische Handeln im Fokus. Überdies beschäftigt sie sich mit konkreten Anwendungsbereichen algorithmischer Systeme wie etwa mit KI-gestütztem Fact-Checking und der Analyse und Identifikation von KI-generierten Desinformationen und Deepfakes.
Im Rahmen ihrer medieninhaltsbezogenen Forschung untersucht sie, wie neue Technologien in der Medienberichterstattung thematisiert und bewertet werden. Darüber hinaus widmet sie sich der Analyse, wie gesellschaftliche Krisen, Konflikte und Kriege in den Medien dargestellt und kommuniziert werden.
Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Forschung liegt auf einer kosmopolitisch orientierten Perspektive der Kommunikationswissenschaft. Im Zentrum steht die Frage, wie eine inklusive Wissensproduktion in der Kommunikationswissenschaft gefördert werden kann. Vor diesem Hintergrund befasst sie sich mit der Frage, wie eine inklusiv ausgerichtete Wissenschaftspraxis etabliert werden kann, die ein Verständnis des KI-gestützten Journalismus im globalen Kontext fördert, Machtasymmetrien und Blind Spots in der Forschung überwindet sowie westlich geprägte Deutungsmuster kritisch hinterfragt.
Diese Forschungsperspektiven fanden auch Eingang in ihr Habilitationsprojekt. Begleitend zu ihrer Habilitationsschrift hat sie zudem als Erst-Herausgeberin das weltweit erste „The Handbook of Artificial Intelligence and Journalism“ iniitiert, an dem 37 führende Wissenschaftler:innen aus sechs Kontinenten mitgewirkt haben. Das Werk erscheint im Dezember 2025 im Wiley-Verlag und setzt einen wichtigen internationalen Meilenstein in der interdisziplinären Erforschung von KI und Journalismus.
Wir gratulieren Frau Dr. phil. habil. Aynur Sarısakaloğlu herzlich zu diesem bedeutenden wissenschaftlichen Erfolg und wünschen ihr für die weitere akademische Laufbahn alles Gute und weiterhin viel Erfolg. Ihre nächsten Schritte führen sie bereits in der kommenden Woche an die University of Gothenburg, wo sie einen kurzen Auslandsaufenthalt verbringen wird.