13.11.2024

Jüdisches Leben im mittelalterlichen Erfurt zwischen Alltag und Auslöschung

+++ VORTRAG ENTFÄLLT+++ TU Ilmenau Bürgercampus

Thema:            Jüdisches Leben im mittelalterlichen Erfurt zwischen Alltag und Auslöschung

Referentin:       Dr. Anne Bezzel, Bildungsreferentin im Erfurter Augustinerkloster, Autorin

Zeit:                 Freitag, 22.11.2024, 15:00 Uhr

Ort:                  TU Ilmenau, Faradaybau, Weimarer Straße 32

Eintritt:            5 Euro

 

2021 wurde in Thüringen das 750-jährige Jubiläum „Jüdisches Leben in Thüringen“ gefeiert. Das Gedenkjahr sollte die große Bereicherung ausdrücken, die Erfurt dem Miteinander von Juden und Christen über 700 Jahre verdankt. Zugleich forderte das Jubiläum auch dazu heraus, sich mit den dunklen Kapiteln des Antijudaismus‘ und mit der Geschichte von Verfolgungen und Ausgrenzung auseinanderzusetzen. Exemplarisch dafür steht die Stadt Erfurt in der Mitte des 14. Jahrhunderts. Die heutige Landeshauptstadt von Thüringen war im Mittelalter Heimat einer großen jüdischen Gemeinde. An einem einzigen Tag im März 1349 wurde dieser lebendige Alltag ausgelöscht und über 900 Erfurter Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens ermordet.

In ihrem Vortrag im Rahmen des TU Ilmenau Bürgercampus‘ widmet sich Dr. Anne Bezzel, Buchautorin und als evangelische Diplomtheologin Bildungsreferentin im Erfurter Augustinerkloster, dem Alltagsleben der jüdischen Gemeinde vor der Katastrophe des Pogroms: Welche Rolle spielten Ehe und Familie, Bildung, Berufe und sozialer Zusammenhalt in der jüdischen Gemeinschaft im mittelalterlichen Erfurt? Anne Bezzel beleuchtet aber auch das Pogrom selbst, seine Hintergründe und seinen Verlauf, und auch die stereotypen Vorwürfe, denen Juden im Mittelalter immer wieder ausgesetzt wurden. Durch die Kenntnis der Vergangenheit möchte sie aber auch Orientierung zur Bewältigung der Herausforderungen der Gegenwart geben.

Kontakt

Ursula Nirsberger
TU Ilmenau Bürgercampus

+ 49 3677 69 4794
buergercampus@tu-ilmenau.de