Singapur, 15. Juli 2025 – Auf der Jahreskonferenz der International Association for Media and Communication Research (IAMCR), die dieses Jahr an der Nanyang Technological University in Singapur stattfand, präsentierte Professor Martin Löffelholz die Ergebnisse eines großen internationalen Forschungsprojekts mit dem Titel:
"The Newsworthiness of Government Messages in Protracted Crises: A Longitudinal and Cross-National Analysis of News Values in State Press Releases".
Die Studie, die von Dr. Yi Xu (Universität Jena), Prof. Audra Diers-Lawson (Kristiania University College), Prof. Bengt Johansson (Universität Göteborg) und den Professoren Deanna und Timothy Sellnow (Clemson University) mitverfasst wurde, untersucht, wie Regierungen in sieben Ländern während der COVID-19-Pandemie durch offizielle Pressemitteilungen mit der Öffentlichkeit, einschließlich der Medien, kommunizierten.
Obwohl die Co-Autor:innen nicht persönlich anwesend sein konnten, teilte Löffelholz die Ergebnisse in ihrem Namen mit und hob die Entwicklung und Variation von Nachrichtenwerten - wie Nähe, emotionale Ansprache, Klarheit und Verhaltensanweisungen - hervor, die in mehr als 6.500 staatlichen Pressemitteilungen zwischen 2020 und 2022 verwendet wurden. Die Analyse zeigt, dass bestimmte Nachrichtenwerte – wie Nähe und Elitenbezug – durchgängig betont wurden, während andere je nach nationalem Mediensystem stark variierten.
Die wichtigsten Ergebnisse zeigen:
„Die Art und Weise, wie die Regierungen versuchten, die Pandemie zu gestalten und die Bürger:innen zu mobilisieren, war stark von der jeweiligen nationalen Medienlogik beeinflusst", erklärte Löffelholz. „Unsere Studie bietet die erste längsschnittliche und länderübergreifende Analyse, wie sich die öffentliche Krisenkommunikation im Laufe der Zeit entwickelt hat - etwas, das im Zeitalter der Polykrisen dringend benötigt wird."
Die Präsentation stieß auf großes Interesse bei Wissenschaftler:innen der Krisenkommunikation, der Gesundheitskommunikation und der öffentlichen Politik. Sie trägt zu einer breiteren Debatte darüber bei, wie Staaten in Zeiten anhaltender Unsicherheit effektiver, transparenter und glaubwürdiger kommunizieren können.
Die IAMCR 2025 stand unter dem Motto "Communicating Environmental Justice: Many Voices, One Planet" (Viele Stimmen, ein Planet) mehr als 2.500 Teilnehmer:innen aus der ganzen Welt zusammen, um darüber zu diskutieren, wie die Kommunikationsforschung der Gesellschaft helfen kann, auf die wachsenden globalen Herausforderungen zu reagieren.
TU Ilmenau/Martin Löffelholz
TU Ilmenau/Martin Löffelholz