Aktuelle Studien und Forschungsperspektiven diskutierten Prof. Martin Löffelholz und PD Dr. habil. Andreas Schwarz, die an der TU Ilmenau die Internationale Forschungsgruppe Krisenkommunikation leiten, vom 10. bis 12. März 2025 auf der Konferenz der International Crisis and Risk Communication Association an der Clemson University in South Carolina, USA.
Zusammen mit Matthew W. Seeger (Wayne State University, USA) präsentierte Andreas Schwarz auf einem hochkarätig besetzten Panel zu Trends und Zukunft der Risiko-, Krisen-, und Katastrophenforschung zentrale Erkenntnisse aus dem im Sommer 2025 bei WILEY erscheinenden Handbook of International Crisis and Risk Communication. Die 50 Kapitel des von Schwarz, Seeger und Sora Kim (Chinese University, Hong Kong) herausgegebenen Bandes zeigen, wie Klimawandel, Pandemien und die hybride Kriegsführung Russlands die Dynamik der Risiko- und Krisenkommunikation weltweit verändern. In einem weiteren Vortrag stellte Andreas Schwarz die Ergebnisse einer Studie zum verheerenden Erdbeben in der Türkei und Syrien von 2023 vor. Eine Analyse der Katastrophenkommunikation von Regierung, Katastrophenschutzbehörde, und NGOs deutet auf erhebliche Versäumnisse in der effektiven Instruktion der Bevölkerung hin. Ko-Autor:innen der Studie sind Deanna Sellnow (Clemson University, USA), Audra Diers-Lawson (Kristiania University of Applied Sciences, Oslo) und Timothy Sellnow (Clemson University, USA).
Martin Löffelholz debattierte mit Forscherinnen und Forschern aus Kanada, Schweden und den USA über die Konsequenzen des völkerrechtswidrigen russischen Angriffs auf die Ukraine für die kommunikationswissenschaftliche Forschung. In dem Panel „Narratives under Fire“ forderten die Wissenschaftler:innen insbesondere, dass die internationale Risiko- und Krisenkommunikationsforschung gewalttätige Konflikte deutlich stärker in ihre Analysen einbeziehen solle. In einem zweiten Vortrag erläuterte Martin Löffelholz methodologische Herausforderungen bei der Evaluation der Risiko- und Krisenkommunikation von Regierungen in langanhalten Gefährdungslagen. Zusammen mit Pauline Gidget Estella, Habilitationsstipendiatin an der TU Ilmenau, analysierte er die unterschiedliche Bereitschaft von Vertreter:innen staatlicher Institutionen in sechs europäischen Ländern und den USA, sich an der Evaluation ihrer jeweiligen Strategien zur kommunikativen Bewältigung der Covid-19-Pandemie zu beteiligen.
Informationen zur International Crisis and Risk Communication Association: https://wearecrisiscomm.com/
Informationen zum Handbook of International Crisis and Risk Communication:
Martin Löffelholz/TU Ilmenau
Martin Löffelholz/TU Ilmenau