In einer groß angelegten Studie analysierten die Forscher der Universität Jena und der Technischen Universität Ilmenau, wie Regierungen in vier Ländern textuell-visuelle Kommunikationsformen in Krisenbotschaften auf Instagram eingesetzt haben, um die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie zu mildern, und wie Risikokulturen diese textuell-visuellen Narrative prägten.
Auf der Grundlage des Konzepts der Multimodalität schlagen die Autoren einen neuen Rahmen für das Verständnis multimodaler Krisenbotschaften vor: die Integration von textlichen und visuellen Elementen und den Einfluss von Kontextfaktoren. Es wurde eine quantitative Inhaltsanalyse von 2.140 Instagram-Posts (Deutschland N = 417, Türkiye N = 388, Vereinigtes Königreich N = 684, Vereinigte Staaten N = 651) durchgeführt, die von Regierungen und Gesundheitseinrichtungen zwischen 2020 und 2021 veröffentlicht wurden. Hierarchisches Clustering auf Basis von Hauptkomponenten ergab drei Cluster von multimodalen Krisenbotschaften: ein personenorientiertes Schutzmuster (Großbritannien und USA), ein staatsorientiertes Belehrungsmuster (Deutschland und teilweise USA) und ein politisierendes Krisenmuster (Türkiye). Die Studie ist Teil des DECIPHER-Projekts und wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.
Zur Studie: https://ijoc.org/index.php/ijoc/article/view/22032
Kontakt:yi.xu@uni-jena.de und martin.loeffelholz@tu-ilmenau.de