
Univ-Prof. Dr. Matthias Hirth
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Ziel der Projektarbeit ist es, ein nutzungsorientiertes Konzept digitaler Fahrgastinformation an einer ausgewählten ländlichen Mobilitätsstation zu entwickeln. Im Rahmen der Einführung des Thüringen-Takts wird dadurch die Entwicklung von Mobilitätsstationen als Umsteigeknoten im ländlichen Raum unterstützt.
Einerseits werden mögliche Inhalte einer interaktiven Fahrgastinformation anhand der Bedürfnisse von Reisenden mit verschiedener Aufenthaltsdauer an der Mobilitätsstation analysiert. Andererseits wird die Positionierung der Fahrgastinformation entsprechend des Fahrgastverhaltens während des Umstiegs an der Mobilitätsstation betrachtet.
Als ersten Schritt wurde im Rahmen der Anforderungsanalyse eine Onlinebefragung mit 36 Teilnehmenden über aktuelle Herausforderungen an Haltestellen durchgeführt.
Die erhobenen Bedürfnisse der Reisenden wurden in der Konzeptionsphase iterativ in Gestaltungsvarianten für den interaktiven Informationsbildschirm und die Positionierung der Fahrgastinformation integriert.
Das ausgewählte Konzept „Mittelinsel“ wurde anschließend als Prototyp in die virtuelle Realität übertragen. In drei verschiedenen Aufenthaltsszenarien wurde das Konzept mit neun Testpersonen im Use Lab an der TU Ilmenau evaluiert und abschließend optimiert.
Aus diesen Betrachtungen sind zwei Konzepte für die Positionierung der Fahrgastinformation an einer Mobilitätsstation im ländlichen Raum entstanden.

Um den gleichzeitigen Halt von mindestens drei Bussen sowie deren flexible An- und Abfahrt zu gewährleisten, müsste der existierende Umsteigebereich entlang des Außenbereichs der Halteschleife erheblich verlängert werden. Das hat nicht nur längere Fußwege für Reisende zur Folge, sondern verursacht auch verschiedene sich entgegenlaufende Fahrgastströme.
Die wartenden Busse verdecken die Sicht der Reisenden auf die anderen Haltepunkte stark.
Ein interaktiver Bildschirm kann nicht die Umsteigewege aller Reisenden abdecken.

Wird der Umsteigebereich in der Mitte der Haltestellenschleife angelegt, verkürzen sich die Umsteigewege für die Reisenden.
Um den Ein- und Ausstieg der Fahrgäste in der Mitte zu gewährleisten, müssten die Busse in der Halteschleife im Linksverkehr fahren. Alle Haltepunkte sind bereits beim Aussteigen und von allen Positionen der Mittelinsel einsehbar.
Ein zentraler interaktiver Bildschirm ist für alle Reisenden während des Umsteigens erreichbar.

Zentrale Funktionen eines interaktiven Fahrgastbildschirms sollten Fahrplananzeige, Echtzeitdaten und Live-Busverfolgung, Mobilitätsangebote für die erste und letzte Meile sowie einen Notfallkontakt umfassen, ohne Abhängigkeit von Smartphones.
Eine digitale anpassbare Anzeige der Haltepunkte ermöglicht zudem eine flexible, an die Echtzeitdaten anpassbare Einfahrt der Busse.
Projektbearbeitung: Aindrila Acharya, Tabish Khan, Md Riaz Khan, Tatiana Merkulova
Betreuung Univ.-Prof. Dr. Matthias Hirth, Dr.-Ing. Cindy Mayas
TU Ilmenau, Fachgebiet Menschzentrierte Systeme, Forschungsprojektarbeit 2025
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