Der neue Wettbewerbsfähigkeitskompass der Europäischen Kommission

Eine Einschätzung aus Sicht der Wissenschaft

Die Ilmenauer Wissenschaftler Juliane Mendelsohn (Law and Economics of Digitization) und Oliver Budzinski (Wirtschaftstheorie) veröffentlichen in der jüngsten Ausgabe der MMR – Zeitschrift für das Recht der Digitalisierung, Datenwirtschaft und IT, einen Beitrag zur wissenschaftlichen Einschätzung des neuen Wettbewerbsfähigkeitskompass der Europäischen Kommission, welche die Wirtschaftspolitik der nächsten Jahre maßgeblich bestimmen soll. Unter dem Titel Wettbewerbsfähigkeitskompass 2025 – Zum Arbeitsplan der EU-Kommission im digitalen Sektor (MMR, Vol. 28(7), S. 483-488) identifizieren die Autoren neben relevanten Chancen auch eine Reihe von Aspekten, welche dem Stand der Forschung nicht genügen und wirtschaftspolitisch daher eher zum Nachteil gereichen können. Neben der inhärenten Unklarheit des Begriffs „Wettbewerbsfähigkeit“ wird insbesondere die Gefahr eines lobbyistischen Kapern der hehren Ziele durch mächtige Interessengruppen vernachlässigt und die Relevanz des Schutzes und der Förderung eines intensiven dynamischen Wettbewerbsprozess, unter anderem gerade vor Konzentrationsprozessen, unterschätzt.