In diesem Beitrag beleuchten die Autor:innen das deutsche Buchpreisbindungsgesetz und seine Bedeutung im digitalen Zeitalter kritisch. Das Gesetz schreibt eine vertikale Preisbindung sowohl für physische als auch für elektronische Bücher vor, mit den Zielen die Titelvielfalt und den lokalen Buchhandel zu fördern. In der Publikation werden beide politischen Ziele aus ökonomischer Sicht untersucht. Im ersten Teil der Analyse wird untersucht, ob die Preisbindung tatsächlich die Titelvielfalt erhöht. Während das Gesetz es den Verlagen theoretisch ermöglicht, Nischentitel zu subventionieren, indem sie höhere Preise für Bestseller verlangen, deutet die empirische Evidenz darauf hin, dass sich die Titelvielfalt nicht wesentlich verbessert hat. Im zweiten Teil der ökonomischen Analyse wird das Ziel des Gesetzes untersucht, den lokalen Buchhandel zu erhalten. Auch hier zeigt die empirische Evidenz, dass mit dem Aufkommen von Online-Plattformen und Digitalisierung die Verfügbarkeit von Büchern besser erreicht wird, als durch die Preisbindung.
Die Autor:innen kommen zu dem Schluss, dass das Buchpreisbindungsgesetz auf dem heutigen sowie zukünftigen Buchmarkt nicht mehr wirksam ist, da Online-Plattformen und der digitale Vertrieb besser zur Erreichung beider politischer Ziele beitragen.

