Mit Hilfe einer empirischen Analyse zeigen Prof. Dr. Oliver Budzinski und Dr. Philipp Kunz-Kaltenhäuser (Fachgebiet Wirtschaftstheorie, Technische Universität Ilmenau) in ihrer jüngsten Publikation, dass die sogenannte 50plus1-Regel den Wettbewerb im Profifußball verzerrt. Die 50plus1-Regel begrenzt den Einfluss von Investoren und sichert, vereinfachend formuliert, den „Muttervereinen“ der Bundesligisten eine Stimmenmehrheit. Entscheidend ist dabei, dass es eine Reihe von Ausnahmen gibt, also Bundesligisten, die mehrheitlich oder vollständig Firmen gehören. Die in der jüngsten Ausgabe der referierten Fachzeitschrift International Journal of Sport Finance publizierte Studie „Decreasing Financial Imbalances or Distorting Competition? Examining the Effects of the 50plus1-Rule in German Football“ (Vol. 20 (1), pp. 44-57) zeigt, dass die 50plus1-Regel insgesamt keine ausgleichende Wirkung auf den Fußballwettbewerb entfaltet und dass die Ausnahmen sogar für Wettbewerbsverzerrungen sorgen. Lösungen bestünden in einer einheitlichen Regulierungen, also entweder in der Abschaffung der 50plus1-Regel oder in einer gleichen Anwendung auf alle Bundesligisten ohne Ausnahmen. Das Bundeskartellamt untersucht den Fall in einem laufenden Verfahren.

