Für eine faire Regulierung im europäischen Fußball

Ein Beitrag von Oliver Budzinski

Prof. Dr. Oliver Budzinski (Fachgebiet Wirtschaftstheorie, Technische Universität Ilmenau) skizziert in einem Gastbeitrag für die Artikelserie „Re-Regulating the European Professional Football Market“ von Football Legal, wie die Fußballverbände zukünftig Regeln und Regulierungen erlassen können, ohne beteiligte Gruppen wie Fans, Spieler, kleinere Vereine und finanzschwächere Ligen, etc. zu benachteiligen – oft zu Gunsten ihrer Eigeninteressen oder den Interessen der reichsten Clubs. Eine Reihe von Urteilen und Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs hatte die bisherige Praxis von FIFA, UEFA und co in relevanten Teilen für wettbewerbswidrig und ungerechtfertigt eingestuft. Unter dem Titel „Choosing the Least Restrictive Regulation: The Way Forward for UEFA” beschreibt Oliver Budzinski nun anhand des Falls sogenannter „homegrown player rules“, welche zur Förderung des regionalen Nachwuchses festlegen, dass jeder Club eine bestimmte Anzahl an „homegrown“ Spielern in seinem Kader haben muss, wie eine faire Ausgestaltung solcher Regeln ohne Verzerrung des Wettbewerbs aussehen und sichergestellt werden kann. Royal Antwerpen sieht durch die gegenwärtige Ausgestaltung dieser Regeln unter anderem die Wettbewerbsfähigkeit von Clubs aus kleineren Ligen unfair geschwächt, was der Europäische Gerichtshof im Wesentlichen bestätigte. Um die an wenigsten verzerrende Regeloption zu finden, so führt Oliver Budzinski aus, bedarf es einer vergleichenden Analyse von Regelalternativen, welche wissenschaftlich fundiert und transparent durchzuführen ist.