Ursula Nirsberger
Leiterin TU Ilmenau Bürgercampus
Telefon: +49 3677 69-4794
Gründungsrektor der Technischen Hochschule und heutigen Universität in Ilmenau war der „Hochspanner“ Professor Hans Stamm. Als technischer Leiter einer auf Hochspannungsprüf- und Röntgentechnik spezialisierten Dresdner Firma bekam er den Auftrag, eine Hochschule für Elektrotechnik aufzubauen. Mit der Entscheidung für Ilmenau setzte er die Tradition des Thüringischen Technikums fort, in dem schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts Hochspannungstechnik auf dem Lehrplan stand. Für die Entwicklung von Betriebsmitteln der Elektrischen Energieversorgung der DDR war es wichtig, langlebige, überwiegend 50-Hz-Isoliersysteme, mit neuen Materialien und Technologien zu entwickeln. Weltweit einmalig und anerkannt war die enge Verknüpfung von Technologie, Physik und Chemie im von Prof. Stamm gegründeten Fachgebiet Hochspannungstechnik, das bis 2003 bestand.
In den Jahren danach erfuhr die Hochspannungs-Forschung neue, starke Impulse, vor allem durch die Leistungselektronik, mit der man elektrische Energie optimal in die für verschiedenste Anwendungen gewünschte Form beispielsweise in der Antriebs-, Verfahrens, Umwelt- und Medizintechnik (CT, MRT) wandeln kann. Neben geschaltetem Gleichstrom ist konstanter Gleichstrom heute bei relativ hoher Spannung (wieder) aktuell. Große Mengen Energie – gerade werden 525 kV-Kabel verlegt – können verlustarm über hunderte Kilometer übertragen werden. (Neben-)Wirkungen hoher Gleich- als auch höherfrequenter Wechselspannungen, sowie gemischter Spannungsformen sind heute Forschungsgegenstand und werden mit Hilfe kleiner Experimente veranschaulicht.
Referent Prof. Dr.-Ing. Carsten Leu ist Professor für Elektrische Energieversorgung und Hochspannungstechnik an der HTWK Leipzig. Bis 2020 lehrte er an der TU Ilmenau u. a. Schaltgeräte- und Hochspannungstechnik und leitete als Akademischer Rat die Forschungsgruppe „Hochspannungstechnologien“ der TU Ilmenau, in der Doktoranden zu neuen Themen der Hochspannungstechnik forschten.
Eintritt: 5 Euro