„Nicht alle Musiker glauben an Gott, aber alle glauben an Johann Sebastian Bach.“ Dieses Wort von Mauricio Kagel macht deutlich, was für ein Gewicht die Musik Bachs noch heute, 275 Jahre nach seinem Tod, hat. An Bach kommt keiner vorbei, der es mit der Musik ernst meint.
Warum das so ist, kann hier sicherlich nicht erschöpfend geklärt werden (eigentlich nicht einmal ansatzweise). Aber die Beschäftigung mit dieser faszinierenden und großartigen Klangsprache, lohnt sich; schon aus rein hedonistischen Gründen. Es macht einfach ungeheuer viel Spaß, sich in eine solch schöne und interessante Sache hinein zu wühlen - je tiefer desto besser! Von diesem Spaß möchte ich gern etwas vermitteln und Sie mitnehmen auf eine spannende Erkundungstour zur Musik des großen Thomaskantors.
Auf dem Weg zur Musik interessiert mich hier dabei nicht so sehr die Vita Bachs (biographische und persönliche Aspekte, Anekdoten und schöne Geschichten) als vielmehr ein Blick in Bachs Komponierstübchen. Ich werde versuchen, anhand von Klangbeispielen einen Teil des Wunderwerks Bach‘schen Komponierens zu beleuchten. Dazu stelle ich Ihnen verschiedene Hörhilfen zur analysierenden Musikwahrnehmung zur Verfügung. Dass dabei natürlich in keiner Weise ein vollständiger Überblick über Bachs Musik gegeben werden kann, liegt auf der Hand - pars pro toto. Wichtig ist mir der Versuch, zu erkunden, wie Bach mit Musik umgeht. Der Blick in die Küche des Komponisten soll die Faszination seiner Musik noch einmal auf besondere Weise verdeutlichen. Lassen Sie sich mitnehmen auf den Weg zur und in die Musik J. S. Bachs. Von diesem Weg aus kann man den Giganten, vielleicht noch einmal neu und anders beobachten und erkunden.
Als Hörbeispiele dienen uns Werke aus Bachs Kirchenmusik (das hängt natürlich mit meiner Tätigkeit als Kantor zusammen). Falls sich jemand schon mal vorbereiten und einstimmen mag, hier sind die wichtigsten Hörbeispiele meines Vortrags: Bachs allerletztes Werk, der Orgelchoral „Vor deinen Thron tret ich hiermit“, die „Fuge C-Dur“ aus BWV 547 und das „Et expecto“ aus der H-Moll-Messe.
Referent Hans-Jürgen Freitag ist seit März 2000 Kantor an der St. Jakobuskirche in Ilmenau. Er war künstlerischer Leiter und Initiator des Messiaen-Festivals, in dem das gesamte Orgelwerk Messians zur Aufführung gebracht wurde, und des Orgelfestivals 2011 anlässlich 100 Jahre Walckerorgel. 2013 wurde ihm die Ehrenmedaille der Stadt Ilmenau verliehen.
Eintritt: 5 Euro