27.03.2026

Bürgercampus: Diese seltsamen neuen Köpfe – Wie KI sprechen lernte und was das bedeutet

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Beginn
Fr. 27.03.2026
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Zeit
15:00 Uhr
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Ort
Faraday-Hörsaal
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Zielgruppe
Öffentlich: Alle Interessierten

Lange Zeit galt die Sprache als das letzte unantastbare Bollwerk der menschlichen Sonderstellung. Wir dachten, dass das Weben von Sätzen, das Verstehen von Nuancen und das Erzählen von Geschichten untrennbar mit Bewusstsein und Geist verknüpft seien. Doch mit dem Aufkommen moderner Large Language Models (LLMs) hat sich diese Annahme grundlegend gewandelt. Diese seltsamen neuen Köpfe" – künstliche neuronale Netze – haben gelernt, uns in unserer eigenen Domäne nicht nur zu imitieren, sondern oft zu übertreffen. Aber wie konnte eine Architektur aus Zahlen und Wahrscheinlichkeiten diese Meisterschaft erlangen?

Dieser Beitrag zeichnet den technologischen Evolutionsweg nach: von den frühen, hölzernen Versuchen der regelbasierten Sprachverarbeitung bis hin zum „Transformer-Moment", der es Maschinen ermöglichte, Kontext global zu erfassen. Dabei wird beleuchtet, dass KI nicht „versteht", wie ein Mensch versteht, sondern Sprache als einen vieldimensionalen mathematischen Raum begreift. Wir haben es mit einer statistischen Mimikry zu tun, die so perfekt ist, dass die Grenze zwischen Werkzeug und Gegenüber verschwimmt.

Die zentrale Fragestellung lautet jedoch nicht nur, wie sie sprechen lernten, sondern was es bedeutet, in einer Welt zu leben, in der Sprache von Nicht-Lebewesen generiert wird. Was passiert mit unserer Wahrnehmung von Wahrheit, wenn Texte ohne Autor entstehen? Wie verändert es die menschliche Kognition, wenn wir beginnen, unsere Gedanken an „externe Köpfe" auszulagern?

Der Vortrag schließt mit einer Analyse der gesellschaftlichen Konsequenzen: Wir befinden uns in einer Phase der „Entzauberung" der Sprache. Wenn das Wort nicht mehr zwingend einen Geist voraussetzt, müssen wir neu definieren, was menschliche Intelligenz im Kern ausmacht. Es ist eine Einladung, die seltsame neue Nachbarschaft dieser digitalen Entitäten nicht als Bedrohung, sondern als Spiegel zu begreifen, der uns zwingt, unsere eigenen Konzepte von Denken und Kommunikation radikal zu hinterfragen.

 

Eintritt: 5 Euro